Das Galdiano-Experiment

Das Galdiano-Experiment

Nachdem Robert Ludlum im März 2001 verstorben ist, reißt der Strom an Veröffentlichungen seiner Bücher nicht ab. Einige Bücher hat er selbst noch fertig gestellt bevor er starb, andere wurden in seinem Namen, angeblich anhand seiner Notizen, beendet und veröffentlicht.

Ob das nun tatsächlich so ist, oder ob da jemand schlicht von seinem bekannten Namen profitieren will, sei mal dahingestellt. Das Buch „Das Galdianio-Experiment“ gehört zur Covert-One-Reihe, die eben nach seinem Tod erst veröffentlicht wurde.

Das Rezensionsexemplar zu diesem Buch wurde mir freundlicherweise vom Heyne Verlag zur Verfügung gestellt.

Das Galdiano-Experiment

Robert Ludlum/Kyle Mills

Wer Smartphones für so etwas wie die Krone der neuen Technologien hält, hat noch nie einen „Merge“ benutzt. Sorgfältig hütet der Erfinder und Entwickler dieses neuen, höchst innovativen Geräts den Code auf dem es beruht, trotzdem haben scheinbar in einem abgelegenen Ort in Afghanistan erste Feldversuche damit stattgefunden.

Die Experten der Covert-One-Einheit versuchen fieberhaft herauszufinden wer das war und ob die amerikanische Regierung tatsächlich die Exklusivrechte an der militärischen Variante des „Merge“ bekommen kann.

Mein Eindruck:

Zum ersten Mal seit Jahrtausenden würde die Menschheit wirklich frei sein. Das Galdiano-Experiment, S. 243

Medizinische Hilfe

Ein Gerät, das Blinden das Sehen ermöglicht. Ein Gerät, das Taube wieder hören lässt. Ein Gerät, dass dir zuverlässig anzeigt, ob dein Gegenüber lügt. Das sind nur drei der unzähligen Möglichkeiten, die das „Merge“ genannte Gerät hat. Dafür muss man aber auch ein bisschen was vorab tun, z.B. sich Implantate ins Gehirn pflanzen lassen, dem „Merge“ zugriff auf alles Mögliche gewähren, angefangen von Online-Aktivitäten bis hin zu seinen Konten oder zum eigenen Filmkonsum.

Gläserner Mensch

Natürlich machen einen Errungenschaften wie die automatische Korrektur der eigenen Sehschwäche schon anfällig für so ein Gerät – mich als Leser genauso wie die fiktive Kundschaft des „Merge“. Es wäre nett auf die Brille zu verzichten und lästige Kontaktlinsen zu umgehen – aber möchte ich wirklich wissen, ob mein Nachbar lügt, wenn er mir einen guten Morgen wünscht? Nein, ich für meinen Teil benutze lieber weiter meine Brille – aber ich kann mir schon vorstellen, dass es vielen Leuten anders gehen würde. Vorausgesetzt, es gäbe den „Merge“ tatsächlich.

Militärische Variante

Neben diesen privaten Anwendungen, die einer Regierung ermöglichen würde noch mehr über uns zu wissen, als sie ohnehin schon tut, gibt es noch die militärische Variante. Ein echter Vorteil für den, der die Exklusivrechte daran hat – und darum geht es eigentlich in diesem Buch. „Das Galdiano-Experiment“ ist eine Mischung aus Science Fiction und Agentenroman, ein (mehr oder weniger) einsamer Held, der gegen eine große, korrupte Macht kämpft. Eigentlich mag ich solche Geschichten, vor allem mit einer vorstellbaren Grundstory.

Sehr langatmig

Grundsätzlich ist das alles auch gut umgesetzt, aber schon sehr langatmig. Die ersten rund 200 Seiten stolpere ich von Schauplatz zu Schauplatz rund um den Globus, ohne wirklich etwas zu erfahren und ich habe mich mehr als einmal dabei erwischt, dass ich ein paar Seiten überblättert habe, weil ich genervt war, da die Story nicht weiter kam. Ob und wenn ja wer denn nun wen versucht hat über den Tisch zu ziehen kann ich ja hier nicht verraten – aber es brauchte noch etliche Seiten mehr als 200 bis ich eine Ahnung davon bekam.

Angenehmer Schreibstil

Der Schreibstil ist durchgehend gut, selbst bei den langatmigen Passagen, es waren mir einfach nur zu viele davon – zumal der Schritt vom allwissenden Smartphone zum allwissenden „Merge“ gar nicht mehr sooo riesig ist, ich denke das muss man nicht seitenlang erläutern. Wer es darauf anlegt kann sich auch mit dem Smartphone schon eine Menge ganz persönlicher Daten angeln – allerdings fehlen bis jetzt noch die Implantate im Gehirn :-) Aber zumindest im Buch retten uns die braven, mutigen Amerikaner – vorläufig – davor. Ein bisschen viel Patriotismus für meinen Geschmack.

Mein Fazit:

Ein recht spannender Science-Fiction-Agenten-Spionage-Roman mit etlichen Längen, was mir den Lesegenuss tatsächlich etwas verdorben hat. Für „Das Galdiano-Experiment“ muss man viel Zeit und Geduld haben.

Buchinfos

  • Titel: Das Galdiano-Experiment
  • Originaltitel: The Utopia Experiment
  • Autor: Robert Ludlum/Kyle Mills
  • Übersetzer/in: Norbert Jakober
  • Verlag: Heyne Verlag
  • Genre: Science Fiction/Spionage Roman
  • Erscheinungsjahr: 2014
  • ISBN: 978-3-453-43423-3
  • Form: Taschenbuch,  528  Seiten
  • Preis: 9,99 €
  • Bestellung: Heyne Verlag

Über Tina

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