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[Rezension] Das Meer von Mississippi

Das Meer von Mississippi

 Das Meer von Mississippi von Beth Ann Fennelly und Tom Franklin nimmt mich mit in den Süden der USA und in das Jahr 1927. Die Prohibition und alle Bestrebungen sie zu umgehen treiben seltsame Blüten und ich finde diese Zeit recht spannend. Ich kann mir gar nicht so recht vorstellen, wie es ist einen ganzen Wirtschaftszweig sowohl für Hersteller und Konsumenten zu verbieten. Andererseits lassen wird uns ja im Moment auch eine ganze Menge verbieten, weil wir es als Vernünftig ansehen. Vielleicht war das damals in den USA nicht so viel anders?

Das Meer von Mississippi

Beth Ann Franklin & Tom Franklin

Im Jahre 1927 regnet es im Süden der USA schon seit Jahresbeginn viel zu viel und viel zu heftig. Im April steuerte die Katastrophe aber auf einen neuen Höhepunkt zu – der Mississippi schwoll immer weiter an, drohte über die Ufer zu treten und unzählige Menschen verloren Haus und Hof. In dieser Zeit machten aber die Prohibitionsagenten Ingersoll und Johnson unverdrossen ihre Arbeit weiter und erreichen die kleine Ortschaft Hobnob. Sie sind auf de Suche nach zwei verschwundenen Kollegen, die einem örtlichen Schwarzbrenner auf der Spur waren.

Dixie Clay stapfte am Ufer des angeschwollenen Bachs durch den schmatzenden Schlamm und verscheuchte mit ihrem Hut die Mücken, als sie einen Kindersarg im Wasser dümpeln sah. Er hatte sich an einem Platanenstumpf verfangen. Bei dem Gedanken, ihr Sohn Jacob, den sie vor zwei Jahren begraben hatten, könnte zurückgekehrt sein, gaben ganz kurz ihre Knie nach. Das Meer von Mississippi, S. 9

Mein Eindruck:

Schwierige Umstände

Babyfund

Die beiden Prohibitionsagenten Ingersoll und Johnson stoßen bei ihren Recherchen zum Verschwinden ihrer Kollegen zuerst einmal auf die Überreste eines Massakers. Zwischen den Leichen der Eltern entdecken sie ein Baby, dass den Angriff überlebt hat und fühlen sich fortan verantwortlich für den kleinen Menschen. Sie taufen den Jungen Willy und überlegen, was sie nun mit ihm machen sollen.

Mitleid

Ingersoll ist selber auch Waise und kann es deshalb nicht übers Herz bringen, Willy im Waisenhaus abzugeben. Sie beschließen im nächsten Ort jemanden zu finden, der die Verantwortung für das Kind übernimmt. Sie treffen dabei auf Dixie Clay und ihren Mann Jesse – sie ist eine begnadete Schwarzbrennerin und er organisiert den Vertrieb.

Adoption

Die beiden erklären sich bereit, den Jungen bei sich aufzunehmen, da beide kurz zuvor ihren eigenen kleinen Sohn beerdigen mussten. Hier ist auch gleich einer der zentralen Punkte von Das Meer von Mississippi zu finden. Dixies Mutterliebe ist wirklich überbordend und beinahe wild. Sie kümmert sich fanatisch um Willy und verteidigt ihn ebenso fanatisch vor ihrem temperamentvollen Ehemann – auch wenn es gar nicht nötig ist.

Gegensätze

Ein anderes Thema des Buches sind Vorurteile und die Fähigkeit, sie zu überwinden und das Gegenüber als den Menschen zu sehen, der er wirklich ist. Dixie Clay ist eine Schwarzbrennerin und Ingersoll ist ein Prohibitionsagent, die beiden sollten sich hassen und bekämpfen, stattdessen erkennen sie recht schnell, dass sie sich wirklich mögen. Die ganze Geschichte spielte sich eigentlich fast nur zwischen den beiden ab und da ich als Leser immer ein kleines bisschen mehr als die Charaktere wusste, war ich immer neugierig ob sie alles rechtzeitig bemerken würden.

Unmoralisch

Jesse ist der in der gesamten Geschichte der Böse, der ständig sowohl gegen Dixie als auch gegen Ingersoll arbeitet. Er fordert ständig Loyalität ein, aber selber ist nur sich selbst gegenüber Loyal – ganz besonder klar wird das, als der Bürgermeister von New Orleans ihm ein mehr als unmoralisches Angebot macht. Die Tatsache, dass er dann für den Tod seiner Nachbarn und Freunde verantwortlich ist, stört ihn so überhaupt nicht.

Ende

Ich fand  Das Meer von Mississippi  ganz geschrieben und mochte all die Irrungen, Wirrungen und Wendungen. Schade fand ich, dass einige Personen, wie z.B. Ham Johnson, Ingersolls Partner, ehe nur Staffage waren – aber das ist wirklich jammern auch ganz, ganz hohem Niveau. Dagegen fand ich es wirklich gut, dass mit dem  Ende alle offenen Fragen beantwortet wurden.

Mein Fazit:

 Das Meer von Mississippi von Beth Ann Fennelly und Tom Franklin ist ein ganz ungewöhnlicher, aber wahnsinnig lesenswerter, super spanndender Roman. Es gibt alles, was in einen guten Krimi oder Thriller gehört: Mord, Verrat, Liebe, Beschützerinstinkt und eine sich stets wandelnde Lage – also auf jeden Fall das richtige für mich und meinesgleichen.

Buchinfos
  •   Titel: Das Meer von Mississippi
  •   Originaltitel: The Tilted World
  •   Autor/in: Beth Ann Franklin & Tom Franklin
  •   Übersetzung: Eva Bonné
  •   Verlag: Heyne Hardcore
  •   Genre: Roman
  •   Erscheinungsjahr: 2021
  •   ISBN: 978-3-453-27285-9
  •   Form: HC,  384 Seiten
  •   Preis: 22,00 €

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