Das Ritual des Wassers

[Rezension] Das Ritual des Wassers

Das Ritual des Wassers von Eva García Sáenz ist der zweite Teil einer Trilogie, die ihren Mittelpunkt im spanischen Baskenland hat. Der erste Teil Die Stille des Todes hat mich wirklich begeistert und ich habe mich schon sehr auf diesen zweiten Teil gefreut. Ich mochte diesen Mix aus altertümlichen Riten und moderner Polizeiarbeit aber vor allem mochte ich die bildhaften Beschreibungen des Stadtbildes und der Umgebung.

Das Ritual des Wassers

Eva García Sáenz

Für Inspector Ayala genannt  Kraken geht das Leben unweigerlich weiter. Nach dem dramatischen Showdown seines letzten Falles hat er zwar überlebt, aber er kann nach wie vor nicht sprechen. Zwar löst er das halbwegs geschickt mit Hilfe seines Smartphones – aber es ist halt eine Notlösung. Dann wird eine schwangere Frau gefunden, die nach einem alten, keltischen Opferritual hingerichtet wurde. Sie ist nicht das erste schwangere Opfer eines Serienmörders und wenn Kraken ihn nicht aufhält, auch nicht das Letzte. Es stellt sich heraus, dass das Opfer Krakens Jugendliebe war und auch seine neue Liebe ist schwanger. Vielleicht sogar von ihm …

Nach einer umständlichen Suche habe ich ein Foto der Frau gefunden, Blaubart. Sie sieht aus wie ich, auf ihre Art. Ihr habt mir gesagt, sie sei tot. Ihr habt mir in die Augen gesehen und mir gesagt, sie sei tot, verdammt! Ihr habt sie behalten. Das Ritual des Wassers, S. 16

Meine Meinung:

Die Auferstehung von alten Riten, Mythen und Legenden.

Wetter

Auch in diesem Band spielt die Atmosphäre wieder eine ganz besondere Rolle. Ziemlich am Anfang wird ein Wettereinbruch in den Bergen beschrieben, der das Team rund um Kraken und Estíbaliz in Lebensgefahr bringt. Während der Bergung der Leiche und der Begutachtung des Tatortes schlägt das Wetter plötzlich um und bringt sie alle in Lebensgefahr.

Drama

Ein Mitarbeiter überlebt das dramatische Geschehen dann auch nicht, und wird von den Wassermassen mitgerissen. Alle anderen – einschließlich der Leiche – finden in einer verlassenen Kapelle schutz vor Hagel, regen und Sturm. Es ist alles so anschaulich und eindringlich beschrieben, das es mich in meinem warmen Wohnzimmer beinahe auch fröstelt und ich froh bin im Trockenen zu sitzen.

Jugendliebe

Die meisten Mitglieder des Teams kenne ich ja nun schon aus dem ersten Band und viel hat sich hier nicht geändert und auch das Opfer ist wieder einmal jemand, den Kraken bereits von früher kennt. Ana Belén Liaño war seine erste Freundin, die er während eines freiwilligen Arbeitseinsatzes kennengelernt hat. Aber nicht nur er war in sie verliebt, sondern auch seine drei besten Freund, die mit ihm dort waren.

Mördersuche

So teilt sich auch die Geschichte in zwei Handlungsstränge auf. Der eine Teil befasst sich mit dem hier und jetzt des Mordes an Ana Belén Liaño. Der andere Teil schildert, was damals passiert ist. Für meinen Geschmack wird der Erinnerung hier ein bisschen zu viel Zeit gewidmet, dafür wird die Mördersuche in der Gegenwart vernachlässigt – was aber nicht nur an den Erinnerungen liegt.

Privatleben

Auch das relativ komplizierte Privatleben der Ermittler wird hier für meinen Geschmack zu sehr in den Vordergrund gestellt. Ja – Alba, Krakens Chefin ist schwanger. Entweder von Kraken oder aber von ihrem Ex, wobei letzteres wirklich nicht so gut wäre (siehe Band 1). Estíbaliz hat sich ja schon im letzten Buch von ihrem Freund getrennt und das eigentluch hauptsächlich, weil sie heimlich in Kraken verliebt ist.

Theater

Wenn die private Gemengelage unübersichtlicher ist, als der Kriminalfall, finde ich das nicht besonders gut. Zur  aktuell katastrophalen privaten Lage gesellt sich dann auch noch eine schwierige pubertäre Zwangslage, die von Ana Belén Liaño sehr kalkuliert mit Kraken und seinen drei besten Freunden herbeigeführt wurde. Das ist mir alles viel zu viel privates Theater.

Steril

Das alles sorgt dafür, dass Das Ritual des Wassers für mich ein gutes Stück hinter dem ersten Band zurückbleibt. Es fehlt mir an Tempo und Spannung, viele der Dialoge klingen für mich viel zu steril und aufgesetzt. Mir fehlt eindeutig das spanische Temperament und die Leidenschaft, die man im ersten Buch noch finden konnte.

Mein Fazit:

Das Ritual des Wassers von Eva García Sáenz reicht für mich bei weitem nicht an den wirklich sensationellen ersten Band heran. Ich hoffe, der dritte Teil wird dann wieder mehr meinem Geschmack entsprechen.

Buchinfos

  • Titel: Das Ritual des Wassers
  • Originaltitel: Los ritos del agua
  • Autor/in: Eva García Sáenz
  • Übersetzer/in: Alice Jakubeit
  • Verlag: Fischer Verlage
  • Genre: Thriller
  • Erscheinungsjahr: 2019
  • ISBN: 978-3-651-02584-4
  • Form: TB,  544 Seiten
  • Preis: 15,00 €

Inspector Ayala

  • Die Stille des Todes
  • Das Ritual des Wassers
  • Die Herren der Zeit (vorauss. 25.05.20)
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