chef de police

[Rezension] Bruno, Chef de police

Bruno Chef der police ist der zweite Krimi, den der Diogenes-Verlag mir freundlicherweise zum rezensieren zur Verfügung gestellt hat. Der erste war Auf Treu und Glauben von Donna Leon. Beides sind eher ruhige Krimis ohne viel Action, aber grundsätzlich mag ich das ja :-)

Bruno Chef de police

Martin Walker

Bruno ist Polizist im beschaulichen Saint Denise, einem kleinen Ort im Périgord. Die Landschaft ist lieblich, die Menschen sind freundlich, jeder kennt jeden und man kommt gut miteinander aus. Gemeinschaftlich wehrt man sich einfallsreich gegen unsinnige Vorschriften aus Brüssel und begeht, ebenfalls gemeinsam,  die Gedenkfeier anlässlich des Kriegsendes. Am nächsten Tag wird Hamid al Bakr, ein sehr zurückgezogen lebender Algerien-Veteran ermordet aufgefunden, in seine Brust wurde ein Hakenkreuz geritzt. Rassismus in der friedlichen Dorfidylle? Das ruft natürlich Polizisten, Staatsanwälte und Medien aus Paris auf den Plan.

Mein Eindruck:

Der Einstieg in das Buch fiel mir recht schwer. Der erste Teil des Buches beschäftigt sich ausschließlich mit der Landschaft des Perigords, dem Essen, den Menschen und natürlich mit Bruno. Vor meinem geistigen Auge entsteht ein Bild von ihm, dass irgendwo zwischen dem jungen Tom Cruise und König Artus angesiedelt ist.

die Ruhe in Person

Nichts und niemand scheint ihn aus der Ruhe bringen zu können und der Grundsatz “hilfreich, edel und gut” scheint von ihm erfunden worden zu sein. Das er bei den Ermittlungen zu dem Mord an dem alten Araber mehr oder weniger außen vor ist, lässt ihn noch nicht einmal gedanklich fluchen.

ein braver Polizist

Was natürlich nicht heißt, das er nicht trotzdem ermittelt, aber er teilt seine Erkenntnisse bereitwillig mit Kollegen und Vorgesetzten – ganz wie es die Vorschriften verlangen. Dank seiner Recherchen stellt sich irgendwann dann auch das Mordmotiv heraus.

wenig Krimi

Leider nimmt der wirklich gut konstruierte Kriminalfall und seine verblüffende Auflösung nur den geringsten Teil des Buches ein. Der größte Teil wird von langatmigen Lanschaftsbeschreibungen, kulinarischen Spezialitäten und Brunos Privatleben beherrscht.

nicht mein Typ

Ich gestehe, ich konnte mit Bruno nicht warm werden. Menschen ohne Ecken und Kanten sind mir einfach suspekt. Das einzige, was mir nachhaltig in Erinnerung geblieben ist, ist eine Szene ziemlich am Ende: Bruno wässert morgens nackt (!) seinen Garten, stand vor einem Gemüsebeet  und urinierte lustvoll in dasselbe, was seine Freundin unter Beifall mit “Magnifique” kommentierte.

Es gibt Beschreibungen, auf die ich gerne verzichte :-)

Mein Fazit:

Bruno Chef de police ist für Frankreichfans sicherlich eine nette Lektüre, aber eindeutig mehr Roman als Krimi. Aber man kann auf jeden Fall einiges über die jüngere, französische Geschichte lernen.

Buchinfos

  • Titel: Bruno Chef de police
  • Autor: Martin Walker
  • Verlag: Diogenes
  • Genre: Krimi
  • Erscheinungsjahr: 2010
  • ISBN: 978-3-257-24046-7
  • Format: Taschenbuch,  338 Seiten
  • Preis: 10,90 €

One thought on “[Rezension] Bruno, Chef de police

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.