Das 13. Opfer

Das 13. Opfer

Ich kenne Stuart MacBride ja schon von dem einen oder anderen Logan-MacRae-Krimi und wusste so ungefähr, auf was ich mich da einlasse :-) Vielen Dank an den Goldmann Verlag, für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Im Original heißt das Buch übrigens „Birthdays fort he dead“ was meiner Meinung nach auch besser zum Inhalt passt – aber das Leben ist kein Wunschkonzert und auch mit dem Titel „Das 13. Opfer“ kann ich leben :-)

Das 13. Opfer

Von Stuart MacBride

Seit Jahren treibt ein Killer sein Unwesen in der Umgebung von Oldcastle. Er entführt Mädchen kurz vor ihrem 13. Geburtstag, foltert sie grausam zu Tode und schickt ihren Hinterbliebenen jedes Jahr zum Geburtstag des Mädchens Fotos von den Folterungen.

Detektive Ash Henderson ist Mitglied des Ermittlerteams, das sich mit den Morden befasst. Was aber niemand weiß – auch seine Tochter wurde kurz vor ihrem 13. Geburtstag gekidnappt und auch er erhält jedes Jahr „Geburtstagspost“. Diese Tatsache hat er verschwiegen um weiter ermitteln zu können.

Mein Eindruck:

Nichts für schwache Nerven oder empfindliche Mägen.

Der Ermittler

Der Hauptprotagonist dieses Buches, Ash Henderson, ist der Prototyp des modernen Ermittlers – oder dem, was zur Zeit besonders gefragt ist :-) Er besteht hauptsächlich aus Problemen, die er mit Alkohol und Zocken versucht zu betäuben – was ihm wiederum Probleme mit Geldeintreibern der übelsten Sorte beschert. Seine Familie ist an dem Verschwinden seiner Tochter zerbrochen, er fürchtet um die Sicherheit seiner jüngsten Tochter und lebt in ständigem Stress mit dem neuen Freund seiner Ex-Frau. Zu allem Überfluss lebt er in einem Haus, das seine besten Tage längst hinter sich hat und ganz gut mal einen Putzlappen brauchen könnte.

Die Profilerin

Hin und wieder beschleicht mich der Verdacht, dass Ash Henderson und seine ungewollte Partnerin Persiflagen auf all die neuen Ermittlertypen sind – aber der Eindruck kann täuschen. Da die Ermittlungen nicht so recht voran kommen, stellt man ihm nämlich die Profilerin Dr. Alice MacDonald zu Seite, die zumindest zwei Dinge mit ihm gemein hat: Sie braucht jede Menge Whiskey um sich in einen Täter hineinversetzen zu können und sie kann nicht aufhören zu ermitteln, bevor sie alle Antworten hat. Was ihre Leber dazu sagt, habe ich nicht herausgefunden. Dazu kommt, dass sie an so ziemlich jeder mir bekannten Phobie leidet.

Der Täter

Soweit klingt das ja alles noch recht nett, bis wir zum Täter bzw. seinen Taten kommen. Die Szenen in der der Täter seine Opfer foltert und ermordet sind grausam, brutal und stellenweise auch ein bisschen ekelerregend. Wer einen allzu empfindlichen Magen hat, der dürfte hier aussteigen. Auch Ash Henderson ist nicht zimperlich, was seine Verhörmethoden anbelangt und langt trotz seines Alters ganz gerne kräftig zu. Hinterfragen sollte man all diese Ereignisse nicht zu genau, denn mit der Logik hapert es hin und wieder.

Schreibstil

Allerdings entschädigt Stuart MacBrides Schreibstil und, die meiner Meinung nach eher bitterbös-satirische, Grundstory für so manche Ungereimtheit und auch etwas für das, sagen wir mal untypische, Ende von Das 13. Opfer. Obwohl ich manchmal nahe dran, konnte ich das Buch dann doch nicht aus der Hand legen, weil ich immer wissen wollte, wie es denn nun weitergeht. Außerdem mochte ich den etwas schrägen und sehr (sehr) schwarzen Humor in diesem Buch. MacBrides Schreibstil ist irgendwie, wie der gesamte Roman – prägnant, zuweilen grausam, manchmal etwas ausufernd – aber eben sehr fesselnd.

Lieber Übersetzer…

Angekündigt ist Das 13.Opfer ja als Auftaktroman zu einer neuen Serie, was ich aber persönlich bezweifel, dazu hat Ash Henderson in diesem einen Teil schon viel zu viel mitmachen müssen. Ein bisschen bemäkeln möchte ich die Übersetzung – im Original wird der Täter „Birthday Boy“ von der Presse getauft, in der Übersetzung wird daraus „Der Gratulator“ – äh, peinlicher geht es nicht mehr, oder? Ich musste die ganze Zeit an den Terminator und sein „I’ll be back“ denken. Vielleicht wäre „Der Gratulant“ eine bessere Alternative gewesen oder man hätte es einfach beim „Birthday Boy“ belassen.

Mein Fazit:

Ein sehr grausamer, brutaler Thriller, stellenweise etwas unlogisch – dennoch konnte ich ihn nicht aus der Hand legen. Wer kein Problem mit grausamen Szenen hat und eine Schwäche für schwarzen, britischen Humor hat, ist mit Das 13. Opfer auf jeden Fall gut bedient.

Buchinfos

  • Titel: Das 13. Opfer
  • Autor: Stuart MacBride
  • Übersetzer/in: Andreas Jäger
  • Verlag: Goldmann
  • Genre: Thriller
  • Erscheinungsjahr: 2013
  • ISBN: 978-3-442-47969-6
  • Format:Taschenbuch, 608Seiten
  • Preis: 9,99 €
  • Bestellung: Goldmann

Über Tina

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