Die purpurnen Flüsse

[Rezension] Die purpurnen Flüsse

Die purpurnen Flüsse von Jean-Christophe Grangé sind der beste Beweis dafür, dass gute Bücher niemals alt werden :-) Es ist 1998 erstmals auf Deutsch erschienen, wobei wahrscheinlich mehr Leute die Verfilmung  aus dem Jahr 2000 mit Jean Reno in der Hauptrolle kennen.

Die purpurnen Flüsse

Jean-Christophe Grangé

Kommissar Pierre Niémans ist wegen seiner Brutalität im Dienst aufs Abstellgleis geschoben worden. Um ihn vollends aus der Schusslinie zu bekommen schickt sein Vorgesetzter ihn nach Guernon, einer Universitätsstadt in der Nähe von Grenoble. Dort hat man die grausam zugerichtete Leiche des Bibliothekars Rémy Callois gefunden.

Etwa  zur gleichen Zeit wird der Polizeileutnant Karim Abdouf, der in dem Provinznest Sarzac ein wenig spannendes Leben führt, zu einem Einbruch in einer Schule beordert, aber nichts scheint gestohlen worden zu sein. Ein ähnlich mysteriöser Einbruch in eine  Familiengruft auf dem Friedhof von Sarzac lässt Abdouf dann misstrauisch werden, denn der dort beerdigte Junge hatte seinerzeit ebendiese Schule besucht.

Beide Fälle hängen auf unheilvolle Art und Weise zusammen, aber das stellt sich erst eine ganze Zeit später heraus.

Der Mann war nackt, nur bis zu den Schultern abgedeckt, und lag seitlich auf dem blanken Metalltisch, in gekrümmter Haltung, als fürchte er sich vor einem Blitzschlag. Die purpurnen Flüsse

Mein Eindruck:

Standard-Ermittler sind beide Protagonisten jedenfalls nicht…

Außergewöhnliche Ermittler

Sowohl Kommissar Niémans, als auch Abdouf entsprechen so gar keiner Norm. Sie sind beide eher Außenseiter und verbeißen sich sehr in ihre Fälle. Aber eigentlich nicht, weil sie irgendjemandem zu Gerechtigkeit verhelfen wollen, sondern mehr um der Sache willen. Es scheint sie einfach persönlich zu ärgern, wenn sie nicht wissen, wer oder was hinter einer Sache steckt. So wie in diesen beiden Fällen ziehen sie dann gnadenlos ihre Ermittlungen durch – ohne Rücksicht auf Verluste, Gefühle oder Dienstvorschriften, aber immer mit einer gehörigen Portion Intuition. Es fällt ziemlich schwer, die beiden brutal agierenden Polizisten sympathisch zu finden, trotzdem mochte ich grade Kommissar Niémans irgendwie  :-)

Ein außergewöhnlicher Fall

Aber grade diese beiden Fälle, die sich später als ein Fall entpuppen, sind so geheimnisvoll und so grausam, dass es Polzisten wie Niémans und Abdouf braucht, um sie zu lösen. Dafür müssen sie tief in die Vergangenheit eintauchen und stoßen dabei auf unvorstellbare Geheimnisse und medizinische Experimente, für deren Vertuschung  so mancher bereit ist zu töten. Aber jede Antwort die sie finden, wirft wieder neue Fragen auf, was nicht nur die Ermittler auf Trab hält. Die purpurnen Flüsse gehört zu den Büchern, die ich am liebsten gar nicht mehr weggelegt hätte, weil ich immer unbedingt wissen musste, wie es weiter geht.

Der Rand des Vorstellbaren

Wie schon im Flug der Störche von Jean-Christophe Grangé ist nicht immer alles wirklich realistisch. Prügelnde Polizisten, die erst schießen und dann fragen wird es auch in Frankreich kaum geben, aber die beiden passen einfach genauso  in diese Geschichte, die immer ein bisschen am Rand des Vorstellbaren kratzt und gelegentlich auch darüber hinaus geht. Ich hatte die Geschichte ja als Hörbuch, gelesen von Joachim Kerzel, der mich ganz wunderbar mit in alle Abgründe genommen hat :-)  Gelegentliche Beinahe-Herzinfarkte wegen der urplötzlich auftauchenden, zur Story passenden, Geräusche inklusive :-)

Mein Fazit:

Die purpurnen Flüsse ist eine intelligent ausgedachte Geschichte, die nicht an brutalen und grausamen Szenen spart. Für den, der so etwas verträgt, ist sie ein Muss – wer da eher empfindlich ist, sollte da vielleicht vorsichtig sein.

Hörbuchinfos

  • Titel: Die purpurnen Flüsse
  • Autor: Jean-Christophe Grangé
  • Originaltitel: Les rivières pourpres
  • Übersetzer: Barbara Schaden
  • Erzähler: Joachim Kerzel
  • Verlag: Bastei Lübbe Hörbücher
  • Genre: Thriller
  • Erscheinungsjahr: 2006
  • ISBN: 978-3-404-14403-7
  • Form: Hörbuch, 6 CDs, ca. 425 Minuten.
  • Preis: 10,99 €
  • Beim Verlag  bestellen
  • Bei   Amazon als Download

Weitere Bücher des Autors

  • Der Flug der Störche (1994)
  • Die purpurnen Flüsse (1998)
  • Der steinerne Kreis (2000)
  • Das Imperium der Wölfe (2003)
  • Das schwarze Blut (2004)
  • Das Herz der Hölle (2007)
  • Choral des Todes (2008)
  • Im Wald der stummen Schreie (2009)
  • Der Ursprung des Bösen (2011)
  • Die Wahrheit des Blutes (2012)
  • Purpurne Rache (2015)

Hallo! Mein Name ist Tina und ich blogge hier…hauptsächlich über Bücher und allem was dazu gehört. Ich würde mich freuen, wenn du mir einen Kommentar hinterlässt oder meinen Beitrag teilst.

Über Tina

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5 Kommentare zu “[Rezension] Die purpurnen Flüsse

  1. Die purpurnen Flüsse kenne ich tatsächlich nur als Film. Und bei diesem hat es mich auch schon gegruselt. Deine Rezension macht mir jedenfalls Lust, das alles auch mal zu lesen. Im Buch finden sich ja meistens noch Derails, die in Filmen vernachlässigt werden.

    1. Bei mir ist der Film auch schon ewig her – aber das Buch ist auf jeden Fall sehr gruselig und blutig :-) Ich glaube im Film ist man weniger auf den zweiten Ermittler Karim Abdouf eingegangen, der aber eigentlich genauso wichtig ist wie der andere.

  2. „Die purpurnen Flüsse“ zählt zu meinen absoluten Lieblingsfilmen und dadurch bin ich zum Fan von Jean-Christophe Grangé geworden – allerdings habe ich ausgerechnet das Buch bisher noch nicht gelesen :D

    Dies will ich aber schon seit langem endlich einmal nachholen und würde dabei auch gerne auf das Hörbuch zurückgreifen, allerdings gibt es dieses ja leider nur in gekürzter Fassung – muss ich dann wohl doch irgendwann zum Buch greifen :D

    1. Ich verstehe sowieso nicht, wieso es mal gekürzte und mal ungekürzte Hörbuch-Ausgaben gibt. Aber da ich in diesem Fall das Print nicht kenne, hat mir nichts gefehtl – allerdings eignet es sich als Untermalung bei der Hausarbeit nicht besonders. Wenn man mit dem Staubwedel in der Hand ständig untätig lauschend stehen bleibt, weil das Hörbuch grad so spannend ist, kommt man auch nicht wirklich weit :-)

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