Die vierte Nachfahrin

[Rezension] Die vierte Nachfahrin

Ich bin eher selten geneigt, Rezensionsexemplare die mir per Email angeboten werden zu lesen. Ich weiß, das ist nicht nett – aber es ist auch nicht nett, mir Bücher anzubieten, von denen völlig klar ist, das sie nicht mein Geschmack sind, was ein Blick auf meinen Blog klar gemacht hätte.  Aber bei Die vierte Nachfahrin von Allison Maruska war das was anderes, denn hier hat mich Klappentext und Leseprobe wirklich neugierig gemacht und beides traf meinen Geschmack :-)

Die vierte Nachfahrin

Allison Maruska

Vier ganz unterschiedliche Menschen erhalten ein Anruf von einer historischen Gesellschaft. In ihren Familien sei seit Generationen ein Schlüssel weitergegeben worden und nun habe man, eher zufällig, den dazu passenden Safe gefunden. Der Anrufer lockt sie mit falschen Versprechen an den Ort, an dem der Safe lagert und nach einigem Zögern sagen alle vier zu, ohne im geringsten zu ahnen, was in diesem Safe liegt oder auf was sie sich dabei einlassen.  Sie treffen sich in Richmond, in einem alten Gebäude, dass abgerissen werden soll und damit beginnt ein abenteuerliches Unterfangen.

Mein Eindruck:

Michelle und Sharon sahen sich an und hielten ihre Schlüssel dann in der offenen Handfläche hoch. Jonah und Damien folgten ihrem Beispiel. Die vierte Nachfahrin, S. 124(ebook)

Reise in die Vergangenheit

Die Geschichte beginnt damit, dass die vier Angerufenen sich jeweils erst mal auf die Suche nach besagtem Schlüssel machen. Dabei lerne ich als Leser auch  grob die  jeweiligen Familiengeschichten kennen und erfahre ein bisschen was über die Vorfahren der Protagonisten, die die Schlüssel weitergegeben haben. Aber ich erfahre auch viel über das gegenwärtige Leben der vier „Schlüsselträger“.

Sympathie und Antipathie

Die Schilderungen der Lebensumstände der Protagonisten bringen mich recht schnell dazu, meine Sympathien zu verteilen. Da gibt es z.B. Michelle, die unter ihrem kontrollsüchtigen Mann Mark leidet und sich mit viel schlechtem Gewissen durchringt, ihren Willen durchzusetzen und zu diesem geheimnisvollen Treffen anreist – das dieses Treffen ihr Leben und ihr Schicksal verändern soll, ahnt sie zu dem Zeitpunkt aber noch nicht. Genauso schnell sind allerdings auch die Antipathien verteilt :-)

Unerklärliches

Das die Öffnung dieses Safes viel Unerklärliches zum Vorschein bringt, auch in den Köpfen der vier beteiligten, hat die Autorin sehr lebendig und spannend beschrieben. Auch die aufkeimende Liebesgeschichte zweier der Protagonisten wird sehr gefühlvoll, aber nie kitschig, geschildert. Ich habe den beiden ein Happy End so sehr gegönnt. Der Anrufer und seine beiden Helfer spielen ein falsches Spiel, aber das wird den Beteiligten erst später klar, zu spät und einer der Helfer muss das mit seinem Leben bezahlen. Die Protagonisten vereinbaren später ihre Suche anhand der gefundenen Gegenstände weiter zu führen, was sie dann auch tun. Dabei kommen einer sehr merkwürdigen Geschichte auf die Spur.

Spannungsbogen

Der Spannungsbogen in der Geschichte ist ein bisschen schwierig, vielleicht, weil zwischen den Ereignissen, also der Öffnung des Safes und der weiteren Suche,  mehrere Monate vergehen, die kaum Erwähnung finden. Trotzdem wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht, was es mit diesem geheimnisvollen Pulver auf sich hat, wie es mit den vier Beteiligten weitergeht. Die Geschichte hat von allen Genres ein bisschen was – Liebe, Mystik, Mord und einen historischen Hintergrund. Aber die Autorin hat es geschafft, das alles gut zu vereinen und spannend zu erzählen.

To  be continued…

Für mich gibt es ein paar kleinere Logikfehler, z.B. im Verhältnis zwischen Michelle und ihrem Mann. Jemand der so kontrollsüchtig ist wie Mark lässt sich nicht einfach so widerstandslos scheiden – aber das ist sicherlich jammern auf hohem Niveau :-) Ansonsten war die Geschichte rund, spannend und geheimnisvoll – die Liebesgeschichte hatte genau das Maß, das ich für mich in Büchern mag und ist wirklich wunderbar erzählt. Das mehr oder weniger offene Ende schließt die Geschichte als solche zwar ab, lässt aber genug Raum für eine sinnvolle Fortsetzung.

Mein Fazit:

Ein spannendes Buch, fesselnd erzählt,  mit einem  gewissen Touch an Mystik und einer kleinen Portion Liebe – genau das richtige für einen Tag am Strand oder auf dem Balkon.

Buchinfos

  • Titel: Die vierte Nachfahrin
  • Originaltitel: The Fourth Descendant
  • Autor: Allison Maruska
  • Übersetzer/in: Kay-Viktor Stegemann
  • Genre: Fantasy/Mystery
  • Erscheinungsjahr: 2016
  • ASIN: B01EH7M072
  • Form: Ebook,  266  Seiten
  • Preis: 2,66 oder 2,49 €
  • Bestellung: z. B. bei Thalia oder Amazon

Über Tina

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