Das Institut

[Rezension] Das Institut

Das Institut von Stephen King habe ich mir als Hörbuch gegönnt. Ich mag die lange, ausführliche Art von Stephen King auch Kleinigkeiten zu beschreiben – aber deswegen brauchen seine Geschichten auch oft  eine ganze Weile, bis sie in Fahrt kommen. Ein Hörbuch ermöglicht mir, nebenbei noch ein paar andere Dinge zu erledigen und trotzdem der Story zu folgen – eine echt praktische Angelegenheit :-)

Das Institut

Stephen King

Luke Ellis ist ein Junge von 12 Jahren aus einem ruhigen Ort in Minnesota. Er hat einen genialen IQ und das ehrgeizige Ziel, in seinen jungen Jahren mit dem College zu beginnen. Er hat gerade seine Eltern von diesem Plan überzeugt, als er in der Nacht entführt wird. Seine Entführer haben ihn betäubt und als er wieder wach wird, stellt er fest, dass er in einem Zimmer ist, das genauso aussieht wie seines in Minnesota. Allerdings mit dem wesentlichen Unterschied, das dieses Ersatzzimmer kein Fenster hat. Schon bald soll Luke erfahren, dass das auch einen guten Grund hat…

Eine halbe Stunde nachdem der Delta-Flug von Tim Jamieson Tampa in Richtung der hellen Lichter und hohen Gebäude von New York hätte verlassen sollen, stand die Maschine immer noch am Terminal. Das Institut, S. 11

Mein Eindruck:

Wenn Moral und Ethik nicht mehr gelten …

Entführt

Das Institut – so heißt die Einrichtung in die man Luke verschleppt hat. Mit ihm sind noch einige andere Kinder da und alle haben besondere Fähigkeiten. Manche beherrschen die Telepathie (TPs) und andere die Telekinese (TKs), aber alle werden gegen ihren Willen dort festgehalten. Die Eltern all dieser Kinder wurden bei der Entführung ermordet, allerdings wissen die Kinder das nicht – aber die meisten ahnen es.

Alltag

Ausführlich wird der Alltag der Kinder im Institut beschrieben und was sie dort alles erdulden müssen. Ihre Fähigkeiten in TP und TK werden ausführlich und auch unter schmerzhaften Bedingungen getestet. Zur Belohnung, wenn sie alles mitmachen, gibt es Münzen, mit denen sie sich Süßigkeiten oder Alkopops kaufen können. Schon jüngere Kids werden so zu Alkoholikern erzogen.

Zusammenhalt

Die Kinder halten so gut es geht zusammen, trösten einander oder spielen gemeinsam um die Zeit zu überbrücken und die Langeweile zu bekämpfen. Es entwickeln sich Freundschaften, wenn auch nur auf Zeit. Nach einer gewissen Zeit werden einzelne Kinder in einen anderen Trakt verlegt, von dem niemand wieder zurückkommt. Luke gelingt aber irgendwann die Flucht aus der Eintichtung, was seine Entführer in Panik versetzt.

Experimente

All diese Schilderungen und Ereignisse erzählt King in einer wirklichen epischen Breite. Hier wäre etwas weniger auf jeden Fall besser gewesen. Das mit den Kindern im Institut grausame Experimente gemacht werden ist recht bald klar, das hätte meiner Meinung nach nicht seitenweise immer und immer wieder durchgekaut werden müssen. Das ständige wiederholen der Grausamkeiten lässt mich gedanklich eher abstumpfen.

Gefesselt

Trotzdem hat mich Das Institut auf seine ganz eigene Art gefesselt. Alle Guten, und somit die Helden der Geschichte, sind wahnsinnig sympathisch – der Rest ist genauso wahnsinnig unsympathisch. Ich konnte also mit den Guten leiden, hoffen und bangen. Gemeinsam mit Luke hoffte ich auf ein gutes Ende seiner Flucht und gönnte seinen Widersachern die Pest an den Hals oder eine Kugel im Knie.

Ende

Tim Jamieson, ein moderner Landstreicher (?) den wir ganz am Anfange des Buches kennenlernen wird dann übrigens ganz am Ende der Geschichte nochmal wichtig, nachdem ich ihrn schon total vergessen hatte.  Aber dieses Ende war nicht so meins. Ja, King setzt immer mal gerne politische Statements in seine Büchern und ich kann Trump auch nicht leiden – aber ich fand das Ende ein bisschen dick aufgetragen und wenig subtil. Das habe ich bei King schon besser gelesen.

Politik

Allerdings habe ich mir später gedacht, dass ein amerikanischer Autor ja  in erster Linie für sein amerikanisches Publikum schreibt (das mit einem Donald Trump leben muss). Vielleicht ist sein internationales Publikum nicht ganz so interessiert an seiner politischen Kritik – aber sollte eine Autor, ein Sänger, ein Regisseur oder ein Maler deshalb mit seiner Meinung hinter dem Berg halten? Ich denke nicht – also warte ich mal ganz entspannt auf sein nächstes Werk :-)

Mein Fazit:

Das Institut ist eine recht spannende, aber auch recht ausufernde Geschichte über den Missbrauch besonders befähigter Kinder. Ein typischer King und wenn man so wie ich ein Fan ist, dann passt es schon so. Wer kein King-Fan ist, der dürfte so seine Schwierigkeiten mit dem Werk haben.

Hörbuchinfos

  • Titel: Das Institut 
  • Originaltitel: The Institute
  • Autor: Stephen King
  • Übersetzer: Bernhard Kleinschmidt
  • Erzähler: David Nathan
  • Verlag: Random House Audio
  • Genre: Thriller
  • Erscheinungsjahr: 2019
  • ISBN: 978-3-8371-4567-0
  • Form: Hörbuch, ungekürzt,  ca. 21 Std.
  • Preis: Download 12,99 € bzw 1 Guthaben bei Audible
  • Preis:  Audio CD 26,00 € bei Random House Audio

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3 comments on “[Rezension] Das Institut

  1. Oh ja, die ganze Story ist recht amerikanisch. Aber das finde ich ok. Genau wie du schreibst, King ist ein amerikanischer Autor, der in und mit der Politik sowie Geschichte der USA lebt und für ein amerikanisches Publikum schreibt. Deshalb passt das für mich und ich finde es recht stimmig.

    Übrigens, das Ende hat mir recht gut gefallen, und das kann ich nicht von allen Werken von King behaupten. :D

    Liebe Grüße,
    Nicole

  2. Ich konnte auch gut damit leben – das King sich auch gerne mal kritisch zur aktuellen politischen Situation äußert finde ich auch gut, das hat er ja in anderen Büchern auch immer schon mal gemacht. Im Grunde ist mir das auch lieber als ein Autor, der seine Meinung lieber nicht äußert weil er Angst hat, ein Buch weniger zu verkaufen :-) ein bisschen weniger Plump wäre nett gewesen – aber vielleicht hatte Sorge, sein Publikum versteht ihn sonst nicht?

    Stimmt – nicht alle Werke von King finden ein befriedigendes oder logisches Ende, da hat Das Institut wirklich Glück gehabt :-)

    Liebe Grüße
    Tina

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