Die Spur der Lügen

[Rezension] Die Spur der Lügen

Die Spur der Lügen versprach mir im Klappentext eine spannende Krimi-Handlung, eingebettet in ein Familiendrama – habe ich bekommen, was mir versprochen wurde?

Die Spur der Lügen

Ben McPherson

Der elfjährige Max Mercer versucht seine Katze wieder einzufangen, aber diese verschwindet im Nachbarhaus.  Vater Alex folgt seinem Sohn notgedrungen in Nachbarhaus und durch Wassser, dass durch die Decke tropft werden sie neugierig. Im Badezimmer im ersten Stock entdecken sie die Leiche des Nachbarn, der in seiner Badewanne liegt – zwischen seinen Beinen ein Bügeleisen, dass ihm offensichtlich einen tödlichen Stromschlag versetzt hat. Mord oder Selbstmord? Das werden hoffentlich die herbeigerufenen Polizisten heraus finden…

Max und ich schauten einander an. Außer einen gewissen geduldigen Erwartung konnte ich nichts im Gesichtsausdruck meines Sohnes lesen. Die Spur der Lügen, S. 18

Meine Meinung:

Ziemlich viel Drama, recht wenig Krimi.

Familiendrama

Grundsätzlich ist Die Spur der Lügen mehr ein Familiendrama als ein Krimi. Der tote Nachbar ist eigentlich nur der äußere Anlass für Alex Mercer all die alten Geschichten seiner Ehe  hervorzukramen und in einem neuen Licht zu betrachten. Ganz neu ist die Geschichte nicht und bietet auch nicht allzu viel neue Blickwinkel auf immer dasselbe Problem. Vor gar nicht allzu langer Zeit habe ich eine ähnliche Serie bei einem VoD-Anbieter  angefangen – aber nicht beendet.

Viele Zeitsprünge

Innerhalb der Geschichte gibt es immer wieder Zeitsprünge, meist in die Anfangszeit der Beziehung zwischen Alex und Millicent. Wie haben sie sich kennengelernt, was passierte wann, es gab Fehlgeburten, Jobwechsel aber bisher hatten sie sich immer wieder zusammengerauft. Aber nun stellt Alex fest, dass Millicent offenbar ein Verhältnis mit dem ermordeten Nachbarn hatte. Darauf stößt jedenfalls die polizeiliche Ermittlung und Alex zweifelt nun an so ziemlich allem, was sie ihm sagt. Nachvollziehbar und verständlich, aber nicht unbedingt buchfüllend – finde ich jedenfalls.

Sperrige Dialoge

Auch der Schreibstil ist nicht unbedingt mein Fall, was aber auch daran liegen kann, dass mir die Geschichte an sich schon recht nichtssagend und schon tausendmal gehört  erschien, dazu fand ich viele Dialoge eher unrealistisch.  Alles dreht sich um das Ehedrama und die richtige Erziehung des Sohnes. Der Mord ist eher eine lästige Nebensache, auch wenn es ganz zum Schluss noch eine recht überraschende Auflösung gibt. Ansonsten habe ich gelernt, dass Männer ganz offenbar bei  jeder passenden oder nicht passenden Gelegenheit eine Erektion haben – das gehört allerdings  zu den Dingen, die ich nicht wissen möchte.

Mein Fazit:

Die Spur der Lügen ist als Familiendrama vielleicht lesenswert, da das aber nicht mein Genre ist, kann ich das nicht beurteilen. Die sporadische Krimihandlung reißt es dann, trotz der überraschenden Auflösung, für mich auch nicht mehr raus.

Buchinfos

  • Titel: Die Spur der Lügen
  • Originaltitel: A Line of Blood
  • Autor: Ben McPherson
  • Übersetzer/in: Charlotte Breuer/Norbert Möllemann
  • Verlag: Goldmann
  • Genre: Roman/Drama/Krimi
  • Erscheinungsjahr: 2017
  • ISBN: 978-3-442-48613-7
  • Form: TB,  544  Seiten
  • Preis: 9,99 €
  • Beim Verlag bestellen
  • Bei Amazon bestellen

Hallo! Mein Name ist Tina und ich blogge hier…hauptsächlich über Bücher und allem was dazu gehört. Ich würde mich freuen, wenn du mir einen Kommentar hinterlässt oder meinen Beitrag teilst.

Über Tina

Hallo! Mein Name ist Tina und ich blogge hier…hauptsächlich über Bücher und allem was dazu gehört. Ich würde mich freuen, wenn du mir einen Kommentar hinterlässt oder meinen Beitrag teilst.

2 Kommentare zu “[Rezension] Die Spur der Lügen

  1. Wie unterschiedlich doch die Meinungen sein können- darüber was ein spannendes Buch ist und was nicht.
    Ich war vom ersten Moment fasziniert von diesem Roman. Gerade WEIL die Kriminalstory eingebettet ist und untrennbar verwoben mit der familiären Situation und der Ehe.
    Ich finde das Buch hebt sich mit seiner Komplexität wohltuend vom Einheitsbrei „typischer „Krimis ab.

    1. Es ist doch gut, dass die Meinungen so unterscheidlich sind – so sehe ich das zumindest :-) Wäre der Klappentext etwas deutlicher gewesen, hätte ich das Buch sicher nicht ausgewählt. Ich lese lieber typische Krimis bzw. typische Thriller, die durchaus auch komplex und intelligent sein können, wobei auch der „Einheitsbrei“ mich ganz oft wunderbar unterhält :-)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.