Water - Der Kampf beginnt

[Rezension] Water – Der Kampf beginnt

Eigentlich bin ich kein Fan von Endzeitromanen – aber wenn es um ein vorstellbares Szenario geht, wie in Water – Der Kampf beginnt,  bin ich gerne dabei.

Water – Der Kampf beginnt

Paolo Bacigalupi

Wer den drohenden Klimawandel lange genug  ignoriert hat, landet am Ende in einem Chaos aus Hitze, Staub und Geldgier – oder, wenn er genug Geld hat, in einer der sündhaft teuren Arkologien, die überall entstehen. Im amerikanischen Südwesten ist man dort schon angelangt. Heftige Sandstürme toben über das Land, Hitze, Staub und Nahrungsmittelknappheit beherrschen einen großen Teil der Bevölkerung. Der andere, wohlhabendere Teil kämpft mit Kriminalität und Korruption.

Mein Eindruck:

Helden – mal still, mal explosiv

Der Einstieg in Water – Der Kampf beginnt ist ein bisschen mühsam oder langwierig, allerdings ist es notwendig, die beiden Hauptprotagonisten Angel Velasquez und Lucy Monroe etwas ausführlicher vorzustellen.  Angel ist ein Söldner, der für die Wasserbehörde von Nevada überall dorthin geht, wo es brenzlig wird – Lucy ist Reporterin und immer der neuesten Story und dem angesagtesten Gerücht auf der Spur. Daneben gibt es natürlich noch weitere, für die Story wichtige, Personen – aber das würde zu weit führen.

Phoenix, Arizona

Aufgehängt ist die Geschichte an den Schicksalen von Lucy und Angel und trotzdem spielen sie eigentlich nur Nebenrollen. Die tatsächliche Hauptrolle gebührt den immer weiter versandenden, sterbenden Städten wie Phoenix, deren Schicksal Paolo Bacigalupi in sehr eindrucksvollen, einprägsamen Worten schildert. Wenn der Liter Wasser mehr als 10 Dollar kostet, wer würde da nicht auf merkwürdige und sicher auch mal illegale Ideen kommen? Wer würde sein letztes bisschen Wasser nicht bis aufs Blut verteidigen?

Verzweiflung gegen Verstand

An der Verzweiflung der ganz normalen Einwohner verdienen der Staat, große Firmen und jede Menge Hochstapler, die ihnen versprechen mit Fracking Grundwasser zu Tage zu fördern, dass diese sich damit lediglich ihren eigenen Platz in einer der hochmodernen Arkologien verdienen wollen weiß man zwar, aber es wird gerne verdrängt. Als dann das Gerücht umgeht, in Phoenix sei eine neue Wasserquelle auftaucht, kommt plötzlich so etwas wir Goldgräberstimmung auf – mit allen negativen Aspekten, wie einst am Klondike.

Auf der Abschussliste

Durch dieses Gerücht begegnen sich auch Lucy und Angel, wenn auch mit ganz anderen Zielen und Voraussetzungen. Doch unversehens finden sie sich auf derselben Seite wieder, auf der Seite derer, die auf der Abschussliste der Reichen und Mächtigen stehen, auf der Abschussliste von Angels eigenen Leuten.  Mit allen Mitteln kämpfen sie plötzlich beide um ihr Überleben und es wird ein harter, blutiger Kampf.

Action

Mit derselben Eindringlichkeit, mir Bacigalupi die verelendeten Städte, die Sandstürme und  den Überlebenskampf mit wenig oder ohne Wasser  geschildert hat, beschreibt er dann den Überlebenskampf gegen die Söldnertruppen, denen Angel selbst angehört hat. Es knallt und explodiert am laufenden Band irgendwas irgendwo und es fließt jede Menge Blut. Ein bisschen fühle ich mich wie in einem Actionfilm á la „Die Hard“ – manchmal ist es mir ein bisschen zu viel :-) Die Balance zwischen dem ruhigen  „achtet-auf-den-Klimawandel“ – Teil und dem  „alles-in-Deckung“-Teil ist nicht immer gelungen, aber meistens passt es :-)

Spannend und eindringlich

Ich konnte mich nicht wirklich entscheiden, welcher Teil des Buches mir besser gefallen hat, ich neige aber mehr zu dem ruhigen, aber dadurch um so mehr beunruhigenden Teil – aber in der Gesamtheit fand ich Water – Der Kampf beginnt spannend und sehr gut geschrieben. Ich finde das Szenario vorstellbar, auch wenn ich hoffe, dass es soweit wie in dem Buch nicht kommt. Wer mal wegen Bauarbeiten zwei Tage von der Wasserversorgung abgeschnitten war, bekommt eine ganz kleine Vorstellung davon, wie es wäre, wenn dieser Zustand länger anhalten würde.

Mein Fazit:

Water – Der Kampf beginnt beeindruckt mit einem gut durchdachten Plot und einer sehr eindringlichen Schreibweise. Das gelegentliche Überangebot an Blut und Action konnte ich dadurch locker verschmerzen.

Buchinfos

  • Titel: Water – Der Kampf beginnt
  • Originaltitel: The Waterknife
  • Autor: Paolo Bacigalupi
  • Übersetzer/in: Wolfgang Müller
  • Verlag: Blessing
  • Genre: Thriller/Science Fiction
  • Erscheinungsjahr: 2016
  • ISBN: 978-3-89667-530-9
  • Form: gebunden,  464  Seiten
  • Preis: 19,99 €
  • Bestellung: Blessing

Hallo! Mein Name ist Tina und ich blogge hier…hauptsächlich über Bücher und allem was dazu gehört. Ich würde mich freuen, wenn du mir einen Kommentar hinterlässt oder meinen Beitrag teilst.

Über Tina

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4 Kommentare zu “[Rezension] Water – Der Kampf beginnt

  1. Huhu!
    Deine Rezi macht neugierig, schreckt mich aber auch mit dem „Überangeot“ an Action ab … Da der SuB aber bereits eine gewisse Höhe hat, werde ich zunächst auf das Buch verzichten ~ vielleicht im Verlauf der bevorstehenden Jahres?!

    Falls wir uns nicht mehr lesen, rutsch fein ins neue Jahr ;)
    Janna

    1. Hallo Janna,
      Bücher werden ja Gott sei Dank nicht schlecht, also kann man die Lektüre getrost auf irgendwann verschieben – aber so ganz solltest du das Buch nicht vergessen :-) Trotz des erwähnten Überangebotes ist es wirklich klasse.

      Dir auch einen guten Rutsch ins neue Jahr!

      LG
      Tina

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