Hörbücher, Krimi/Thriller
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[Rezension] Deichmörder

Deichmörder

Deichmörder von Hendrik Berg ist der Auftaktroman der Reihe um Theo Krumme, aus der ich den vierten Teil vor etwas mehr als einem Jahr gelesen habe. Kinder, wie die Zeit vergeht – auch wenn ich mit dem Urheber des Spruches nicht so viel am Hut habe weil ich seine Sendung im Fernsehen immer zwangsverfolgt habe  (ja, es gab mal eine Zeit mit nur drei Programmen und einem Fernseher für die ganze Familie) muss ich dem guten Heinz Schenk posthum recht geben. Die Zeit rennt tatsächlich wie verrückt und ich hänge irgendwie ständig hinterher. Aber das war wohl immer schon so und damit habe ich mich halbwegs arrangiert.

Deichmörder

Hendrik Berg

Eva und Till ziehen vom quirligen, schicken Berlin ins eher behäbige, ruhige  (fiktive) Kleebüll in Nordfriesland. Sie haben dort eine alte Friesenkate direkt am Deich erworben, richten sich dort behaglich ein und schließen schnell Freundschaft mit dem ein oder anderen Nachbarn.Eva genießt das beschauliche Leben aus ganzem Herzen, aber das traumatische Erlebnis das in Berlin hatte und was letztlich den Ausschlag für den Umzug gab, lässt sich nicht so leicht verdrängen. Sie hat jede Nacht Alpträume, fühlt sich beobachtet und verfolgt und leidet unter Visionen, die sie weit in die Vergangenheit zurückführen.

Eva konnte ihr Glück nicht fassen. Sie waren schon mal hier gewesen. Aber da hatte es in Strömen geregnet, und graue Wolken hatten den Himmel bedeckt. Doch jetzt, an diesem warmen Sommertag, mit dem grenzenlosen Blau über sich und der frischen Brise, fühlte sie sich wie in einem Traum. Deichmörder, S. 15

Mein Eindruck:

Manchmal sind Meer und Wellen gar nicht so beruhigend …

Deichbruch

Zum Einstieg werde ich als Leser erst mal zurück in das Jahr 1850 katapultiert und erlebe, wie schwierig das Leben in dieser Zeit war. Da kämpft eine junge Frau gegen gewalttätige Nachstellungen, ein Pfarrer predigt gnadenlos den Weltuntergang herbei und am Ende lautet die Hiobsbotschaft “ .. der Deich bricht!” – schon sehr düster, aber eben auch recht spannend.

Idyllisch

Viel idyllischer geht es heute in der Gemeinde Kleebüll zu und genau deshalb fühlen sich Till und Eva auch so wohl hier. Eva arbeitet in nahe gelegenen Kindergarten und hat sich mit der Kollegin ganz gut angefreundet. Till kann seine Arbeit als Werbetexter ganz gut im Homeoffice erledigen und muss nur gelegentlich nach Berlin in die Agentur fahren. Die Nachbarn sind nett und hilfsbereit – soweit ist also alles gut.

Tagträume

Aber gerade Eva, die immer noch reichlich angeschlagen von den Dingen ist, die ihr in Berlin passiert sind verliert sich immer öfter in Tagträume und bekommt manchmal den Sprung zurück in die Realität nicht richtig hin.Till kann das nicht immer nachvollziehen, weil Eva auch gerne mal etwas verschweigt, aber das belastet ihre Beziehung schon etwas.Eva will unbedingt wissen, woher ihre Visionen kommen und was sie bedeuten.

Stalker

Das sie sich nicht ganz unberechtigt sorgt, weiß sie gar nicht, aber ich als Leser bekomme durchaus mit, dass sich ihr ehemaliger Stalker (was für eine harmlose Bezeichnung für so einen Kerl) sich auf den Weg gemacht hat, um sie an der Nordseeküste aufzuspüren. Dabei sieht er eine blutige Spur an Opfern hinter sich her. Kommissar Theo Krumme hat zwar eine Ahnung, aber lange Zeit eben keine Beweise…

Showdown

Die Dinge spitzen sich immer dramatischer zu und münden in einem ziemlich heftigen Showdown, der einen sehr würdigen Abschluß zu einer sehr spannenden Geschichte bildet. Ich habe diese historischen Einschübe wirklich geliebt und auch wie Hendrik Berg das alles miteinander verflochten hat. Ein bisschen mystisch, ein paar alte Legenden und Geschichten und eine gute Portion Aberglauben passen wirklich gut zu der ebenfalls sehr gruseligen und beklemmenden Geschichte vom Stalker

Ruhig

Mit Deichmörder habe ich nun begonnen, die Reihe um Theo Krumme tatsächlich von Beginn an zu verfolgen. Auch wenn besagter Kommissar hier gar nicht so oft vorkommt, sondern eher im Hintergrund agiert, freue ich mich darauf ihn und sein Team wiederzusehen. Ich mag die eher ruhige Erzählweise der trotzdem spannenden Geschichte, die durch den Sprecher Oliver Erwin Schönfeld sehr gut rübergebracht wird. Auch den nächsten Teil werde ich sicher wieder hören.

Mein Fazit:

Deichmörder von Hendrik Berg ist eine wirklich spannende Geschichte, die mit einem leicht mystischen und zusätzlich historischem Einschlag erzählt wird. Ich finde dies Mischung aus geheimnisvoll, historisch und aktuell kriminell sehr gelungen und habe mit Eva sehr oft mitgelitten und mitgebangt.

Hörbuchinfos
  • Titel: Deichmörder
  • Autor/in: Hendrik Berg
  • Sprecher: Oliver Erwin Schönfeld
  • Verlag: Audible Studios
  • Genre: Krimi
  • Erscheinungsjahr: 2019
  • ASIN:  B07TTJSW2K
  • Form: Hörbuch-Download,  9 Stunden 29 Minuten
  • Preis: 9,95 € bzw. 1 Guthaben im Abo
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