Im Augenblick des Todes

[Rezension] Im Augenblick des Todes

Widmen wir uns dem nächsten Thriller :-) Es gibt ja immer ganz viele Neuerscheinungen in dem Bereich und darunter sind auch ziemlich viele deutsche Autoren, die ich recht gerne lese. Es gibt auch immer eine ganze Reihe, von denen ich zwar irgendwo schon mal gehört habe, aber selber noch nichts von ihnen gelesen habe. Einer davon ist Vincent Kliesch.

Im Augenblick des Todes

Vincent Kliesch

Unter sehr geheimnisvollen Umständen wird Kommissar Severin Boesherz an einen Tatort gelotst. Ein Arzt sitzt ausgeweidet und skalpiert in seiner Praxis, ihm gegenüber ein Skelett, in dem man die Organe des Arztes aufgehängt hat.

Jemand hat sich viel Mühe gegeben, das einzige Verbrechen nachzustellen, dass Boesherz nie lösen konnte. Aber dabei bleibt es natürlich nicht, es folgen weitere Opfer, mysteriöse Nachrichten und am Ende wird der Kommissar selber zum Tatverdächtigen.

Mein Eindruck:

„Eine Schnitzeljagd mit Leiche. Das hast du dir also ausgedacht,“ bemerkte Boesherz regungslos, während er die Leiche von Paul Matthai betrachtete. Im Augenblick des Todes, S. 126

Interessanter Plot

Es fällt mir ein bisschen schwer zu diesem Buch eine Rezension zu schreiben. Der Plot ist wirklich gut ausgedacht, spannend, verwirrend und am Ende versteht man einigermaßen, warum die Dinge so gelaufen sind, wie sie eben gelaufen sind. Es gibt die eine oder andere falsche Spur, auf die ich als Leser stoße und eine ganze Zeit lang bleibe ich im unklaren über das, was geschehen ist.

Sehr detailliert

Grundsätzlich gefällt mir auch die Art, wie Vincent Kliesch eine Geschichte erzählt und seinen Roman aufbaut. Es gibt immer mal wieder kurze Kapitel mit Rückblenden in Boesherz Vergangenheit und zu dem ungeklärtem Mordfall seinerzeit. Er zeichnet mit seinen Worten Bilder, die sehr detailliert sind und mir eine gute Vorstellung geben, wie es dort aussieht, wo sein Protagonist gerade ist.

Das ständige Schmunzeln

Aber irgendwann im Laufe der Geschichte gibt es Dinge, die mich einfach nerven, sorry. Dass dieses Buch eine Art One-Man-Show ist habe ich recht schnell begriffen. Da laufen zwar noch ein paar andere Ermittler herum, aber sie bleiben meist mehr als dezent im Hintergrund und sind allerhöchstens Staffage für Boesherz Auftritte. Er schickt sie herum, lässt sie ermitteln, obwohl er längst weiß, was läuft und dann schmunzelt er. Ich weiß nicht wie oft ich das Wort „schmunzeln“ in diesem Roman gelesen habe, aber irgendwann dachte ich, ich schreie gleich, wenn noch irgendjemand schmunzelt, ehrlich.

Das Super-Auto

Ein weiterer Punkt der mich gestört hat ist dieser verdammte Volkswagen Phaeton den Boesherz (und der Täter) fährt. Er wird laufend erwähnt und das Ganze wirkt sehr penetrant und hat beinahe den Anschein von „product placement“ – man kann auch einfach mal in sein Auto steigen, seinen Wagen parken, sein Gefährt durch den Verkehr steuern, aber nein, der Phaeton muss x-mal ausdrücklich erwähnt werden. Mir war das eindeutig zu viel Erwähnung.

Merkwürdige Charaktere

Es gibt noch andere Dinge, die ich hier unerwähnt lasse, da ich nicht so viel von der Geschichte verraten möchte, aber ich fand so manche Aktion schlicht unlogisch oder unglaubwürdig. Das größte Manko für mich war allerdings, dass ich mit keinem der Charaktere in dem Buch warm wurde. Das Ermittlerteam als solches kommt sowieso kaum vor und Boesherz selber ist mir ganz einfach egal gewesen, ebenso der Täter oder die Opfer. Mir fehlten gewisse menschliche Regungen bei allen Beteiligten und ich wollte eigentlich gegen Ende nur noch wissen, wie die ganze Sache ausgeht – so rein aus Neugier.

Mein Fazit:

Die Grundidee dieses Buches war toll, über weite Strecken war es spannend geschrieben, aber mir fehlte es, dass ich so gar keinen Bezug zu den Beteiligten aufbauen konnte. Ich fand die Grundgeschichte interessant, aber sie erreichte mich an keiner Stelle emotional.

Buchinfos
• Titel: Im Augenblick des Todes
• Autor: Vincent Kliesch
• Verlag: Blanvalet
• Genre: Thriller/Krimi
• Erscheinungsjahr: 2015
• ISBN: 978-3-7341-0054-3
• Form: gebunden, 416 Seiten
• Preis: 9,99 €
• Bestellung: Blanvalet

Hallo! Mein Name ist Tina und ich blogge hier…hauptsächlich über Bücher und allem was dazu gehört. Ich würde mich freuen, wenn du mir einen Kommentar hinterlässt oder meinen Beitrag teilst.

Über Tina

Hallo! Mein Name ist Tina und ich blogge hier...hauptsächlich über Bücher und allem was dazu gehört. Ich würde mich freuen, wenn du mir einen Kommentar hinterlässt oder meinen Beitrag teilst.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Dieses Formular speichert Name, E-Mail,eventuell deine Website (sofern du sie angibst) und Inhalt deiner Mitteilung, damit wir den Überblick über auf dieser Webseite veröffentlichte Kommentare behalten. Für detaillierte Informationen, wo, wie und warum wir deine Daten speichern, wirf bitte einen Blick in unsere Datenschutzerklärung.