Krimi/Thriller
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[Rezension] Die dunklen Wasser von Inverness

Die dunklen Wasse von Inverness

Die dunklen Wasser von Inverness von G.R. Halliday ist der zweite Teil einer Serie rund um DI Monica Kennedy – eine Frau für besondere Fälle. Ich habe bereits den ersten Teil Die  Toten von Inverness gelesen und für besonders gut befunden.  Die Serie scheint nicht besonders zimperlich zu sein und beschreibt die Dinge schon ziemlich detailliert. Wer da eher empfindlich ist, sollte vielleicht doch lieber etwas anderes lesen. Im ersten Teil mochte ich das Zusammenspiel von Mystery und dem eher grausamen Anteil – mal sehen, ob das in diesem Band auch so ist.

Die dunklen Wasser von Inverness

DI Monica Kennedy 2

G. R. Halliday

Auf einer dunklen, einsamen Bergstraße in den schottischen Highland erlebt eine junge Frau den Alptraum schlechthin. Wie aus dem nichts taucht plötzlich ein kleines Mädchen vor ihr auf, sie versucht auszuweichen, verliert die Kontrolle über ihren Wagen und kommt von der Straße ab. Als sie irgendwann wieder erwacht befindet sie sich in einem dunklen feuchten Raum. Kurz darauf verschwindet ein Tourist, der ebenfalls das mysteriöse kleine Mädchen gesehen hat. Dann taucht plötzlich ein grausam verstümmelter Körper auf und DI Monica Kennedy und ihr Team müssen erneut ermitteln.

Das kleine Mädchen stand mitten auf der Straße. Die Zeit schien sich zu verlangsamen. Mit einer Klarheit, als wäre das Bild eingefroren, sah Annabelle das Kind vor sich. Sie registrierte das weiße T-Shirt und die abgeschnittenen Jeans-Shorts, die spindeldürren Ärmchen undBeine, die daraus hervorragten. Die dunklen Wasser von Inverness, S. 15

Mein Eindruck:

Gespenstisch und spannend

Kennenlernen

Zum Einstieg in die Geschichte lernt man erst einmal Annabelle kennen. Eine junge Frau, offensichtlich mit einem Handicap, die versucht ihr Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. In einem Anflug von Verzweiflung und Trotz hat sie sich auf den Weg in die Highlands gemacht – vielleicht um sich selbst und anderen zu beweisen, dass sie immer noch alles selbstständig machen kann. Für das  Desaster, das darauf folgt ist sie wirklich nicht verantwortlich.

Jagdsaison

DI Monica Kennedy wird ein paar Monate nach den Ereignissen des ersten Buches mit dem dem Fall betraut, um den es hier geht. Sie und ihr Team haben immer noch nicht alles wirklich verdaut, was seinerzeit geschehen ist, aber das Leben muss weitergehen und ihre Arbeit macht keine Pausen. So werden sie jetzt zum Fundort einer zerstückelten Leiche gerufen und sie werden erneut einen Serienkiller jagen müssen. Inzwischen wurde das Team um einen “Neuen” erweitert, trotzdem bleibt die ganze Truppe ein bisschen im Dunkeln.

Zwei Stränge

Die vorliegende Geschichte ist in zwei Handlungsstränge aufgeteilt. Da gibt es einmal das Geschehen rund um Annabelle, die entführt wurde und sich nun in der Hand mehrer Entführer. Diese setzen sie immer wieder ganz unterschiedlichen psychologischen und physischen Torturen aus. Dieser Teil der Geschichte ist gleichermaßen gruselig und genial – und er sorgt durchaus für schlaflose Momente. Ich konnte mich nur schwer von Annabelles Schicksal lösen um dem Rest des Buches zu folgen.

Polizeiarbeit

Der zweite Handlungsstrang befasst sich mit DI Monica Kennedy und ihrem Team. Akribisch und penibel gehen sie jeder Spur nach, während sie – wie fast alle modernen Ermittler – gegen ihre eigenen Dämonen kämpfen. Sowohl die reine Polizeiarbeit als auch die persönlichen Probleme der Ermittler fand ich eher blass und langweilig. Ich lerne dabei zwar DI Kennedy ein bisschen besser kennen, aber ehrlicherweise fand ich das alles im Vergleich zu dem was Annabelles Geschichte ausmacht einfach fad. Das führte am Ende dazu, dass ich hier oft quergelesen habe.

Horror

Beide Handlungsteile spielen sich vor der unvergleichlichen Kulisse der schottischen Highlands ab, die  auch immer wieder ausreichend Raum für ihre wilde, und durchaus auch oft unheimliche, Schönheit bekommen. Alles in allem überwiegen auch in diesem Teil die düsteren, bedrohlichen und unheimlichen Töne – was ich jetzt generell nicht schlecht finde. Allerdings kommt der Anteil der Ermittlungen und des Polizeiteams deutlich zu kurz und es bleibt eigentlich eher der Eindruck einen wirklich guten, sehr durchdachten und sehr gruseligen Horrorroman gelesen zu haben.

Mein Fazit:

Die dunklen Wasser von Inverness von G.R. Halliday ist ein sehr spannender zweiter Teil rund um Monica Kennedy und ihr Team. Für mich ist es mehr Horror und weniger Kriminalfall – aber ich mag halt auch gelegentlich eine wirklich gute Horrorgeschichte.

Buchinfos
  • Titel: Die dunklen Wasser von Inverness
  • Originaltitel: Dark Waters
  • Autor/in: G.R. Halliday
  • Übersetzer/in: Bettina Spangler
  • Verlag: Blanvalet Verlag
  • Genre: Thriller
  • Erscheinungsjahr: 2021
  • ISBN: 978-3-7341-0797-9
  • Form: TB,  544 Seiten
  • Preis: 10,00 €
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