Die Herren der grünen Insel

[Rezension] Die Herren der grünen Insel

Als bekennender Irland-Fan habe ich mich natürlich schon seit der Ankündigung auf Die Herren der grünen Insel gefreut :-) Aber knapp 1000 Seiten sind natürlich auch kein Pappenstiel, da ich auch noch 1000 andere Dinge zu erledigen habe – deshalb gibt es die Rezi bei mir ein bisschen später :-)

Die Herren der grünen Insel

Von Kiera Brennan

Irland im 12. Jahrhundert – eine Insel die in unzählige kleine und kleinste Herrschaftsbereiche aufgeteilt ist, die ständig miteinander und gegeneinander im Krieg liegen. Als Kind lernt Ascall, dass die Welt grausam ist und schwört Rache, die er später auch bekommt. Er wird zu einem gefürchteten Krieger, dem das Wort Mitleid unbekannt ist.

Doch der Insel drohen weitaus größere Gefahren in Form von Henry Plantaganet, dessen Ziel es ist Irland zu unterwerfen. Nur wenn sich die zerstrittenen Könige Irlands einig sind, können sie sich gemeinsam gegen die Unterwerfung wehren und den verhassten Engländer zurückschlagen.

Meine Meinung:

Ascall war sechs Jahre alt, als er zum ersten Mal tötete. Nichts in dieser Nacht hatte ihn darauf vorbereitet. Die Herren der grünen Insel, S. 9

Die Vergleiche die bereits vor dem Erscheinen des Buches Die Herren der grünen Insel kursierten haben mich wenig interessiert. Ich habe weder Das Leid von Eis und Feuer gelesen, noch die Highlander-Saga von Diana Gabaldon – insofern konnte ich ganz ohne spezielle Erwartungen an Die Herren der grünen Insel wagen :-)

Eindringliche Beschreibungen

Kiera Brennans Beschreibungen Irlands im 12. Jahrhundert sind eindringlich, ausführlich und sehr plakativ. Immer wenn ich das Buch aufschlug, fühlte ich mich nach ein paar Seiten in die Zeit und an den Ort versetzt und konnte mich mit den mir sympathischen Charakteren freuen oder mit ihnen leiden und die anderen abgrundtief hassen :-) Aber so einfach machte mir die Autorin es nicht, meine Sympathien zu verteilen. Allerdings konnte ich mich nicht wirklich damit anfreunden, wie in der Zeit mit Frauen umgesprungen wurde – wie gut, dass ich im jetzt und heute lebe.

Grauzonen

Im Laufe der Geschichte lernt man die Protagonisten immer besser kennen und stellt fest, dass sie nicht nur schwarz oder weiß, gut oder böse sind. Im Prinzip begleite ich 7 Charaktere durch einige sehr turbulente Jahre auf ihrem Weg und muss feststellen, dass alle ihre guten und schlechten Seiten haben und mancher von ihnen einen guten Grund hat, genauso zu sein, wie er ist. Manch einer wächst eben an seinen Aufgaben und Herausforderungen über sich hinaus – manche eben nicht :-) Da unterscheidet sich das 12. nicht so sehr vom 21. Jahrhundert.

Langweilig?

Im Vorfeld dieser Rezension habe ich die eine oder andere Rezension gelesen (Neugier ist eine schlechte Eigenschaft, oder?), die sich über den sehr ausführlichen Schreibstil Kiera Brennans beschwert haben. Das kann ich nicht wirklich nachvollziehen, ehrlich nicht. Mir hat die ausführliche Art der Beschreibungen gut gefallen, durch den steten Perspektivwechsel kam bei mir auch keine Langeweile auf – ganz im Gegenteil :-) Allerdings konnte ich auch nie verstehen, wie jemand Herr der Ringe in Buchform langweilig finden kann :-)

Epos

Trotz der sehr ausführlichen Beschreibung von Lebensumständen, Charakteren und Landschaften geht die Handlung nicht verloren. Aber sie schlängelt sich halt durch jede Menge Intrigen, Verrat, Liebe, Hass, Sex, Mord und Kriege :-) Macht das einen Epos nicht aus? Ich denke da grade an Die Säulen der Erde in der es auch sehr viele, sehr ausführliche Beschreibungen gab – aber ich denke entweder man mag so etwas oder man mag es nicht. Ich mag es auf jeden Fall :-) Ich fand, dass die Rolle der Frauen in Die Herren der grünen Insel nicht besonders schmeichelhaft ist und die Herren sehr brutal und wenig feinfühlig sind, aber ich fürchte die entspricht der damaligen Realität – ein Grund mehr, sich zu freuen, im Hier und Jetzt zu leben :-)

Der Anhang

Der ebenfalls ziemlich ausführliche Anhang beschreibt, wie viel Arbeit in diesem Buch steckt, wie intensiv Keira Brennan über die Sitten, Gebräuche und Politik des betreffenden Zeitraums recherchiert hat – das wäre mir glaube ich zu langweilig gewesen :-) Die Aussprache der Namen wird hier auch nochmal erläutert und in Lautschrift dargestellt, etwas, was ich allerdings noch nie genutzt habe – ich merke mir beim Lesen die Namen halt so, wie ich will – es hört mich ja niemand und ich will auch kein gälisch lernen :-) Aber wer es genau wissen will, der findet hier eben auch die korrekte Aussprache.

Mein Fazit:

Die Herren der grünen Insel ist ein faszinierendes Historien-Epos mit detailreichen Schilderungen der damaligen Zeit und der handelnden Charaktere , ohne auf Spannung zu verzichten. Ich habe es wirklich genossen ins mittelalterliche Irland entführt zu werden und würde ohne zu zögern auch einen fortführenden Teil der Geschichte kaufen

Buchinfos

  • Titel: Die Herren der Grünen Insel
  • Autor: Kiera Brennan
  • Verlag: Blanvalet
  • Genre: hist. Roman
  • Erscheinungsjahr: 2016
  • ISBN: 978-3-7645-0559-2
  • Form: Hardcover, 960 Seiten
  • Preis: 19,99 €
  • Bestellung: Blanvalet

Über Tina

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4 Kommentare zu “[Rezension] Die Herren der grünen Insel

  1. Eigentlich würde ich mir so ein Buch nicht kaufen, weil ich mich vor einem Abklatsch von dem „Leid“ von Schwertern im Eis und Feuer usw. fürchte.
    Aber du hast eine so gute, ausführliche und fundierte Rezension geschrieben, dass ich nun interessiert bin.
    LG Sabienes

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