Zorn - Vom Lieben und Sterben

[Rezension] Zorn – Vom Lieben und Sterben

Zorn  – Vom Lieben und Sterben hatte ich schon ziemlich lange im Regal und das erste Buch dieser Reihe, Zorn – Tod und Regen, ist leider völlig an mir vorübergegangen aber so hatte ich zumindest keine spezielle Erwartungshaltung zu diesem Band :-)

Zorn – Vom Lieben und Sterben

von Stephan Ludwig

Hauptkommissar Claudius Zorn ist gelangweilt, nichts als ein paar lausige Laubeneinbrüche beschäftigen ihn im Moment. Ein bisschen mehr Spannung im Arbeitsalltag fände er schon ganz gut – aber zumindest ist sein Kollege Schröder aus der Reha zurück und so muss er sich nicht alleine langweilen. Schnell haben sie wegen der Laubeneinbrüche eine Bande Jugendlicher im Visier, aber bevor sie sich genüsslich zurücklehnen können, wird einer dieser Jugendlichen ermordet. Während die Ermittler noch im Dunklen tappen wird ein weiteres Mitglied der Clique brutal ermordet und auch wenn klar ist, dass es da einen Zusammenhang geben muss, drehen sie die Ermittlungen im Kreis – denn jeder der Jugendlichen scheint zu lügen.

Er hört Schritte auf dem Flur, die Tür geht auf, sein Vater lächelt ihm zu. Dann schließt er die Tür. Sorgfältig. Das macht er erst, seit sie ihr kleines Geheimnis haben. Zorn – Vom Lieben und Sterben, S. 8

Mein Eindruck:

Das erste was einem bei einem Buch natürlich auffällt ist das Cover – und das Cover zu Zorn – Vom Lieben und Sterben ist wirklich toll. Ein Hintergrund der an Marmor erinnert, das Einschussloch und die blaue Schrift sind erhaben gedruckt, also fühlbar. Alles in allem sehr stilvoll und edel, wenn da nicht diese Aufkleber wären – auf meinem Exemplar war es ein Glitzeraufkleber mit der phantasievollen Aufschrift „Unbedingt lesen“ und ein grüner, eingedruckter Button mit „Der zweite Fall für Zorn und Schröder“ – ganz ehrlich: Wenn ich der Coverdesigner wäre, würde ich in die Tischkante beißen! Aber die Optik eines Buches ist ja nicht das wesentliche :-)

Gut konstruiert

Die Kriminalgeschichte an sich ist wunderbar konstruiert und entwickelt sich hübsch Schritt für Schritt. Über einen langen Zeitraum sehr gleichbleibend spannend, aber je mehr ich mich dem Ende und der Auflösung näherte umso spannender wurde es und mündete in einem rasanten, atemberaubenden Showdown. Zweimal musste ich leider meinen eigenen Verdächtigen „wieder laufen lassen“ weil er sich als unschuldig erwies :-) Stephan Ludwig schafft es das sehr ernste Hintergrundthema und somit das Motiv für alles was geschieht sehr einfühlsam zu schildern, so dass ich auch jenseits der ziemlich hässlichen Morde immer mal wieder eine Gänsehaut bekam.

Eigenwillige Ermittler

Neben der Krimigeschichte wird das Buch natürlich auch von dem sehr eigenwilligen Ermittlerduo geprägt. Zorn, der ziemlich phlegmatisch, eigensinnig und mit sich und der Welt ziemlich uneins ist und Schröder der offenbar ein bisschen cleverer und schneller ist, sich aber dafür ziemlich von Zorn herumschubsen lässt. Über weite Strecken fand ich das Geplänkel der beiden recht amüsant, aber hin und wieder ging es mir dann auch auf den Keks weil einige Aktionen (oder bei Zorn eher Nicht-Aktionen) meiner Meinung nach soweit jenseits der Realität waren, dass es mir dann einfach zu viel wurde. Allerdings bekommen die beiden, oder besser Stephan Ludwig, dann doch immer wieder die Kurve bevor es vollkommen ins Lächerliche abrutscht.

Interessante Randfiguren

Einige Randfiguren des Buches, wie z.B. das Kleingärtner-Ehepaar fand ich dagegen einfach klasse :-) Die beiden konnte ich mir wirklich so vorstellen und ich hatte viel Spaß an den beiden, weil sie mich an Leute erinnerten die ich kenne, da ich gegenüber einer Kleingarten anlage wohne :-) Wer, oder besser was.  meiner Meinung nach völlig überflüssig war, weil sie völlig uninteressant beschrieben war, war die Staatsanwältin (deswegen habe ich auch schon wieder vergessen wie sie hieß) und deren ebenso uninteressante und für die Geschichte vollkommen überflüssige, sehr kurze Affäre.

Aber diese wenigen Kritikpunkte sind wirklich jammern auf hohem Niveau, denn Zorn – Vom Lieben und Sterben ist ein wirklich spannendes und gleichermaßen unterhaltsames Gesamtpaket.

Mein Fazit:

Stephan Ludwigs Thriller kann ich jedem empfehlen, der auf eigenwillige Ermittler, intelligent konstruierte Geschichten  und einen manchmal etwas schrägen Humor steht.

Buchinfos

  • Titel: Zorn – Vom Lieben und Sterben
  • Autor: Stephan Ludwig
  • Verlag: Fischerverlage
  •  Genre: Thriller
  • Erscheinungsjahr: 2012
  • ISBN: 978-3-596-19507-7
  • Form: Taschenbuch,  367 Seiten
  • Beim Verlag bestellen
  • Bei Amazon bestellen
  • Preis: 8,99 €

Reiheninfo

  • Zorn – Tod und Regen
  • Zorn – Vom Lieben und Sterben
  • Zorn – Wo kein Licht ist
  • Zorn – Wie sie töten
  • Zorn – Kalter Rauch
  • Zorn – Wie du mir

 

Hallo! Mein Name ist Tina und ich blogge hier...hauptsächlich über Bücher und allem was dazu gehört. Ich würde mich freuen, wenn du mir einen Kommentar hinterlässt oder meinen Beitrag teilst.

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