Krimi/Thriller
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[Rezension] Die dunkle Stille des Waldes

Die dunkle Stille des Waldes

Die dunkle Stille des Waldes von Nalini Singh ist erst der zweite Neuseeland-Thriller der Autorin, denn bisher war sie in einem ganz anderen Genre unterwegs. Sie hat schon wahnsinnig viele Bücher geschrieben, die aber fast alle eher in Richtung Fantasy und Romantik gehen, also eher nicht gerade mein Beuteschema. Vielleicht ist mir deshalb ihr  erster Thriller gar nicht aufgefallen, aber dafür hat dieser hier jetzt meine volle Aufmerksamkeit.

Die dunkle Stille des Waldes

Nalini Singh

Die schöne Nina Rai lebt mit ihrem schwerreichen und doppelt so altem Ehemann das Leben vieler finanziell unabhängiger, gelangweilter Menschen. Doch eines Nachts verschwand sie spurlos und mit ihr ein Haufen Geld. Ihr Vermisstenfall wurde schnell zu den Akten gelegt, denn niemand in ihrer Nachbarschaft hatte Lust, dass die Polizei in ihrer Näher herumwühlte. So wurde sie als weiter Frau, die ihren reichen Ehemann satt hat abgestempelt und niemand fragte weiter nach. Doch dann tauchen 10 Jahre später ihre Knochen in einem Autowrack auf, das im dichten neuseeländischen Wald vor neugierigen Blicken verborgen liegt.

Meine Mutter verschwand vor zehn Jahren spurlos. Ebenso wie eine Viertelmillion Dollar in bar aus dem Safe meines Vaters. Die Polizei kam. Die Nachbarn flüsterten, sie sei eine Diebin. Mein Vater nannte sie eine Schlampe. Die dunkle Stille des Waldes, S. 7

Mein Eindruck:

Spannend, gespenstisch und überraschend

Verschwunden

Als Nina Rai eines Nachts spurlos verschwand, taten ausnahmslos alle so, als hätte sie sich einfach mit einer Menge Bargeld aus dem Staub gemacht. Ihr Ehemann, die Nachbarn, die Polizei – keine konnte oder wollte etwas anderes glauben. Aber hätte sie tatsächlich ihren Sohn einfach bei seinem oft kalten und hartherzigen Vater gelassen? Ihr Sohn Aarav hatte gelernt, sie dafür zu hassen und hatte diese von allen verbreitete Version stets geglaubt.

Kindheit

Aaravs Kindheit war schon vor dem verschwinden seiner Mutter schwierig gewesen, aber danach wurde es immer schlimmer. Das Verschwinden traumatisierte ihn und trieb ihn irgendwann in die Alkoholsucht. Dann hatte er einen schweren Unfall, lag eine Weile im Koma und beginnt nun langsam sich zu erholen. Er überwindet seinen Alkoholismus und spricht sich bei seinem Psychiater alles von der Seele.

Leichenfund

Nachdem nun aber die sterblichen Überreste seiner Mutter gefunden wurden, beginnt er alles in Frage zu stellen. Vor allem aber fragt er sich, welche seiner Erinnerungen an jene stürmische Nacht tatsächlich stimmen. Er beginnt eigene Ermittlungen anzustellen, denn der Polizei vertraut er nicht. Bei diesen Ermittlungen bemerkt er schnell, wie viel Hässlichkeit, Lügen und Missgunst hinter den glänzenden Fassaden der millionenschweren Villen zu finden ist.

Verdächtige

Mir bieten sich hier eine Menge Verdächtige und noch mehr mögliche Tatmotive an. Nina war keine sonderlich nette oder freundliche Person und beinahe jeder Nachbar hätte einen Grund gehabt, sie ermorden – denn jeder von ihnen hatte etwas zu verbergen und Nina kannte viele ihrer Geheimnisse. All die verschiedenen Charaktere in der Siedlung, die vielfältigen Ethnien die nicht immer miteinander klar kamen und über all dem schwebt immer wieder etwas Anrüchiges und Verbotenes.

Beeinflusst

Nalini Singh schafft es mühelos, mich in diesen Mikrokosmos hineinzuziehen. Ich lasse mich immer wieder auf die eine oder andere Seite ziehen, aber vor allem bin ich immer auf Aaravs Seite – obwohl er auch nicht gerade ein Unschuldslamm ist. Seine Schilderung der Dinge wie er sie sieht oder erlebt hat beeinflussen mich und meine Meinung über das Geschehen aber immer wieder. Jeder gerät bei mir unter Verdacht : der Vater, der Liebhaber, Aarav,  fast alle Nachbarn – aber wer war wirklich dazu fähig?

Auflösung

Am Ende stellt sich aber heraus, das ich mit all meinen Verdachtsfällen falsch lag – jedenfalls im Bezug auf Nina verschwinden. Bei Licht betrachtet oder vielleicht besser im Nachhinein betrachtet war es aber dann doch fast vorhersehbar. Zwischendurch war die Geschichte mal beinahe ein bisschen langatmig, aber ich fand die ganzen Gedankenspiele und das Verwischen der Grenzen zwischen Traum und Realität total spannend.

Mein Fazit:

Die dunkle Stille des Waldes von Nalini Singh ist ein spannender und überraschender Thriller, der mich besonders mit seinen vielen Charakteranalysen in seinen Bann gezogen hat. Ich bin gespannt auf weiter Thriller in dieser Art.

Buchinfos
  • Titel: Die dunkle Stille des Waldes
  • Originaltitel: Quiet in Her Bones
  • Autor: Nalini Singh
  • Übersetzer/in: Katharina Naumann
  • Verlag: Droemer Knaur  Verlag
  • Genre: Thriller
  • Erscheinungsjahr: 2021
  • ISBN: 978-3-426-22761-9
  • Form: TB, 480 Seiten
  • Preis: 14,99 € 

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