Chris Carter – Detailverliebte Grausamkeiten

Chris Carter – Detailverliebte Grausamkeiten

Carter wurde als Sohn italienischer Einwanderer in Brasilien geboren und ging nach seinem Schulabschluss in die USA. Nach seinem Studium der forensischen Psychologie in Michigan (Vereinigten Staaten) arbeitete er sechs Jahre als Kriminalpsychologe bei der Staatsanwaltschaft. Nach seinem Umzug nach Los Angeles machte er als Gitarrist Karriere und war unter anderem mit Ricky Martin, Shania Twain, Björk und Tom Jones auf Tour. Aktuell wohnt Carter in London, wo er als Vollzeitautor arbeitet. Seine Bücher schreibt er auf Englisch. (Quelle: Wikipedia)

Brutal und blutig

Der Kruzifix-KillerChris Carters Thriller sind meist grausam und meist  brutal – aber nicht wesentlich brutaler als anderes was ich schon gelesen habe :-) Ich glaube sie wirken oft brutaler, als sie eigentlich sind, denn er  beschreibt ganz gerne bis ins letzte Detail, was passiert ist und wie ein Tatort aussieht – und das ist oft eben recht blutig. Wenn ich es für mich als notwendig für die Handlung erachte, bin ich da nicht so empfindlich, das gilt aber eben nur für mich. Andere mögen das anders sehen. Ebenso detailliert beschreibt er aber auch die Ermittlungsarbeiten – beinahe als Ausgleich zu den grausigen Taten und zum Atem holen für den Leser

Das Team

Hauptermittler und somit auch die Hauptfigur seiner Reihe ist Robert Hunter. Er ist schon ein bisschen wie James Bond – er kann alles, weiß alles und durchschaut beinahe alles und jeden. Trotzdem ist er sehr sympathisch geschildert und auf dem Boden geblieben. Natürlich ermittelt Hunter nicht alleine, sondern es gibt ein festes Team um ihn. In erster Linie besteht das ermittelnde Team  aus Hunter, seinem Partner Carlos Garcia und Captain Blake, der Chefin der Abteilung. Dazu kommen dann wechselnde Personen, mal eine Journalistin, mal eine technische Analystin oder ein begabte junger Cop und natürlich ein gewissenhafter Pathologe.

Psychologische Hintergründe

Der VollstreckerAber es geht natürlich nicht nur um Blut und Gemetzel, sondern auch um die psychologischen Hintergründe der jeweiligen Taten und die sind ebenfalls bis ins Detail ausgeklügelt. Meist finde ich das noch  viel gruseliger als die eigentlichen Taten und sie bescheren mir oft mehr Gänsehaut als ein noch so blutiger Tatort. Ich schätze, hier kommt sehr viel Wissen aus Chris Carters Studium und der Erfahrung aus seiner Arbeit als Kriminalpsychologe zum Tragen. Wie viel Chris Carter in Robert Hunter steckt wird wohl sein Geheimnis bleiben :-)

Robert Hunter

Alle bisher erschienen Bücher der Reihe um den Ermittler Robert Hunter kann man getrost auch als Einzelbände lesen. Wirklich wichtige Dinge aus der Vergangenheit Hunters werden in jedem Band erwähnt und ich muss zugeben – so eine wirkliche charakterliche Weiterentwicklung des Protagonisten sehe  ich bisher nicht :-) Das stört mich jetzt auch nicht besonders, denn in dieser Reihe geht es mir mehr um die einzelnen Fälle, als um Robert Hunter. Zu viele private Verwicklungen der Ermittler  stören mich meist mehr,  statt mich zu fesseln.

Hunter & Garcia – Reihe