Totgesagt

[Rezension] Totgesagt

Dank der Motto Challenge 2016 an der ich teilnehme und dank des Mottos für den Monat März bin ich grad dabei, mal ein paar ältere Bücher zu lesen. So viele sind es gar nicht, denn ich kann es nicht leiden einen wirklich großen Stapel ungelesener Bücher zu haben – aber in paar sind es dann doch :-)

Totgesagt

Tim Weaver

David Raker ist eigentlich Journalist – aber die Krankheit seiner Frau und ihr daraus resultierender früher Tod haben ihn aus allem herausgerissen. Auf ihr Anraten hin hat er schon während ihrer Krankheit hier und da als Privatermittler gearbeitet, wobei ihm seine alten Kontakte aus Journalistenzeiten geholfen haben.

Als Mary Townes ihn bittet ihren Sohn Alex zu suchen, will er zuerst ablehnen. Zu verworren scheint ihm die Geschichte von seinem Verschwinden, seinem Unfalltod Jahre nachdem er verschwunden war und der Tatsache, dass Mary ihn vor gar nicht langer Zeit gesehen haben will. Aber er lässt sich überreden – mit ungeahnten Folgen.

Mein Eindruck:

Ganz am Ende der Akte befanden sich noch einige Fotos: Alex‘ Leiche. Es war ein erschreckender Anblick. Totgesagt, S. 80

Vor einem guten halben Jahr habe ich Erkenne deine Schuld von Tim Weaver gelesen und war so begeistert von dem Buch, dass ich mir die drei Vorgänger-Bände auch gekauft habe.

Schlimmer als der Tod?

Totgesagt ist in der Ich-Perspektive geschrieben. Ich mag das nicht immer, aber in diesem Falle schon – denn so bekomme ich beinahe „hautnah“ David Rakers Gedankengänge mit, seine Zweifel und auch seine Trauer auf der einen, aber auch seine Wut auf der anderen Seite mit. Nicht nur wegen dieses ungewöhnlichen Falles beschäftigt er sich mit der Frage, ob es schlimmeres gibt als den Tod und was danach passiert. Außerdem wird er mir durch diese Perspektive einfach sympathischer :-)

Ein Höllentrip

Allerdings muss man zugeben, die Leute in seiner Umgebung, vornehmlich die Zeugen, sterben wirklich wie die Fliegen. Kaum hat ihm jemand einen Hinweis auf das, was mit Alex passiert ist gegeben, ist er auch schon tot. Nach und nach ergeben die vielen Hinweise und Zeugen so viele Puzzleteile, dass David Raker einer ausgesprochen gruseligen Gruppierung auf die Spur kommt. Das bleibt allerding nicht unbemerkt und für Raker beginnt so etwas wie ein Höllentrip, an dem ich dank der Ich-Perspektive teilhaben darf.

Folter

Wobei die Mischung aus Psycho-Terror und körperlicher Folter eigentlich nichts ist, an dem man teilhaben möchte, oder doch? Das alles wird sehr eindringlich, sehr glaubhaft und sehr ernsthaft beschrieben, so dass ich mich gelegentlich schon misstrauisch in meinem Wohnzimmer umgesehen habe :-) Trotzdem fand ich das Buch gar nicht mal so wahnsinnig brutal, ein bisschen schizophren, ich weiß – aber ich fand, dass jede einzelne Szene jetzt eben genau da hin gehörte.

Mehr als Folter und Höllentrip

Neben den oben angesprochenen Szenen besteht Totgesagt aber eben auch aus jeder Menge Ermittlerarbeit, Zeugenbefragungen und Kombinationsgabe. Ich finde die Mischung macht’s, ich hatte viele Möglichkeiten mitzuraten, um bei der nächsten Wendung alle meine Überlegungen wieder einzumotten :-) Das Ende fand ich zwar durchaus überzeugend und überraschend, aber nicht besonders spektakulär. Trotzdem hat mir Totgesagt ausgesprochen gut gefallen und ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Band.

Mein Fazit:

Eine gelungene Mischung aus guter, alter Ermittlungsarbeit, Action, Brutalität und Psycho-Terror – für jeden Thriller-Fan mit ein bisschen Geduld sehr zu empfehlen.

Buchinfos

  • Titel: Totgesagt
  • Originaltitel: Chasing the dead
  • Autor: Tim Weaver
  • Übersetzer/in: Stefan Lux
  • Verlag: Goldmann
  • Genre: Thriller/Krimi
  • Erscheinungsjahr: 2010
  • ISBN: 978-3-641-04693-4
  • Form: TB,  413  Seiten
  • Preis:  9,99 €
  • Bestellung: Goldmann

Reiheninfo

 

Über Tina

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