[Rezension] Tokio Kill

Mal wieder ein Thriller – öfter mal was Neues, oder? Aber versprochen – auf meinem SuB liegen auch noch ein paar Fantasybücher. Aber die müssen leider ein bisschen warten, über Pfingsten habe ich mir die Hobbit-Trilogie (dank meines Sohnes und seinem Muttertagsgeschenkes) angesehen und bin, was Fantasy angeht, gedanklich noch in Mittelerde :-)

Da kommen mir Thriller gerade recht und Tokio Kill wurde mir freundlicherweise vom Heyne Verlag als Leseexemplar zur Verfügung gestellt.

Tokio Kill

Barry Lancet

Jim Brodie, der als Kind in Japan gelebt hat, dann zurück nach Amerika ging um später zurückzukehren um die Detektei seines Vaters zu übernehmen, erholt sich grade von seinem letzten Abenteuer, als höchst merkwürdige Klienten lautstark in seinem Vorzimmer um ein Gespräch mit ihm bitten.

Brodie hört sich an, was der alte Mann und sein Sohn vorzubringen haben und beschließt dann, den Auftrag anzunehmen. Die Security für einen Rentner zu mimen scheint ihm leicht verdientes Geld zu sein – bis ein paar Stunden später die übel zugerichtete Leiche des Sohnes gefunden wird.

Mein Eindruck:

Vor exotischer Kulisse mordet es sich gut.

Leider schon Band 2

Leider ist es mir erst später aufgefallen, dass dieser Band bereits Teil 2 um den Ermittler Jim Brodie ist, aber das stört beim Lesen nicht, wichtige Dinge aus dem Vorgängerband Japantown werden in Tokio Kill kurz erklärt. Allerdings sind das eher Nebensächlichkeiten und stören die aktuelle Handlung nicht.

Kunstexperte

Neben der Detektei seines Vaters hat sich Jim Brodie auch einen Namen als Kunstexperte und Antiquitätenhändler für asiatische Kunst gemacht. In Tokio Kill wird sehr häufig darauf eingegangen, sei es wenn es um antike Samuraischwerter geht, um Tuschezeichnungen oder antikes Porzellan. Hier kommt die Affinität des Autors zu japanischer Kunst zur Geltung, der selbst lange in Japan gelebt und gearbeitet hat. Ich fand diese kleinen Exkursionen in die asiatische Kunst sehr lehrreich und nicht störend, da sie immer mit dem aktuellen Fall in Verbindung standen und nie ausuferten.

Kampfkunstexperte

Da Jim Brodie nicht nur Kunstexperte ist, sondern auch ein Experte auf dem Gebiet der Kampfkünste ist, wird sich in diesem Buch viel und ausgiebig geprügelt :-) Die oftmals filmreif beschriebenen Szenen fand ich wirklich unterhaltsam, genau wie die Beschreibungen wann man sich wie in Japan zu verhalten hat. Ziemlich anstrengend das Ganze, ich bin jedenfalls froh, dass es in Europa um einiges lockerer zugeht. Durchgehend ist mir in Tokio Kill aufgefallen, dass Barry Lancet Japan wirklich liebt und man das an vielen Stellen und Kleinigkeiten gut herauslesen kann.

Sympathischer Typ

Neben der offensichtlichen Liebe zu Japan, die der Protagonist mit dem Autor teilt, fand ich das Jim Brodie eine sehr sympathische Hauptfigur ist. Er ist alleinerziehender Vater, mit allem Stress, der dazugehört, er nimmt die Verantwortung für seine Mitarbeiter sehr ernst, genauso wie er den Auftrag des Klienten dann doch sehr ernst nimmt. Aber trotz aller Ernsthaftigkeit, findet er nebenbei noch Zeit mit einer hübschen Polizistin zu flirten – auch wenn die sich ein bisschen ziert.

Etwas blasse Nebenfiguren

Die restlichen Figuren, Mitarbeiter in der Detektei, die Witwe des Opfers und paar andere Gestalten bleiben ein bisschen blass, aber vielleicht hätte das auch den Rahmen gesprengt. Außerdem denke ich, es wird noch weitere Geschichten rund um Jim Brodie geben, da wäre dann noch Zeit genug ein bisschen näher auf sein Team einzugehen. Nicht zu kurz kommt der eigentliche Rahmen der Handlung, nämlich Tokio. Die Stadt wird mit allen schönen und weniger schönen Seiten beschrieben, was mir gut gefällt.

Lockerer Schreibstil

Barry Lancets lockerer Schreibstil hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, er versteht es viele komplizierte Dinge gut verständlich nebenbei zu erklären, ohne die eigentliche Handlung zu vernachlässigen. Tokio Kill ist in etliche große und ganz viele kleine Kapitel aufgeteilt, was es für mich möglich machte, das Buch ständig nebenbei zu lesen, weil ich es gar nicht mehr aus der Hand legen mochte. Ein Kapitel ging immer irgendwie noch :-)

Mein Fazit:

Ein schneller, spannender Thriller vor einer (für mich) exotischen Kulisse mit einer ebenso exotischen Rahmenhandlung. Wer sich gerne spannend unterhalten lässt und trotzdem nebenbei noch das eine oder andere lernen mag, dem kann ich Tokio Kill auf jeden Fall sehr ans Herz legen.

Buchinfos

  • Titel: Tokio Kill
  • Originaltitel: Tokyo Kill
  • Autor: Barry Lancet
  • Übersetzer/in: Ulrike Clewing
  • Verlag: Heyne Verlag
  • Genre: Krimi/Thriller
  • Erscheinungsjahr: 2015
  • ISBN: 978-3-453-43781-4
  • Form: gebunden,  496  Seiten
  • Preis: 9,99 €
  • Bestellung: Heyne Verlag
Hallo! Mein Name ist Tina und ich blogge hier...hauptsächlich über Bücher und allem was dazu gehört. Ich würde mich freuen, wenn du mir einen Kommentar hinterlässt oder meinen Beitrag teilst.

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6 Kommentare zu “[Rezension] Tokio Kill

  1. Das klingt ganz so, als wäre Tokio Kill in etwa so spannend und interessant wie der erste Band „Japantown“, den ich gelesen habe. Wird wohl Zeit, auch diese Fortsetzung zu lesen.
    LG Gabi

    1. Auf jeden Fall ein tolles Buch und „Japantown“ werde ich bestimmt auch noch lesen. Schade, dass ich nicht vorher darauf geachtet habe, dass es einen Vorgängerband gibt.

      LG
      Tina

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