Faceless

[Rezension] Faceless – Der Tod hat kein Gesicht

Ich mag Thriller, gerne auch die von der dickeren Sorte, deshalb hat es mich sehr gefreut, von Page&Turner „Faceless – Der Tod hat kein Gesicht“ als Rezensionsexemplar zu erhalten.

Mit 795 Seiten ist es wahrlich kein Leichtgewicht und ich habe schon ziemlich lange gebraucht, um es durchzulesen.

Ob sich das durchhalten gelohnt hat? Das könnt ihr hier nachlesen.

Faceless – Der Tod hat kein Gesicht

Terry Hayes

In einem billigen Hotel in New York wird die Leiche einer Frau gefunden. Sie liegt mit dem Gesicht nach unten in einem Säurebad, man hat ihr die Zähne entfernt und , genau wie das Gesicht, auch die Fingerabdrücke wurden durch die Säure zerstört. Im ganzen Zimmer gibt es keine Spuren oder Hinweise – weder auf die Identität des Opfers, noch auf die des Täters.

Scott Murdoch, ein ehemaliger amerikanischer Geheimagent, ist sich sicher, dass hier ein Profi am Werk war. Doch ohne die geringste Spur wird man kaum herausfinden, wer dieser Profi war.

Mein Eindruck:

Agententhriller der Extraklasse

Agenten, Spionage, Politik

Was wie ein ganz normaler Krimi oder Thriller beginnt, entwickelt sich recht schnell zu einem Agenten – oder Spionagethriller. Oder besser zu einem Polit-Thriller? Um Scott Murdochs Idee des Täters zu verstehen, muss man als Leser die Vorgeschichte von Murdoch und seinem Verdächtigen kennen und diese nehmen einen Großteil des Buches ein.

Einblicke ins Leben

Also tauchen wir tief, sehr tief, in das Leben der beiden ein. Hayes erzählt, wie Murdoch (der natürlich nicht wirklich Scott Murdoch heißt) zum Geheimdienst kam, wie er dort ausgebildet wurde und was er dort gemacht hat. Ebenso erfahren wir, wie der Verdächtige, allgemein „Der Sarazene“ genannt, zu dem wurde, was er ist. Ein fanatischer Gotteskrieger mit einer Mission.

(Vor)urteilsfrei

Grundsätzlich mag ich Agenten – und Politthriller – aber „Faceless – Der Tod hat kein Gesicht“ ist auf jeden Fall etwas Besonderes. Zum einen verurteilt er keine der handelnden Personen, sondern versucht relativ neutral zu erklären, wie sie wurden, was sie sind. Zum anderen schildert er schonungslos, beinahe im Stil einer Dokumentation, welche Gräueltaten sowohl Murdoch als auch der Sarazene auf ihrem Weg begangen haben.

Grandioser Schreibstil

Dank seines wirklich grandiosen Schreibstils schafft es Terry Hayes, dass ich mich auf keiner von den immerhin 795 Seiten gelangweilt habe. Er erzählt eher leise, aber trotzdem sehr fesselnd, die Lebensgeschichten der Protagonisten. Die Zeitwechsel, die bei dieser Art der Geschichte unvermeidbar sind und mich in anderen Büchern gerne mal stören, fand ich hier wichtig, richtig und gar nicht störend.

Ich-Perspektive

Ein bisschen schwieriger fand ich die Ich-Perspektive in der das Buch geschrieben ist – sie lässt Scott Murdoch hin und wieder als Supermann 2.0 erscheinen. Aber sie lässt weder Murdoch noch den Sarazenen als unfehlbare Roboter erscheinen, die niemals hinterfragen, was sie da tun. Wohltuend fand ich vor allem, dass der übliche, amerikanische Pathos fehlte, der sonst oft in solchen Geschichten zu finden ist.

Übrigens…

In einem Interview, das man hier nachlesen kann, lässt Terry Hayes verlauten, dass die Geschichte Teil einer Trilogie sein soll – darauf warte ich jetzt ganz gespannt.

Mein Fazit:

Wer keine Angst vor dicken Wälzern hat und sich ein bisschen für Politik und vor allem für die eher dunklen Seiten der Politik interessiert, dem kann ich „Faceless – Der Tod hat kein Gesicht“ wärmstens empfehlen.

Buchinfos

  • Titel: Faceless – Der Tod hat kein Gesicht
  • Autor: Terry Hayes
  • Übersetzer/in: Michael Benthack
  • Verlag: Page&Turner
  • Genre: Thriller/Spionage
  • Erscheinungsjahr: 2014
  • ISBN: 978-3-442-20433-5
  • Format: gebunden, 795 Seiten
  • Preis: 14,99 €
  • Bestellung: Page&Turner

Hallo! Mein Name ist Tina und ich blogge hier…hauptsächlich über Bücher und allem was dazu gehört. Ich würde mich freuen, wenn du mir einen Kommentar hinterlässt oder meinen Beitrag teilst.

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