Blutige Stille

[Rezension] Blutige Stille

Blutige Stille steht, brav neben den anderen Teilen der Reihe, schon ziemlich lange in meinem Regal. Dank der Motto Challenge 2016 habe ich es endlich mal zur Hand genommen.

Blutige Stille

Linda Castillo

Knapp ein Jahr ist es her, dass Kate Burkholder sich mit einem Serienmörder auseinandersetzen musste. Die Blessuren die dabei davongetragen hatte, sind noch nicht alle verheilt, da wird sie zu einem neuen Fall gerufen. Einer ihrer Officers findet auf einer der Amisch-Farmen in der Nähe von Painters Mill eine komplette Familie ermordet vor. Vater, Mutter, die Söhne und das Baby wurden erschossen – die beiden Töchter gefoltert, getötet und in der Scheune aufgehangen.

Mein Eindruck:

Er sah in die starren Augen und auf die riesige Blutlache und wusste, dass er den Anblick so schnell nicht vergessen würde. Blutige Stille, S. 16

Friedliebende Menschen

Die Amisch sind eine friedliebende Religionsgemeinschaft mit vielen strengen Regeln. Die Protagonistin des Buches, Kate Burkholder, stammt selber aus einer Amisch-Familie und kann sich deshalb besonders gut in sie hineinversetzen. Als Polizistin muss sie in alle Richtungen ermitteln, auch wenn sie sich persönlich nicht vorstellen kann, dass jemand aus der Gemeinde diese Tat begangen hat. Mit ihrem Wissen um die Sitten und Gebräuche der Amisch fällt es ihr ein bisschen leichter in dieser Umgebung zu ermitteln. Was aber nicht bedeutet, dass die Menschen aus dem Umfeld der Toten ihr gegenüber besonders auskunftsfreudig sind :-)

Schwierige Beziehung

Da die Vorschriften es so verlangen, wendet Kate sich an das BCI, eine übergeordnete Behörde, die auch prompt zur Stelle ist. Burkholders Kollege und Teilzeit-Liebhaber Tomasetti, der beim BCI arbeitet, eilt dann auch zu ihrer Hilfe herbei. Für mich hätte es diese lose und etwas überflüssige Liebesgeschichte nicht gebraucht. Sie wirkt einfach nicht echt und scheint dadurch irgendwie deplatziert und „reingefrickelt“.

Polizeiarbeit

Wie schon in Die Zahlen der Toten  legt Linda Castillo auch in diesem Buch viel Wert auf die Polizeiarbeit, was nach dem schockierendem Einstieg eine angenehme Ruhe ins Buch bringt. Trotzdem bleibt die Geschichte aber spannend, es gibt etliche Verdächtige und jede Menge Geheimnisse im Leben der ermordeten Familie. Kate Burkholder eigene Vergangenheit lässt sie viele der Probleme, mit denen die pubertierenden Töchter gekämpft haben, verstehen. Die routinierte, gründliche Ermittlungsarbeit führt dann letztlich auch zum Täter – wobei hier auch der Zufall eine große Rolle spielt.

Spannung mit kleinen Macken

Linda Castillos Blutiges Schweigen ist flüssig und gut lesbar geschrieben, sehr spannend und bietet viele interessante Einblicke in das Leben der Amisch-Gemeinde. Weniger spannend finde ich das ständige herumreiten auf den ungelösten, psychischen Problemen der beiden Protagonisten – allerdings kann man das als Leser auch ganz gut übergehen, da der größte Teil der Story wirklich spannend und gut geschrieben ist.

Mein Fazit:

Ein weiterer spannender Krimi oder Thriller, das ist sicher Ansichtssache, aus der Welt der Amisch-People. Ich werde auf jeden Fall auch noch weitere Teile aus dieser Reihe lesen.

Buchinfos

  • Titel: Blutige Stille
  • Autor: Linda Castillo
  • Originaltitel: Pray fort he silence
  • Übersetzer/in: Helga Augustin
  • Verlag: Fischer Verlage
  • Genre: Krimi/Thriller
  • Erscheinungsjahr: 2011
  • ISBN: 978-3596184514
  • Format: Taschenbuch, 400 Seiten
  • Preis: 8,95 €
  • Bestellung beim Verlag: Fischer Verlage
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    Reiheninfos

    1. Die Zahlen der Toten
    2. Blutige Stille
    3. Wenn die Nacht verstummt
    4. Tödliche Wut
    5. Teuflisches Spiel
    6. Mörderische Angst
    7. Grausame Nacht

  • Über Tina

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