Mississippi Jam

[Rezension] Mississippi Jam

Mississippi Jam von James Lee Burke ist Teil der Reihe um Dave Robicheaux, die komplett oder in der richtigen Reihenfolge leider nur sehr schwer zu bekommen ist. Gerade die ersten und somit ältesten Bände sind fast nur noch gebraucht zu bekommen und selbst das ist gar nicht so einfach. Aber vielleicht ändert sich da ja jetzt mal :-)

Mississippi Jam

James Lee Burke

Dave Robicheaux bekommt den Auftrag, ein versunkenes U-Boot der Nazis, das irgendwo vor der Küste Louisianas gesunken ist, zu finden. Im Grunde passt ihm dieser Job nicht, aber er braucht dringend Geld und so nimmt er ihn trotz des unguten Gefühls an. Auf was er sich dabei eingelassen hat, bemerkt er erst spät und bringt damit nicht nur sich, sondern auch seine Familie in Gefahr. Aber sein Auftraggeber hat auch etwas übersehen, nämlich zu was Robicheaux fähig ist, wenn es um seine Familie geht.

An einem späten Abend im August war New Orleans einfach wunderbar. Das dachte ich zumindest, bis ich Hippo Bimstine anrief, um ihm mitzuteilen, dass er sich jemand anderen suchen müsste, der für ihn nach Wracks von Nazi-U-Booten tauchte. Mississippi Jam, S. 19

Mein Eindruck:

Das Leben ist ein ständiger Kampf…

Realtitätsnähe

Was alle Romanen von James Lee Burke eint, ist ihre Realitätsnähe. Das betrifft sowohl den Haupt-Handlungsfaden, als auch die Sprache. Die Geschichte um das gesunkene U-Boot  war dann zu dem Zeitpunkt als Burke das Buch Anfang der 90er jahre geschrieben hat,vielleicht doch ein bisschen weit hergeholt und bezieht sich auf das versenkte U-Boot U 166, das 1942 etliche Seemeilen vor New Orleans von Wasserbomben versenkt wurde. Aber siehe da – 2014 wurde das Wrack dann doch da entdeckt.

Derbe Sprache

Bei der Sprache ist es mit der Realitätsnähe ein bisschen einfacher :-) Sie ist immer sehr direkt, sehr derb, oft ein bisschen vulgär und es wird geflucht, dass meine Oma vermutlich rote Ohren bekommen hätte. Ich mag das oft auch nicht – aber da die Handlung in den Robicheaux-Romanen wirklich sehr spannend ist, stört mich das in diesen Büchern nicht. Da Dave Robicheaux immer gerne eher am Rand der Gesellschaft agiert, wirkt die Sprache auch recht glaubhaft und nicht aufgesetzt, also kann ich damit leben.

Nazis

Der eigentliche Handlungsfaden in Mississippi Jam ist die beschriebene Suche nach dem U-Boot und hier haben natürlich Neo-Nazis ihre Finger im Spiel. Als Deutsche einen amerikanischen Roman mit Neo-Nazis zu lesen ist für mich immer etwas schwierig. In den USA geht man mit dem Thema anders um, als hierzulande und vieles was hier verboten ist, ist es dort nicht. Das macht  rechtes Gedankengut nicht besser und der Bösewicht in diesem Roman ist dann auch ein echter Widerling, den man von Herzen hassen kann.

Nebenschauplätze

Natürlich gibt es noch eine Reihe von Nebenhandlungen, die Robicheaux auch noch lösen muss. Dazu kommt noch der stetige Kampf mit seinen inneren Dämonen, der sich aber konsequent durch die ganze Reihe zieht. Zwar ist er längst ein treusorgender und liebender Ehemann und Vater, aber sein latenter Hang zur Gewalt ist immer vorhanden und damit hadert er mehr als einmal. Durch all diese Handlungen, Nebenhandlungen und inneren Kämpfe entwickelt sich Mississippi Jam dann auch in kürzester Zeit zu einem echten Pageturner.

Mein Fazit:

Mississipi Jam ist ein komplexes, spannendes Buch, dass sich schnell in einen Pageturner verwandelt. Man muss sich an die etwas derbe Ausdrucksweise gewöhnen, aber dann macht die Geschichte richtig viel Spaß :-)

Buchinfos

  • Titel: Mississippi Jam
  • Originaltitel: Dixie City Jam
  • Autor/in: James Lee Burke
  • Übersetzer/in: Jürgen Bürger
  • Verlag: Heyne Hardcore Verlag
  • Genre: Krimi
  • Erscheinungsjahr: 2017 (original 1994)
  • ISBN: 978-3-453-67719-7
  • Form: TB,  592  Seiten
  • Preis: 10,99 €

Dave Robicheaux Reihe

Da die deutschen Übersetzungen irgendwie willkürlich und unkoordiniert erscheinen sind, habe ich die Orginal-Erscheinungstermine übernommen.

  • Neonregen (1987)
  • Blut in den Bayous (1988)
  • Schmierige Geschäfte (1989)
  • Flamingo (1990)
  • Weißes Leuchten (1992)
  • Im Schatten der Mangroven (1993)
  • Mississippi Jam (1994)
  • Im Dunkel des Deltas (1995)
  • Nacht über dem Bayou (1996)
  • Sumpffieber (1998)
  • Straße ins Nichts (2000)
  • Die Schuld der Väter (2002)
  • Straße der Gewalt (2003)
  • Crusader’s Cross (2005, noch nicht übersetzt)
  • Pegasus Descending (2006, noch nicht übersetzt)
  • Sturm über New Orleans (2007)
  • Swan Peak (2008, noch nicht übersetzt)
  • The Glass Rainbow (2010, noch nicht übersetzt)
  • Creole Belle (2012, noch nicht übersetzt)
  • Light of the World (2013, noch nicht übersetzt)

Hallo! Mein Name ist Tina und ich blogge hier…hauptsächlich über Bücher und allem was dazu gehört. Ich würde mich freuen, wenn du mir einen Kommentar hinterlässt oder meinen Beitrag teilst.

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3 Kommentare zu “[Rezension] Mississippi Jam

  1. Schöne Besprechung, ich bin ja inzwischen auch ein großer Burke-Fan geworden.
    Noch eine Anmerkung zu deiner Einleitung: Der Pendragon Verlag veröffentlicht nach und nach alle Robicheaux-Bände. Die ersten fünf sind schon in Neuauflagen erschienen. „Mississippi Jam“ wurde dort auch zuerst vor zwei Jahren veröffentlicht.

    Viele Grüße
    Gunnar

    1. Danke :-) Diese Veröffentlichungs-Arie habe ich immer noch nicht durchschaut – meine Ausgabe stammt aus dem Heyne-Hardcore Verlag, andererseits hat ja offenbar der Pendragon Verlag auch schon Bücher aus der Reihe verlegt. Wer da wann was veröffentlicht, bleibt mir echt ein Rätsel. Wenn die Bücher dann wenigstens rein optisch zusammenpassen, geht es ja – aber ich kann es einfach nicht leiden, wenn Reihen in meinem Regal optisch nicht zusammen passen. Jeder hat so seine Macke :-)

      Liebe Grüße
      Tina

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