Das Netzwerk

[Rezension] Das Netzwerk

Ich mag hin und wieder Bücher, in denen es um Politik, Spionage und ähnliches geht. Deshalb habe ich gerne zugesagt, als der Westend Verlag  mir Das Netzwerk zur Rezension angeboten hat. Dafür nochmal herzlichen Dank.

Das Netzwerk

Markus Kompa

Ellen Strachwitz ist die erste Präsidentin des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Sie ist cool, effizient und meistert jede schwierige Situation mit Gelassenheit. Als die Bundestagswahlen näher rücken, stellt sie fest, dass etliche ihrer Kollegen ein falsches Spiel treiben. Dazu kommen Lobbyverbände, die  nach Kräften bemüht sind die öffentliche Meinung zu beeinflussen – dafür spannen die auch gezielt die Presse ein. Dazu kommt eine Hackergruppe namens DEANON, ein ehemaliger Elitesoldat mit einem ganz speziellen Sonderauftrag und der skrupellose Schattenmann Albrecht, die machen zusätzlich das Leben schwer machen. Aber auch Ellen hat ihre ganz eigenen Pläne…

Mein Eindruck:

Der MAD galt vielen als der unheimlichste der drei Dienste, vor allem deshalb, weil in der Öffentlichkeit so gut wie nichts über ihn bekannt war. Das Netzwerk, S. 7

Gar nicht so einfach

Auf den ersten Seiten fühlte ich mich ein wenig erschlagen. Zum einen schwirrte mir der Kopf, vor lauter Abkürzungen wie MAD,BSI, BfV, BKA, BND – um nur einige davon zu nennen.  Gar nicht so einfach, da den Überblick zu behalten und das Buch nicht genervt wieder zuzuklappen. Aber durchhalten lohnt sich – mit der Zeit gewöhnt man sich an die zig Buchstabenkombinationen.

Einfacher wird es nicht

Aber auch wenn man sich daran gewöhnt hat und weiß, was all die 3-Buchstaben-Namen bedeuten wird es nicht einfacher – aber deutlich spannender. Ich habe mich immer wieder dabei ertappt, dass ich darüber nachdachte, dass das Gelesene doch nicht wirklich wahr sein kann. Alles Fiktion, oder doch nicht? Mein Vertrauen in Politiker war noch nie so wirklich groß, aber seit diesem Buch ist es noch ein bisschen geschrumpft.

Viele bekannte Namen

Dadurch, dass sehr viele aktuell bekannte Namen wie z.B. Edward Snowden immer wieder auftauchen, fällt es wirklich schwer, zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden. Dazu kommt, dass Das Netzwerk in einem sehr eigenwilligen Stil geschrieben wurde. Es liest sich oft mehr wie ein Sachbuch, statt wie ein Thriller und trägt damit dazu bei, das man beim Lesen gern vergisst, das es sich um einen solchen handelt.

Chatprotokolle

Was mich beim Lesen oft gestört hat, waren die Chatprotokolle, die immer wieder auftauchten. Die Namen waren durchaus lustig und zweideutig wie z.B. Chlorhühnchen, Seniorensauna oder Häkelhirsch – aber trotzdem haben diese Protokolle irgendwie meinen Lesefluss gestört, was sicher auch daran liegen kann, das ich persönlich chatten nicht ausstehen kann.  Nachdem ich Das Netzwerk gelesen habe, habe ich aber gelernt, dass das kein Fehler ist, man weiß ja nie, wer mitliest oder am anderen Ende sitzt.

Viel gelernt

Bei all den Verwicklungen und durchaus dramatischen Ereignissen habe ich ohnehin viel dazugelernt – über Politik, Geheimdienste, IT-Sicherheit und Terrorismus. Wenn man sich generell für diese Themen interessiert ist  Markus Kompas  Buch nicht nur spannend und unterhaltsam, sondern auch ausgesprochen lehrreich.  Man kann es allerdings nicht so nebenher lesen, denn  um den Faden nicht zu verlieren, muss man sich schon auf das Gelesene konzentrieren, aber die Mühe  lohnt sich.

Mein Fazit:

Für politkinteressierte Leser auf jeden Fall ein wirklich spannendes Buch, mit überraschenden Erkenntnissen. Allerdings entspricht es nicht unbedingt dem, was man üblicherweise als Thriller-Leser so im Regal hat :-) Trotzdem zählt es für mich zu den bisherigen Lesehighlights in diesem Jahr.

Buchinfos

  • Titel: Das Netzwerk
  • Autor: Markus Kompa
  • Verlag: Westend Verlag
  • Genre: Thriller/Politik
  • Erscheinungsjahr: 2016
  • ISBN: 978-3-86489-121-2
  • Form: TB,  224  Seiten
  • Preis: 14,99 €
  • Bestellung: Westend Verlag

Über Tina

Hallo! Mein Name ist Tina und ich blogge hier...hauptsächlich über Bücher und allem was dazu gehört. Ich würde mich freuen, wenn du mir einen Kommentar hinterlässt oder meinen Beitrag teilst.

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