Der stille Sammler

[Rezension] Der stille Sammler

In Der Stille Sammler dreht sich beinahe alles um eine pensionierte FBI-Agentin im zarten Alter von 59 Jahren. Das ist definitiv mal ein neuer Ansatz, deshalb konnte ich dem Buch nicht widerstehen :-)

Der stille Sammler

Becky Masterman

Brigid Quinn ist eine pensionierte FBI-Agentin, die einen Großteil ihrer vielen Zeit mit dem Sammeln von Steinen in der Wüste Arizonas verbringt. Dort lebt sie auch mit ihrem Mann, einem ehemaligen Priester. Doch plötzlich ändert sich alles, denn eine junge Kollegin, Laura Coleman,  bittet sie zu einem Leichenfundort. Der einzige Fall, den Brigid nie gelöst hat, war der um den Route-66-Killer – statt dessen verlor sie bei diesem Fall  ihre Kollegin, deren Leiche nie gefunden wurde. Nun steht Brigid vor den mumifizierten Überesten der Kollegin und Floyd Lynch, der das FBI hierher geführt hat, ist geständig und alles scheint in bester Ordnung zu sein. Aber weder Brigid noch Laura glauben dieser einfachen Lösung und dann versschwindet auch noch Laura Coleman…

Manchmal habe ich bedauert, so viele Frauen gewesen zu sein.

Es waren sehr viele. Tochter, Schwester, starke Frau, schwache Frau, sitzen gelassene Geliebte, coole Heldin, Killerin, weiblicher Cop und Huren unterschiedlichster Art. Jede dieser Rollen habe ich mit Authentizität zu spielen versucht. Der stille Sammler, S. 25

Mein Eindruck:

Die Protagonistin

Bridget Quinn ist auf keinen Fall ein einfacher Charakter. Neben der einen oder anderen körperlichen Unpässlichkeit auf Grund ihres Alters,  ist sie einfach sperrig und halsstarrig. Sie hat ihre Prinzipien, die meist allerdings weniger mit Recht und Gesetz zu tun haben und durch das Verschwinden von Laura Coleman erwacht erneut ihr Jagdtrieb. Da niemand sonst einen Handlungsbedarf sieht, macht sie sich selbst auf die Suche und bringt sich dabei ordentlich in Schwierigkeiten.

Erfahrung vs. Dickkopf

Ihre Berufserfahrung gleicht ihre anderen Unzulänglichkeiten aus, allerdings tappt sie so manches Mal  in Schwierigkeiten, die sie durch ihre Erfahrung eigentlich hätte umschiffen können. Aber da steht ihr wohl ihr Dickkopf im Weg und so schlittert sie oft von einem Schlamassel in den nächsten. Das ist durchaus spannend, manchmal auch sehr unterhaltsam, aber stellenweise ist ihre Blauäugigkeit auch etwas überzogen.

Große Klappe – viel dahinter

Ihre toughe Art und ihre freche Klappe haben mir aber viel Spaß gemacht. Sie ist nie um eine Antwort verlegen und kennt jede Menge freche Sprüche. Trotzdem ist vieles an ihr nur Fassade, denn sie versucht so gut wie es geht zu verbergen, wie es in ihrem Innersten aussieht. Vor allem vor ihrem Mann versucht sie ihr wahres Ich zu verbergen, den ihn will sie auf keinen Fall verlieren.

Ruhig, aber spannend

Bis auf wenige Szenen ist Der stille Sammler ein eher ruhig geschriebenes Buch. Durch die Ich-Perspektive weiß ich als Leser immer genau so viel wie Bridget Quinn, aber ich weiß eben auch, wie es tief in ihrem Innersten aussieht. Aber trotz dieser „Innenansichten“  ist  Der stille Sammler mit viel schwarzem Humor geschrieben und so gar nicht kitschig und  auch das recht sperrige Wesen von Bridget wurde mir zunehmend sympathischer.

Mein Fazit:

Ein etwas anderer Thriller als üblich, aber trotzdem fand ich ihn sehr überzeugend. Ich bin gespannt, wie es mit Bridget weitergeht.

Buchinfos

  • Titel: Der stille Sammler
  • Originaltitel: Rage Against the Dying
  • Autor: Becky Masterman
  • Übersetzer/in: Axel Merz
  • Verlag:  Bastei Lübbe
  • Genre: Thriller
  • Erscheinungsjahr: 2015
  • ISBN: 978-3-404-17181-1
  • Form: TB,  397  Seiten
  • Preis: 9,99 €
  • Beim Verlag bestellen
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Reiheninfo

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Bis du tot bist

Hallo! Mein Name ist Tina und ich blogge hier...hauptsächlich über Bücher und allem was dazu gehört. Ich würde mich freuen, wenn du mir einen Kommentar hinterlässt oder meinen Beitrag teilst.

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2 Kommentare zu “[Rezension] Der stille Sammler

  1. Liebe Tina,

    der stille Sammler ist sicher auch etwas für mich. Ich mag es ja, wenn es mal zwischendurch etwas ruhiger zugeht, solange die Spannung nicht abreißt. Auch von der innere Sicht einer Figur, mag ich immer gern lesen.

    Liebe Grüße

    Nisnis

    1. Guten Morgen,
      manchmal mag ich es auch ein bisschen ruhiger und vor allem mochte ich die etwas ältere Protagonistin – mal keine traumschöne, blutjunge Heldin ist doch auch mal was :-)

      LG
      Tina

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