Burn Case - Geruch des Teufels

[Rezension] Burn Case – Geruch des Teufels

Burn Case – Geruch des Teufels ist der fünfte Teil der Pendergast-Geschichten von Douglas Preston & Lincoln Child. Ich liebe Aloysius Pendergast und seine Schöpfer, aber man sollte sich davor hüten, Logik in den Geschichten um den exzentrischen FBI-Agent zu erwarten. Dafür sind sie nicht gedacht, sie sind recht gut gemachte, aber dennoch eher schlichte Unterhaltung. Aber als solche haben die nicht nur eine Daseinsberechtigung, sonder auch einen festen Platz im Herzen vieler Leser – so auch in meinem. Man muss ja nicht immer alles so super bierernst nehmen :-)

Burn Case – Geruch des Teufels

Douglas Preston & Lincoln Child

Jeremy Grove, ein ziemlich bösartiger und deshalb eher unbeliebter Kunstkritiker, wird tot in seiner Wohnung gefunden. Er verbrannte – die Frage wodurch wir vorerst nicht geklärt. Es hängt Schwefelgeruch in der Luft und auch ein Hufabdruck wird natürlich gefunden. Sollte tatsächlich der Teufel hier seine Finger im Spiel gehabt haben? Er bleibt nicht der einzige reiche Fiesling der einem solchen mysteriösen Tod erliegt, was pseudo-religiöse Gruppen auf den Plan ruft, die natürlich das nahende Ende der Welt schon mal sehen. Aber das ruft ebenso den unkonventionellen  FBI-Agenten Aloysius Pendergast auf den Plan, der gemeinsam mit Sergeant Vincent D’Agosta dem Teufel auf die Pelle rückt…

Sie schnüffelte. Ein merkwürdiger Geruch lag in der Luft, wie von einem Braten, der zu lange im Ofen geblieben und angebrannt war. Burn Case, S.9/10

Mein Eindruck:

Wer den Teufel herausfordert …

Selbstentzündung

In Burn Case – Geruch des Teufels stoßen eine schnelle Handlung mit viel Action auf altbekannte literarische Tricks, beinahe aus der Mottenkiste – aber trotzdem gut :-). Das immer wieder gern genommene Prinzip der spontanen Selbstentzündung ist hier der Aufhänger der gesamten Geschichte.

Mysteriös

Pendergast, der immer schon einen gewissen Faible für mysteriöse Todesfälle oder Morde hatte, klinkt sich auch in den oben schon erwähnten Fall ein. Bisher ist es ihm noch jedes Mal gelungen, aus einem mysteriösen Mord einen ganz gewöhnlichen, deshalb natürlich nicht weniger abscheulichen, Mord zu machen. Glücklicherweise, aber wohl nicht wirklich zufällig, trifft er gleich zu Beginn der Ermittlungen wieder auf Sergeant Vincent D’Agosta.

Teufel

Nach Jeremy Grove ereilt noch weitere wohlhabende, aber ausgesprochen unanagenehme Zeitgenossen dasselbe Schickal. Immer wieder verbrennen diese Menschen scheinbar ohne jeden äußeren Anlass und ein durchdringender Schwefelgeruch hängt in der Luft. Hatten sich alle auch einen Deal mit dem Teufel eingelassen, der nun seinen Lohn einfordert? Oder steckt ganz jemand anderes, jemand ganz irdisches dahinter?

Seitenfüller

Dank der fleißigen “Laufarbeit” von D’Agostas und den genialen Gedankengängen Pendergasts kommen sie natürlich dem Täter auf die Schliche. Das dabei auch eine Menge Seiten mit irrelevanten Dingen, wissenschaftlichen Erklärungen, die eigentlich keine sind und Personen, die die Handlung mal so überhaupt nicht voran bringen, gefüllt werden, finde ich jetzt nicht ganz so schlimm :-)

Seitenhiebe

Ich halte es da mal ein bisschen mit den beiden Autoren, die ihr Werk selber auch nicht so bierernst nehmen. Burn Case ist reine Unterhaltung und als solche funktioniert sie, für mich jedenfalls, auch wirklich gut. Vieles ist sehr überspitzt dargestellt und nimmt dadurch gerne mal das eine oder andere, sehr viel ernster gemeinte, Werk durch kleine Seitenhiebe aufs Korn und ich finde das ist durchaus amüsant :-)

Mein Fazit:

Burn Case – Geruch des Teufels ist ein typischer Pendergast-Roman, der sich naht – und klaglos in dessen Tradition einfügt. Mäßig spannend, aber sehr witzig, macht es viel Spaß den immer wieder neuen Gedankengängen eines Aloysius Pendergast zu folgen :-)

Buchinfos

  • Titel: Burn Case – Geruch des Teufels
  • Originaltitel: Brimstone
  • Autor: Douglas Preston & Lincoln Child
  • Übersetzer/in: Klaus Fröba
  • Verlag: Droemer Knaur
  • Genre: Thriller
  • Erscheinungsjahr: 2007
  • ISBN: 978-3-426-63171-3
  • Form: TB,  624 Seiten
  • Preis: 12,99 €

Pendergast-Reihe:

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6 comments on “[Rezension] Burn Case – Geruch des Teufels

  1. Das ist jetzt witzig, ich habe mir grad andere Bücher der Reihe näher angesehen und nun stolpere ich bei dir über diese Rezension. Ich merke mir die Bücher mal, hört sich kurzweilig an.

    Liebe Grüße,
    Nicole

    1. Sie sind auf jeden Fall kurzweilig und man sollte nicht immer alles bierernst nehmen – dann hat man dank der doch sehr vielen Bücher dieser Reihe für lange Zeit wirklich angenehme Unterhaltung.

      LG

      Tina

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