Hörbücher, Krimi/Thriller
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[Rezension] Das Mädchen am Strand

Das Mädchen am Strand

Das Mädchen am Strand von Anna Johannsen ist ein kleiner, feiner Regionalkrimi der auf Föhr  beheimatet ist. Mit ihrer Reihe Die Inselkommissarin schickt die Autorin ihre Kommissarin Lena Lorenzen in jedem Band auf eine andere nordfriesische Insel um einen Mord zu aufzuklären. Ich finde die Idee wirklich gut, auch wenn sie vielleicht nicht neu ist (?), so ganz auf dem laufenden bin ich da nicht. Aber dank dieser Idee komme ich ganz ohne zu verreisen von Insel zu Insel und ein paar prägnante Wahrzeichen und lokale Eigenheiten kommen immer ins Spiel.

Das Mädchen am Strand

Die Inselkommissarin 2

Anna Johannsen

Lena Lorenzen macht eigentlich ein paar Tage Urlaub auf ihrer Heimatinsel Amrum. Sie will die Zeit mit ihrer wiedergefundenen Jugendliebe Erck verbringen in der Zeit auch über eine eventuelle gemeinsame Zukunft nachdenken. Doch ihr Chef macht ihr einen Strich durch die Rechnung, denn er bittet sie eher im privaten Rahmen nach einer vermissten Jugendlichen auf Föhr zu suchen. Als am zweiten Tag der Suche das Mädchen tot am Strand aufgefunden wird wird das Team rasch erweitert und die Suche nach den Zusammenhängen fördert so manche unangenehme Wahrheit ans Licht.

Lena Lorenzen stand alleine an der Reling und trotzte dem leichten Septemberregen. In wenigen Minuten würde die Fähre auf Wittdün anlegen. Nach anstrengenden Tagen im LKA Kiel war sie am Spätnachmittag aufgebrochen und hatte mit viel Glück das Schiff nach Amrum erreicht. Das Mädchen am Strand, S. 7

Mein Eindruck:

Nicht alles so, wie es scheint

Urlaubsunterbrechung

Auf Bitten ihres Vorgesetzten hat sich Lena Lorenzen von ihrem eigentlich geplanten Kurzurlaubs mit ihrem Freund Erck verabschiedet. Stattdessen begleitete sie die Suche nach Maria Logener, einem vierzehnjährigen Mädchen das aus einer ultrareligiösen Familie stammt. Bereits am zweiten Tag der Suche werden sie fündig – Maria liegt mit aufgeschnittenen Pulsadern an einem einsamen Teil des Strandes.

Verdacht

Sowohl Lena als auch ihr junger Kollege Johann Grasmann glauben nicht an die Selbstmordtheorie. Marias Eltern, ihre Lehrer und auch ihre Freunde sind eher unkooperativ und abweisend. Das lässt bei den Ermittlern natürlich den Verdacht aufkommen, einer von ihnen hätte etwas mit Marias Tod zu tun. Ich finde es immer schwierig, wenn niemand was bemerkt haben will – aber wieviel merkt man wirklich aus dem Leben von Arbeitskollegen, Freunden oder Nachbarn?

Strenge

Einzig die ältere Schwester der Toten ist hilfreich und gibt tiefere Einblicke in Marias Leben. Lena und Johann dringen imm tiefer in das Leben von Maria ein und entdecken so manches Geheimnis. Das Leben in der sehr strengen und sehr konservativen Glaubensgemeinschaft der Eltern machte ihr Probleme, ihre Mitschüler haben sie immer wieder gemobbt, mit ihrer besten Freundin hatte sie Streit und auch ihre vielgeliebte große Schwester hatte in letzter Zeit eigene Probleme zu lösen. Ich kann diese tiefe, alles ausschließende, Religiosität so gar nicht nachvollziehen. Aber letztlich muss jeder selber entscheiden, was er für gut und richtig hält.

Privatleben

Aber nicht nur der wirklich schwierige Fall sorgt bei Lena für Kopfzerbrechen. Ihr Privatleben steht ebenfalls Kopf, denn sie muss sich entscheiden, ob sie für ein gemeinsames Leben mit Erck nach Amrum zieht – das würde aber bedeuten, dass sie nicht mehr für das LKA in Kiel arbeiten kann. Andererseits fürchtet sie, dass Erck ohne seine Insel und seinen Job dort nicht leben kann. Ich würde  an ihrer Stelle durchaus erst mal eine Art Fern – oder Wochenendbeziehung in Betracht ziehen, aber das scheint so gar nicht in Betracht zu kommen. Das ist vielleicht nicht ideal, aber durchaus machbar, zumal für eine befristete Zeit.

Entwicklung

Für meinen Geschmack hat sich die Protagonistin wirklich gut weiterentwickelt, auch wenn ich gerade ihre privaten Probleme nicht so wirklich gut nachvollziehen kann. Aber ich finde, dass sie in ihrem Job wirklich sehr einfühlsam und empathisch ist. Der Schreibstil von Anna Johannsen ist sehr flüssig, ich mag die intensiven Nachforschungen und habe mich bis zum Ende ein bisschen wie ein Teil des Teams gefühlt. Die oft gescholtene Stimme der Sprecherin finde ich auch ein bisschen schwierig, aber ich habe mich schnell daran gewöhnt.

Mein Fazit:

Das Mädchen am Strand von Anna Johannsen ist ein spannender Regionalkrimi, der dieses Mal auf Föhr handelt. Ich mag das Konzept des “Inselhopping”, ich mag die Art, wie die Autorin Geschichten erzählt und jetzt gerade im Moment läuft schon der nächste Teil in meinen Kopfhörern.

Hörbuchinfos
  • Titel: Das Mädchen am Strand
  • Autor/in: Anna Johannsen
  • Sprecher: Lena Münchow
  • Verlag: Audible Studios
  • Genre: Krimi
  • Erscheinungsjahr: 2018
  • ASIN: B07JJNWT3C
  • Form: Hörbuch-Download,  9 Stunden 48 Minuten
  • Preis: 16,71 € bzw. 1 Guthaben im Abo
  • Audible-Hörer werden   *Affiliate-Link  
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4 Kommentare

  1. Inge Lorenz sagt

    Gibt es Balduin neues Buch von Anna Johannsen ? Und kann ich mich da anmelden, damit ich automatisch alle neuen Bücher von ihr bekomme
    Lg Inge

    • Aus der Reihe „Die Inselkommissarin“ gibt es im Juni einen neuen Band mit dem Titel „Der Mann in den Dünen“. Es gibt aber auch noch andere Buchreihen von Anna Johannsen – zumindest eine weitere kenne ich.

      Bei Audible, da bekomme ich meine Hörbücher her, anmelden kannst du dich natürlich jedezeit – aber automatisch bekommt man da keine Hörbücher. Aber man kann sich Bücher nach Wunsch natürlich vorbestellen und bekommt das vorbestellte Hörbuch dann (Guthaben vorausgesetzt), sobald es vom Verlag ausgeliefert wird.
      Liebe Grüße
      Tina

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