Das Opfer Null

[Rezension] Das Opfer Null

Das Opfer Null ist der erste Roman von Federico Inverni –sagt man jedenfalls, denn Federico Inverni ist das Pseudonym eines (jedenfalls angeblich und bislang) unbekannten italienischen Autors.

Das Opfer Null

Federico Inverni

Lucas erhält von seinem Kollegen Martin einen dringenden Anruf. Es gab eine Geiselnahme und der Geiselnehmer hat ausdrücklich verlangt, mit Lucas zu reden  und zwar nur nur mit ihm. Lucas hat keine Ahnung, wer hinter dieser Geiselnahme steckt, aber er nimmt die Verhandlungen auf – bis etwas gründlich schief läuft.

Zeitgleich  wird Anna von der Gerichtsmedizinerin Sasha an einen anderen Tatort mit einer Frauenleiche gerufen. Anna fordert die Hilfe von Lucas an, denn niemand kann Tatorte so gut lesen wie er und sie fürchtet, der Serienkiller den sie verfolgt, könnte immer weiter töten. Gemeinsam entwickeln sie ein Täterprofil, kommen dem Täter immer näher – bis die Mordserie plötzlich stoppt.

Er wusste, dass er noch duschen musste. Er wusste, dass er noch zu Abend essen musste. Er wusste, dass er noch etwas Sport machen musste – das in der Erinnerung abgespeicherte Programm sah für jenen Abend Dehn–und Bauchmuskelübungen vor -, bevor er schlafen ging. Das Opfer Null, S. 8

Mein Eindruck:

Ohne Vorwarnung

Federico Inverni wirft seine Leser quasi mitten ins Geschehen. Normalerweise mag ich das ganz gerne, hier hat es mich allerdings zuerst etwas verwirrt. Die Sichtweisen von Luca und Anna werden abwechselnd erzählt, wobei die von Lucas  in der dritten Person geschildert wird, die von Anna aber aus der Ich-Perspektive. Dazu kommt, dass die Perspektiven sehr schnell und scheinbar zusammenhanglos abwechseln – es brauchte eine Weile, bis ich mich daran gewöhnt hatte.

Schwierige Charaktere

Mit Anna und Lucas hat der Autor allerdings auch zwei sehr schwierige, aber eben auch wirklich interessante Charaktere entworfen. Beide haben sehr schwer an ihren eigenen Erlebnissen zu knabbern. Während Anna versucht, das mit ihrer Arbeit als Psychiaterin zu  kompensieren, scheint Lucas einfach nur noch zu funktionieren. Das sieht er durchaus auch selber so, aber er hat offenbar kein Interesse daran, dass irgendwie zu ändern. Das Buch vermittelt tiefe Einblicke in das Gefühlsleben von Trauma-Opfern – ob diese allerdings realistisch sind, kann ich nicht beurteilen. Manchmal fand ich es ein bisschen überzogen, aber wie gesagt, mir  fehlen da jegliche Erfahrung oder tiefer gehende Kenntnisse.

Düster und beklemmend

Das alles schafft von vorneherein eine düstere, beklemmende und kalte  Atmosphäre, der man sich gar nicht entziehen kann. Trotz der momentanen Außentemperatur von 37° Grad, hat es mich manchmal wirklich gefröstelt :-) Häppchenweise erfahre ich als Leser die Vorgeschichten der beiden, unterbrochen von sehr actionreichen Szenen, die mich immer wieder rausgerissen haben. Was es übrigens mit dem titelgebenden  Opfer Null auf sich hat, erfährt man dann auch irgendwann, ziemlich in der Mitte des Buches.

Mein Fazit:

Das Opfer Null ist ein sehr spezielles  Buch, für das man sich ein bisschen Zeit nehmen muss. Aber es entwickelt nach und nach einen gewissen Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Auf jeden Fall ist es sehr spannend zu lesen und  man kann es irgendwann nicht mehr aus der Hand legen.

Buchinfos

  • Titel: Das Opfer Null
  • Originaltitel: Il Prigioniero Della Notte
  • Autor: Federico Inverni
  • Übersetzer/in: Sigrun Zühlke
  • Verlag: Penguin
  • Genre: Thriller
  • Erscheinungsjahr: 2017
  • ISBN: 978-3-328-10091-1
  • Form: TB,  448  Seiten
  • Preis: 10,00 €
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Hallo! Mein Name ist Tina und ich blogge hier…hauptsächlich über Bücher und allem was dazu gehört. Ich würde mich freuen, wenn du mir einen Kommentar hinterlässt oder meinen Beitrag teilst.

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