Ritus

[Rezension] Ritus

Im Moment habe ich, was das Lesen anbelangt, mal wieder meine Vampir- und Horrorphase :-)  Angefangen hat es mit Vampire Empire, der mir wirklich gut gefallen hat, aber so gar nichts mit Kinder des Judas, das ich danach gelesen habe, zu tun hat.

In Kinder des Judas wollte ich eigentlich nur noch mal reinschnuppern um mein Gedächtnis für die Rezension wieder aufzufrischen, aber dann konnte ich es doch nicht mehr aus Hand legen *gg*

Da  Kinder des Judas  zu Markus Heitz „Pakt der Dunkelheit“ Serie gehören und ich alle  Bücher dieser Serie habe und auch schon gelesen habe dachte ich mir ich lese in alle noch mal rein und rezensiere sie danach gleich – und zwar brav der Reihe nach.

Das erste Buch der Reihe ist  Ritus und  basiert auf realen Geschehnissen aus dem 18. Jahrhundert, die schon dem Film „Pakt der Werwölfe“ als Vorlage gedient haben.  Im Süden Frankreichs kamen damals rund hundert  Menschen auf grauenvolle Weise ums Leben. Da nie aufgeklärt werden konnte was dort geschehen war, war der Mythos der Bestie vom Gévaudan geboren.

Ritus

Von Markus Heitz

Südfrankreich im Jahre 1764 – eine Bestie, die nicht nur Schafe sondern auch Menschen jagt treibt ihr Unwesen. Auf das Fangen bzw. Töten der Bestie, von der man annimmt es handele sich um einen Wolf, ist eine hohe Belohnung ausgesetzt und Jean Chastel, ein eher eigenbrötlerischer Wildhüter, beschließt gemeinsam mit seinen zwei Söhnen Pierre und Antoine das Tier zu finden und die Belohnung zu kassieren.

Tatsächlich finden sie in einer ihrer Fallen bald ein merkwürdiges, wolfsähnliches Wesen, das sich nach seinem Tod in einen Menschen verwandelt. Da sie davon ausgehen, dass kein Mensch ihnen die Geschichte des Loup-Garout, des Werwolfes, glauben wird behalten sie das, was sie gesehen haben für sich. Schmerzhaft müssen sie dann erfahren, dass der gefangene Werwolf offenbar nicht alleine unterwegs war. Während des Kampfes mit diesem zweiten Exemplar werden Pierre und Antoine schwer verletzt, aber dank Jeans Pflege erholen sie sich erstaunlich rasch wieder.

Die drei Chastels verschweigen die Geschehnisse im Wald und da die Familie Chastel im Dorf nicht sonderlich beliebt ist, fällt es auch niemandem auf, dass die drei sich noch weiter zurückziehen als gewöhnlich und niemandem fällt es auf, dass Pierre seit dem Werwolfangriff unter merkwürdigen Anfällen, Fieberattacken und Gedächtnisstörungen leidet.

Als er nach einem dieser Anfälle blutbefleckt wieder auftaucht, lässt es sich nicht mehr schönreden – Pierre und Antoine sind beide infiziert und werden fortan als Werwölfe leben müssen. Jean Chastel macht sich verzweifelt auf die Suche nach Heilung und findet tatsächlich einen Heilkundler, der ein Mittel gegen die Probleme seiner Söhne hat.

Einen Haken hat die Sache aber, man benötigt für dieses Rezept Blut von dem Werwolf, der sie infiziert hat. Also macht sich Jean Chastel erneut auf die  Jagd. Im Jahre 2004 treiben Lykantrophen, also alle Wandelwesen zwischen Mensch und Tier, noch immer ihr Unwesen…

Mein Eindruck:

Wie man schon an der Inhaltsangabe sieht, spielt Ritus zu zwei sehr unterschiedlichen Zeiten. Die Ähnlichkeit der Namen der Protagonisten lässt aber von Anfang an natürlich einen Zusammenhang zwischen beiden Handlungssträngen vermuten.

Vergangenheit und Gegenwart

Aber nicht nur die Zeiten der beiden Handlungsstränge sind sehr unterschiedlich, sondern auch die Protagonisten.

Andere Zeiten, andere Sitten

Jean Chastel ist ein eher ruhiger, zurückhaltender Familienmensch der über den Tod seiner Frau zum Eigenbrötler wird, dem aber das Wohl seiner Söhne über alles geht. Erik von Kastell dagegen ist cooler Weiberheld, ein Macho vom allerfeinsten der nach dem Sex auch wieder zum unpersönlichen „Sie“ übergeht – auf engere Bindungen verzichtet er eben gerne :-) Genauso unterschiedlich wie die Hauptcharaktere sind,  ist natürlich auch die Atmosphäre der beiden Handlungsstränge. Auf der einen Seite das eher verwunschen anmutende Frankreich im 18. Jahrhundert mit Schlössern, Klostern und Wäldern – auf der anderen Seite Europa im 21. Jahrhundert mit schmutzigen Straßenschluchten, schnellen Autos und schnellem Sex.

Glaubhafteres Mittelalter

Persönlich hat mir der Teil der Geschichte, der im alten Frankreich spielt wesentlich besser gefallen als der Handlungsstrang rund um Erik von Kastell. Ich fand die Charaktere in diesem Teil wesentlich plastischer geschildert und um einiges glaubwürdiger als im Handlungsteil im 21. Jahrhundert. Mich erinnerte Erik zu sehr an eine Blade-Kopie und die Handlung hatte mir ein bisschen zu vielvon Underworld. Auch wenn ich sowohl Blade als auch Underworld mag und schon x-mal gesehen habe :-)

Wenig Verbindung

Eine gefühlsmäßige Verbindung zwischen Mittelalter und Neuzeit hat sich für mich nicht ergeben. Beide Handlungsstränge werden abwechselnd erzählt und hin und wieder fühlte ich mich eher von der Story um Erik im Lesefluss gestört. Andererseits ist gerade die Geschichte mit Erik von Kastell voller großartiger Action-Szenen, die mich dann doch immer wieder mitgerissen haben.

Ende offen

Das Ende des Buches bleibt  natürlich ein bisschen unbefriedigend, da zwar jede Menge Verbindungen und Lösungen angedeutet werden, aber nichts wirklich aufgeklärt wird. Allerdings wusste ich seinerzeit schon beim Kauf, dass es sich hier um den ersten Teil eines Fortsetzungsromans handelt, was das unbefriedigende Ende dann wieder relativiert. Außerdem hatte ich Sanctum, den zweiten Teil ja schon im Schrank stehen :-)

Mein Fazit:

Alles in allem ist Ritus auf  jeden Fall ein spannendes Buch mit einer gut durchdachten Story das mich gut unterhalten hat. Wer rasante Action, schnelle Schnitte zwischen den Szenen und Heitz manchmal etwas plakativen Erzählstil mag, der ist auf jeden Fall mit Ritus gut bedient.

Buchinfos

  • Titel: Ritus
  • Autor: Markus Heitz
  • Verlag: Droemer Knaur
  • Genre: Fantasy
  • Erscheinungsjahr: 2008
  • ISBN: 978-3-426-63978-8
  • Format: Taschenbuch, 544 Seiten
  • Bestellung: Droemer Knaur

 

Über Tina

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2 Kommentare zu “[Rezension] Ritus

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