Ich vergebe nicht

[Rezension] Ich vergebe nicht

Ich vergebe nicht hat mich hauptsächlich durch sein etwas düsteres Cover und seinen geheimnisvollen Klappentext angezogen.

Ich vergebe nicht

Mark Hill

Detctive Raymond „Ray“ Drake will langsam etwas kürzer treten und beginnt schon mal seine Nachfolgerin, Flick Crowley,  ein bisschen aufzubauen. Doch dann bekommt seine Einheit einen Fall rein, der alles – sein Leben, seine Arbeit und seinen Ruf zerstören könnte. Der Mord an einer kompletten Familie scheint in der Vergangenheit verwurzelt zu sein, einer Vergangenheit, die auch Ray Drake teilt und ein schreckliches Geheimnis birgt. Flick Crowley kommt dieser Vergangenheit immer näher, aber  Drake muss verhindern, dass dieses Geheimnis und seine Vergangenheit  ans Licht kommt, etwas was auch dem Mörder gar nicht passt.

Ja, es war egoistisch von ihm, aber Menschenansammlungen waren ihm ein Gräuel, insbesondere wenn er im Mittelpunkt stand. Ich vergebe nicht, S. 13

Mein Eindruck:

Wenn der Versuch, seiner Vergangenheit zu entfliehen nichts als neues Chaos und neuen Ärger bringt, endet es meist nicht gut.

Ray Drake

Ray Drake ist der schweigsame, etwas düstere Protagonist dieses Buches. Eigentlich möchte er nur noch seine Ruhe haben, sein Leben irgendwie auf die Reihe bekommen und den Tod seiner Frau Laura vergessen. Allerdings stehen ihm zu Hause dabei seine widerspenstige Tochter April und seine nicht sonderlich sympathische Mutter Myra im Weg. Auf der Dienststelle durchkreuzt ein Mehrfachmord seine Wünsche nach Ruhe, denn er kennt das männliche Opfer, schweigt aber darüber.

Flick Crowley

Flick Crowley ist eine clevere, fleißige Ermittlerin, die relativ schnell bemerkt, dass Drake  immer wieder versucht, die Ermittlungen in eine ganz bestimmte, aber offensichtlich falsche, Richtung zu lenken. Allerdings traut sie sich nicht wirklich, ihm zu widersprechen, auch nicht als sie bemerkt, dass er Beweismittel unterschlägt. Das man seinem Vorgesetzten nur ungern widerspricht, kann ich nachvollziehen, aber sich so unterzuordnen, das man seinen eigenen Ermittlungsergebnissen nicht traut und auch niemanden Dritten ins Vertrauen zieht, finde ich eher unglaubwürdig.

Gegenwart und Vergangenheit

Grundsätzlich finde ich sowohl Ray Drake als auch Flick Crowley eher blass und unscheinbar beschrieben, so dass beide mir stets weit weg und nicht fassbar vorkamen. Auch alle anderen Personen im Buch waren eher oberflächlich beschrieben. Die Handlung als solche wird gelegentlich von Passagen unterbrochen, die im Jahr 1984 angesiedelt sind und das Leben im Kinderheim Longacre beschreiben, zu dem auch Ray Drake seinerzeit eine Verbindung hatte. Eigentlich fand ich diese Passagen noch die spannendsten Teile des Buches :-)

Distanziert und emotionslos

Nicht, dass der Rest des Buches wirklich unspannend war, aber so richtig mitreißen konnte die Geschichte mich nicht und für meinen Geschmack plätscherte die Story ohne große Überraschungen vor sich hin. Der Schreibstil war okay und einigermaßen flüssig zu lesen, aber für meinen Geschmack zu distanziert und ziemlich emotionslos. Ich hätte mir ein bisschen mehr was auch immer – vielleicht Pep oder  unerwartete Wendungen – gewünscht.

Mein Fazit:

Ich vergebe nicht hat meinen Lesegeschmack nicht getroffen und konnte mich nicht wirklich mitnehmen. Dafür passierte mir zu wenig und es war zu emotionslos geschrieben.

Buchinfos

  • Titel: Ich vergebe nicht
  • Originaltitel: The Two O’Clock Boy
  • Autor: Mark Hill
  • Übersetzer/in: Andrea Brandl
  • Verlag: Blanvalet
  • Genre: Thriller/Krimi
  • Erscheinungsjahr: 2016
  • ISBN: 978-3-7341-0329-2
  • Form: TB,  480 Seiten
  • Preis: 9,99 €
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Hallo! Mein Name ist Tina und ich blogge hier…hauptsächlich über Bücher und allem was dazu gehört. Ich würde mich freuen, wenn du mir einen Kommentar hinterlässt oder meinen Beitrag teilst.

Über Tina

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2 Kommentare zu “[Rezension] Ich vergebe nicht

  1. Huhu!

    Von Klappentext und Titelbild her hätte mich das Buch auch direkt angesprochen! Aber das klingt ja dann nicht so gut…

    Naja, ich habe ja ein Skoobe-Abo und die haben das Buch im Angebot, dann kann ich ja immer noch reinlesen, ob es mich vielleicht mehr anspricht! ;-)

    Jedenfalls eine gute Rezension, die man gut nachvollziehen kann.

    LG,
    Mikka

    1. Hallo Mikka,
      wenn man dank des Skoobe-Abos kostenlos im Buch lesen kann, dann solltest du das auf jeden Fall tun. Nur weil es meinen Geschmack nicht so recht getroffen hat, muss das ja für dich nicht auch gelten :-)

      LG
      Tina

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