Das Erwachen

[Rezension] Das Erwachen

Die Weihnachtsfeiertage sind gut überstanden, das gute Essen ist hoffentlich verdaut, alle Geschenke sind verteilt, die erhaltenen Geschenke sind verstaut und wir sind mitten „zwischen den Jahren“. Eine merkwürdige Zeitbeschreibung finde ich – erinnert mich irgendwie an Niemandsland, aber egal, ich nutze diese „Niemalszeit“ um meine längst fälligen Rezensionen zu schreiben :-)

Das Erwachen

Von Simon Kernick

Nach einem verheerenden Unfall kann Matt Barron sich an nichts erinnern. Nicht an den Unfall, nicht an sein Leben vor dem Unfall, nicht einmal wirklich an seinen Namen. Er lebt jetzt bei seiner Schwester und einem eigens für ihn eingestellten Pfleger und versucht sich mit Hilfe eines Psychiaters an sein Leben zu erinnern.

Trotz all der der Betreuung die er erfährt, keimt der Verdacht in ihm auf, dass ihn alle um ihn herum ihn belügen. Aber warum sollten sie das tun? Wer ist er wirklich? Was weiß er oder was kann er? Mitten in diesen Überlegungen überfällt eine maskierte Bande das Haus in dem er lebt und will etwas von ihm wissen – aber er kann sich einfach nicht erinnern.

Mein Eindruck:

Als die ganze Tragweite meiner Amnesie offen zutage trat, hatte Jane zu ihrer Entlastung einen Pfleger namens Tom ins Haus geholt, und Tom verabreichte mir meine Tabletten. Das Erwachen, S. 18

Alptraum

Die Situation in der Matt Barron sich befindet ist tatsächlich ein Alptraum. Man erinnert sich nicht wirklich an etwas, trotzdem sagt der Instinkt einem, dass etwas nicht stimmt. Es gibt Dinge, die ich mir gar nicht wirklich vorstellen möchte – aber viel Zeit mit irgendetwas vorzustellen lässt Simon Kernick mir auch gar nicht :-)

Schein und Sein

In dem Augenblick, als Matt beginnt sich zaghaft und vage zu erinnern und der Überfall sich ereignet beginnt eine Hetzjagd, die es wirklich in sich hat. Auf seiner Flucht bemerkt Matt, dass er Dinge kann, die offenbar etwas mit seinem früheren Leben zu tun haben. Allerdings fragt er sich, ob er entweder ein Cop oder ein Killer war. Als er auf die Privatdetektivin Tina Boyd trifft, die ihn ganz offensichtlich von früher kennt, bekommt er zwar ein paar Informationen über sein früheres Leben, aber sie passen nicht wirklich mit dem zusammen, was sein aktuelles Selbstbild ausmacht.

Persepktiven

Die ganze Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt. Da wäre einmal die Ich-Perspektive von Matt Barron, der später dann feststellt, dass er Sean Egan heißt und als Undercover-Cop gearbeitet hat. Das erklärt zumindest seine vielfältigen Fähigkeiten im Umgang mit Schusswaffen, Messern und im Zweifel auch mit seinen Fäusten. Ob das auch sein Verlangen, jede halbwegs passabel aussehende Frau die ihm begegnet flachzulegen erklärt, sei mal dahingestellt :-)

Superheld

Die zweite Perspektive ist die des neutralen Beobachters, die alle Handlungen der anderen Protagonisten begleitet und mir als Leser den einen oder anderen erhellenden Hinweis gibt. Beide Perspektiven wechseln sich in schneller Folge ab, so dass dem Leser kaum Zeit bleibt, Luft zu holen. Es hilf auch ein bisschen, kleinere Logik-Fehler in der Story zu überblenden :-) So oft, wie Matt oder Sean angeschossen oder sonst wie schwer verletzt wurde, müsste er schon in der ersten Hälfte des Buches gestorben sein :-)

Spannend

Aber trotz, oder vielleicht auch wegen, dieser kleineren Logiklöcher ist Das Erwachen ein superspannender Thriller, den man kaum aus der Hand legen kann. Gemeinsam mit dem Protagonisten deckt man Matts/Seans Vergangenheit Stück für Stück auf, fügt die Puzzleteile zusammen und nähert sich der Lösung. Diese Lösung rettet Sean Egan dann zwar das Leben, aber ob sie tatsächlich das Ende ist? Nicht alle Handlungsfäden sind geklärt und ich denke, da ist auf jeden Fall Luft für einen weiteren Teil rund um Sean und Tina.

Mein Fazit:

Ein wirklich guter, spannender Thriller, der mich in der Weihnachtszeit mehr als gut unterhalten hat. Rasant, schnell und stellenweise auch brutal und blutig – ein Buch, dass die Beschreibung „Thriller“ tatsächlich verdient hat.

Buchinfos

  • Titel: Das Erwachen
  • Originaltitel: The Final Minute
  • Autor: Michael Scott
  • Übersetzer/in: Anke und Eberhard Kreutzer
  • Verlag: Heyne Verlag
  • Genre: Thriller/Krimi
  • Erscheinungsjahr: 2015
  • ISBN: 978-3-453-43840-8
  • Form: TB,  496  Seiten
  • Preis: 9,99 €
  • Bestellung: Heyne Verlag

Hallo! Mein Name ist Tina und ich blogge hier…hauptsächlich über Bücher und allem was dazu gehört. Ich würde mich freuen, wenn du mir einen Kommentar hinterlässt oder meinen Beitrag teilst.

Über Tina

Hallo! Mein Name ist Tina und ich blogge hier…hauptsächlich über Bücher und allem was dazu gehört. Ich würde mich freuen, wenn du mir einen Kommentar hinterlässt oder meinen Beitrag teilst.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.