Frau Holle ist tot

[Rezension] Frau Holle ist tot

Frau Holle ist tot handelt im Rheingau und bietet entsprechend viel lokalen Charme. Im Großen und Ganzen bin ich nicht unbedingt ein Fan von sogenannten Regionalkrimis, aber es gibt auch immer mal wieder erfreuliche Außnahmen, und Roland Stark hat für mich so eine Außnahme geschaffen, weil er es mit dem Lokalcharme nicht so übertrieben hat, sondern mehr wert auf einen spannenden Plot gelegt hat.

Frau Holle ist tot

Roland Stark

In einer ziemlich makaberen Szenerie findet Hauptkommissar Robert Mayfeld die Leiche der Psychotherapeutin  Sylvia Holler vor. Eingerahmt von diversen Figuren wie Kaspar, Gretel, Rotkäppchen und dem Wolf sitzt sie in einem roten Plüschsessel. Zu ihren Füßen finden sich jede Menge Spielzeugtiere wie Esel, Hund, Katze und Tiger als lauschten sie einem unhörbaren Märchen. Weniger mysteriös ist allerdings die Tatsache, dass ihr Computer verschwunden ist und mit ihm die Aufzeichnungen ihrer Sitzungen.

Die Befragung der Nachbarn und Freunde ergibt zunächst erst einmal keine konkreten Hinweise auf einen Täter oder das Motiv. Vielleicht war es tatsächlich einer ihrer Patienten der durchgedreht ist?

Seit Stunden saß er im Baumhaus, das Frau Holle für ihn hatte bauen lassen, damals, als er sie noch häufiger besuchte. Er wartete darauf, dass etwas passierte, dass sie endlich kamen. Frau Holle ist tot, S.11

Mein Eindruck:

Die Geschichte von „Frau Holle“ ist in zwei Handlungsstränge geteilt. Da gibt es einmal den Teil in dem Hauptkommissar Mayfeld mit seinem Team ermittelt und zum zweiten den Teil der sich mit Basti, dem Neffen und Patienten von Frau Dr. Holler, beschäftigt.

Wie im Märchen

Hauptkommissar und Hobbywinzer Robert Mayfeld macht am Anfang der Geschichte relativ wenig Fortschritte bei seinen Ermittlungen. Die laufenden Querelen auf seiner Dienststelle erleichtern seinen Arbeitstag nicht gerade und er tut mir schon ein bisschen leid.  Die Ermittlungen gestalten sich allerdings auch für mich als Leser ein bisschen zäh und ich bin immer ganz froh, wenn Basti wieder auf der Bildfläche erscheint :-) Basti ist Autist und er sieht die Dinge und Menschen um sich herum ganz anders als seine Mitmenschen. Alles was um ihn herum passiert, versucht er mithilfe von Märchen einzuordnen – was ihm erstaunlicherweise auch ziemlich gut gelingt. Was niemand weiß ist, das er Zeuge des Mordes an Frau Holle, also Frau Dr. Holler, war und ich bin mir nie ganz sicher geworden, ob er es selber weiß und er beherbergt ein Mädchen, in seiner Vorstellung die Königstochter, das von zu Hause ausgerissen ist.

Gut und Böse

Mit viel Einfühlungsvermögen schildert Roland Stark dieses recht unterschiedliche Gespann. Ohne allzu viel Klischees vermittelt er ein ziemlich sympathisches Bild von Basti, der ein ganz klares Bild von Gut und Böse hat. Natürlich ist es nicht immer in Ordnung was er tut, aber als Leser habe ich zumindest ein gewisses Verständnis für die eine oder andere Reaktion. Weniger sympathisch, oder besser ziemlich neutral, ist mein Eindruck von Hauptkommissar Mayfeld. Sicher, er hat den einen oder anderen Stress mit seinem Vorgesetzen (ein ziemlicher Idiot) aber besonders ergiebig sind seine Ermittlungen wirklich nicht. Eigentlich wissen alle um ihn herum mehr, als er und das ist ja nicht sehr schmeichelhaft für einen Polizisten. Ein bisschen mehr Kontur hätte ich ihm jedenfalls gegönnt :-)

Schnelles Ende

Die Auflösung des Kriminalfalles kommt am Ende ziemlich aprupt und ohne große Vorwarnungen – auch dafür hätte ich mir eigentlich ein bisschen mehr Zeit und etwas mehr Logik gewünscht. Trotzdem fand ich die Geschichte in ihrer Gesamtheit sehr gelungen und außerordentlich spannend geschrieben. Am Ende des Buches gibt es, für Nicht-Wisser wie mich, noch einige kleine Geschichtchen aus dem Rheingau und ein paar sehr leckere Rezepte aus der Küche von Frau Mayfelds Restaurant. Vielleicht kann ich ja das eine oder andere mal nachkochen.

Mein Fazit:

Ein sehr spannendes Buch, mitreissend geschrieben mit einem leider für mich etwas schwachen Hauptkommissar. Trotzdem wird das für mich bestimmt nicht das letzte Buch von Roland Stark sein :-)

Buchinfos  

  • Titel: Frau Holle ist tot
  • Autor: Roland Stark
  • Verlag und Buchbestellung: Emons Verlag
  • Genre: Krimi
  • Erscheinungsjahr: 2012
  • ISBN-Nummer: 978-3-95451-015-3
  • Form: broschiert,  336 Seiten
  • Preis: 10,90 €

Hallo! Mein Name ist Tina und ich blogge hier…hauptsächlich über Bücher und allem was dazu gehört. Ich würde mich freuen, wenn du mir einen Kommentar hinterlässt oder meinen Beitrag teilst.

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