Die Nacht der Wölfin

[Rezension] Die Nacht der Wölfin

Ich lese ja nicht nur gerne Buchreihen, sondern schaue mir auch gerne Fernsehserien an. Irgendwann bin ich beim zappen auf Sixx gelandet und dort lief grade „Bitten“ und als alter Fantasy-Fan war ich ganz begeistert. Mal keine Teenies und nur wenig Herzschmerz – da waren mir die Werwölfe doch gleich sympathisch :-)

Dann habe ich die dazugehörige Buchserie von Kelley Armstrong entdeckt und konnte natürlich nicht nein sage – zumal es mir immer viel zu lange dauert bis eine neue Staffel im Fernsehen läuft.

Die Nacht der Wölfin – Women of the Otherworld 1

Von Kelley Armstrong

Es gibt ungefähr 35 Werwölfe weltweit und Elena Michals ist die einzig bekannte weibliche Vertreterin ihrer Art. Das macht sie natürlich zu einem sehr begehrten Mitglied dieser exklusiven Gesellschaft. Aber all das interessiert sie nicht, sie versucht ihre Werwolf-Natur so gut es geht zu unterdrücken und als Mensch zu leben.

Bis sie einen Anruf von Jeremy Danvers, dem Alpha ihres Rudels erhält. Das Rudel braucht ihre Hilfe und ob sie will oder nicht, sie muss diesem Ruf folgen – das sie dabei auch auf Clay, ihren ehemaligen Verlobten trifft, der sie seinerzeit verwandelt hat, muss sie wohl oder übel in Kauf nehmen.

Mein Eindruck:

Ein Rudel ist auch nur eine Familie, mit allen guten und schlechten Seiten.

Elenas Gedankenwelt

Wer die Serie „Bitten“ im TV gesehen hat, wird mit Die Nacht der Wölfin keine große Überraschung erleben. Die Serie folgt weitestgehend der Buchvorlage, bietet aber wesentlich mehr Einblicke in Elenas Gefühlsleben und die Strukturen des Rudels. Da das Buch aus Elenas Perspektive geschrieben ist, erfährt man sehr viel über das, was sie denkt und fühlt, so dass manche Handlungen nachvollziehbarer sind, als im Fernsehen.

Das Rudel als Welt

Überhaupt erfährt man sehr viel über Werwölfe, deren Rudelverhalten, ihre Gefühlswelt (soweit vorhanden) und ihre Art zu leben. Meist beschränkt sich ihr Lebensstil darauf nicht aufzufallen und das Werwolf-Dasein vor den Augen der anderen verborgen zu halten. Hin und wieder fühlt man sich in eine Art Gemeinschaft übermütiger Teenager hineinversetzt, inklusive Rempeleien, Sticheleien und nett gemeinter Raufereien. Was außerhalb des Rudels passiert wird kaum zur Kenntnis genommen, weil die Außenwelt eigentlich niemanden interessiert.

Geborene Jäger

Elena hadert viel und oft mit ihrem Werwolf-Dasein, aber sie ist nun mal was sie ist. Nachdem sie dem Rudel den Rücken gekehrt hatte, lebte sie in Toronto und versuchte den Drang zur Verwandlung unter Kontrolle zu bekommen. Zurück in Stonehaven, dem Stammsitz ihres Rudels, beginnt sie die Vorzüge zu genießen die sie hat, wenn sie unter Ihresgleichen lebt. Wäre da nicht Clay, der sie immer wieder in Versuchung führt (und das meist mit Erfolg) könnte sie ihren Aufenthalt dort wirklich genießen – und wäre da nicht die Jagd auf die Abtrünnigen, obwohl ihr auch die Spaß macht.

Wenig Klischees

Wohltuend fand ich, dass hier wenige der gängigen Klischees bedient werden, wie z.B. schwülstige Romanzen zwischen Werwölfen und ahnungslosen Teenagern. Auch die Grenzen von Gut und Böse werden ein wenig weiter gedehnt – gut ist was dem Schutz des Rudels dient, der Rest ist eigentlich egal. Wenn es geht werden Unschuldige geschont, wenn nicht, dann eben nicht. Aber es gibt natürlich auch feste Regeln, an die man sich hält, soweit es geht.

Väter und Söhne

Natürlich gibt es Beziehungen zwischen „Normalbürgern“ und Werwölfen und natürlich entsteht da dann auch schon mal Nachwuchs. Da das Werwolf-Gen sich nur in männlicher Linie vererbt, nehmen die Väter ihre Söhne früher oder später mit, um sie vom Rudel erziehen zu lassen. Ich hätte gern erfahren, was die Mütter der jeweiligen Kinder dazu sagen, das die Väter ihre Söhne sang und klanglos mitnehmen und was mit den Töchtern ist. Aber vielleicht erfahre ich das ja noch in den nächsten Bänden.

Angenehm sarkastisch

Kelley Armstongs Schreibstil hat mir schon in Darkest Powers gut gefallen und auch hier fand ich ihn sehr angenehm. Der immer mal wieder sarkastische oder ironische Unterton passt zu wunderbar zur Story und lässt sich leicht und flüssig lesen. Ein sehr empfehlenswerter Roman für Fantasy-Fans der das Thema Werwölfe mal ein bisschen erwachsener behandelt.

Mein Fazit:

Ein etwas anderer Werwolf-Roman, der mal aus einer etwas anderen Perspektive die Welt der Werwölfe betrachtet. Die Nacht der Wölfin bietet angenehme Unterhaltung, ein bisschen abseits der üblichen Wege. Mir hat es gut gefallen und ich werde sicher noch mehr Bände aus der Reihe lesen. Mal sehen wie die Reihe sich entwickelt, wenn Hexen und Dämonen ins Spiel kommen :-)

Buchinfos

  • Titel: Die Nacht der Wölfin
  • Autor: Kelley Armstrong
  • Übersetzer/in: Christine Gaspard
  • Verlag: Droemer Knaur
  • Genre: Fantasy
  • Erscheinungsjahr: 2003
  • ISBN: 978-3-426-55532-3
  • Format: Ebook, 480 Seiten
  • Preis: 8,99 €
  • Bestellung: Droemer Knaur

Reiheninfo

 

Hallo! Mein Name ist Tina und ich blogge hier...hauptsächlich über Bücher und allem was dazu gehört. Ich würde mich freuen, wenn du mir einen Kommentar hinterlässt oder meinen Beitrag teilst.

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