Todesmärchen

[Rezension] Todesmärchen

Ich hatte mir Todesmärchen von Andreas Gruber schon am Erscheinungstag besorgt und ihn dann lange im Regal liegen lassen. Nachdem das Cover mir unzählige Male in meiner Facebook-Timeline entgegensprang, war mir einfach die Lust darauf vergangen – aber jetzt konnte ich ihn ganz in Ruhe genießen und das habe ich auch getan :-)

Todesmärchen

Andreas Gruber

In Bern wird an der Untertorbrücke eine weibliche Leiche gefunden, die sehr aufmerksamkeitsheischend drapiert wurde. Aber nicht nur dieser Umstand führt dazu, dass Rudolf Horowitz, ein begnadeter Profiler im Ruhesstand, zu Rate gezogen wird. Eine Markierung auf dem Bauch der Leiche veranlasst diesen dann Maarten S. Snijder aus Wiesbaden herbeizuzitieren.

Zur selben Zeit tritt Hannah Norland ihren Dienst als Psychologin  in einem Gefängnis weit draußen auf der Insel Ostheversand an. Sie hat dafür einen guten Grund, der sie aber in tödliche Gefahr bringt.

Maarten S. Sneijder stand an den Klippen und starrte aufs Meer hinaus. Todesmärchen, S. 9

Mein Eindruck:

Todesmärchen wird aus unterschiedlichen Perspektiven geschildert

Schweiz, Deutschland und der Rest von Europa

Sabine Nemez, die Maarten S. Sneijder als Teammitglied zugeordnet wurde, reist mit diesem quer durch Europa, immer auf der Spur eines besonders perfiden Serienkillers. Er scheint die Taten eines Killers zu kopieren, den Snijder vor fünf Jahren gejagt und gefasst und der nun im Gefängnis sitzt – Piet van Loon. Grundlage für die Taten sind die Märchen von Hans Christian Andersen, die um einiges grausamer sind, als z.B. die, der Gebrüder Grimm. Nemez hat das unbestimmte Gefühl, das Sneijder ihr etwas Wichtiges zu dem Fall verschweigt, aber es dauert sehr lange, bis sie es herausfindet und da scheint es schon zu spät zu sein.

Psychologin auf „Alcatraz“

Eine weitere  Perspektive ist die, der Hannah Norland – Psychologin in Steinfels, einem Gefängnis für abnorme Straftäter. Hier will sie unbedingt mit Piet van Loon, dem mehrfachen Mörder,  den Sneijder seinerzeit verhaftet hat, arbeiten und dafür hat sie sehr persönliche Gründe. Aber nicht nur die Gefängnisinsassen, die hier „Klienten“ genannt werden, sind ausgessprochen unsympathisch. Auch die Mitarbeiter, anfangen mit dem Direktor über die Sekretärin bis hin zum Faktotum  Frenk, sind mehr als undurchsichtig. Als Hannah bemerkt, was hier falsch läuft, steckt sie mitten in einer ausgeklügelten Falle. Ich fand sie ein bisschen sehr naiv geschildert und die „Bösen“ ein bisschen sehr stereotyp. Sollte man als Psychologin solche Dinge nicht ein bisschen besser durchschauen?

Flashbacks – Jeder hat eine Vergangenheit

Die dritte Perspektive sind die gelegentlichen Flashbacks aus Sneijders Vergangenheit und sie geben einen gewissen Aufschluss über Sneijders Beweggründe. Aber nicht besonders viel – sonst wäre es ja auch langweilig :-) Aber es passiert ohnehin so vieles in diesem Buch, das diese Flashbacks mir kaum aufgefallen sind, eigentlich schade. Besonders interessant fand ich dieses Mal, dass man sehr viel über Sneijder, seine Vergangenheit und seine Familie erfährt- dabei kommen erstaunliche Dinge ans Tageslicht. Man kann seine schroffe Art nun ein bisschen besser  verstehen und fast hat man so etwas wie Mitleid mit ihm – aber das sollte man ihn wirklich nicht wissen lassen, wenn man keinen sarkastischen Spruch bekommen möchte :-)

Finale

Das Ende fällt erwartungsgemäß reichlich dramatisch aus und gipfelt  – vermutlich – mit Sneijders Verhaftung. Allerdings ist es nur das Ende dieser Trilogie und nicht das Ende des Teams Sneijder/Nemez, denn das schreibt der Autor ausdrücklich im Nachwort  und die Werbung für einen weiteren Band mit dem Namen „Todesreigen“ läuft ja auch schon. Gott sei Dank, denn so kann ich mich auf einen weiteren intelligenten Thriller freuen. Ich bin sehr gespannt, denn ich hoffe, es wird die eine oder andere Änderung, Neuerung  bzw. Überraschung  geben.  Ich mag die Trilogie um Sneijder und Nemez, aber ich fürchte wenn alles weiter nach dem bisherigen Muster läuft, wird auch dieses Team irgendwann langweilig.

Mein Fazit:

Todesmärchen ist in mehr als würdiger Abschlussband dieser Trilogie. Spannend erdacht, genauso spannend erzählt und ein wahrer Pageturner. Jetzt warte ich gespannt auf die Veröffentlichung des nächsten Buches rund um den eigenwilligen Ermittler und seine Partnerin.

Buchinfos

  • Titel: Todesmärchen
  • Autor: Andreas Gruber
  • Verlag: Goldmann
  • Genre: Thriller
  • Erscheinungsjahr: 2016
  • ISBN: 978-3-442-48312-9
  • Form: TB,  544  Seiten
  • Preis: 9,99 €
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Reiheninfo

Todesfrist

Todesurteil

Todesmärchen

Übrigens gibt es noch ein sehr spannendes Interview mit Herrn Gruber bei Kriminetz

 

Hallo! Mein Name ist Tina und ich blogge hier…hauptsächlich über Bücher und allem was dazu gehört. Ich würde mich freuen, wenn du mir einen Kommentar hinterlässt oder meinen Beitrag teilst.

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