Schwarze Federn

[Rezension] Schwarze Federn

Schwarze Federn ist ein Krimi von Nina Malik, der auf jeden Fall gerne mal als Thriller hätte bezeichnet werden können :-) Wie oft habe ich schon Thriller gehabt, die diesen Namen nicht wert waren… Der Klappentext hat mich auf jeden Fall sehr neugierig gemacht – dieses Mal auch völlig zu Recht.

Schwarze Federn

Nina Malik

Rerrick in der Nähe von Hamburg ist eigentlich ein eher ruhiger Ort, was nicht heißt, dass dort nichts passiert. Als Marlis erwacht, weil sie einen Albtraum hatte, muss sie feststellen, dass irgendjemand ihr Haus verwüstet hat. Sie sieht zuerst nach ihren Töchtern und schaut sich dann genauer im Haus um. Im Wintergarten der Villa findet sie ein  totes Liebespaar, auf  Federn gebettet und mit Teer beschmiert. Sie schafft es noch, die Polizei zu rufen, bevor ihre Nerven endgültig versagen.

Befreit von der Last, die wahnwitzige Situation begreifen zu müssen, betrachtete Marlis das schlafende Paar, das auf seltsame Weise ihr Herz berührte. Schwarze Federn, S. 12

Mein Eindruck:

Es gibt Dinge, die will man gar nicht wissen…

Start mit Gänsehaut

Gleich zu Beginn stürzt man mitten ins Geschehen – oder mitten in einen Alptraum, ganz wie man es nimmt. Die Vorstellung, das zu finden, was Marlis Seelers in ihrem Wintergarten findet verursacht schon leichte Beklemmungen und eine Gänsehaut. Kein Wunder also, dass sie einen Nervenzusammenbruch erleidet. Auch die Ermittler, allesamt erfahrene Kriminalisten, sind schockiert.

Gründliche Ermittlerin

Eine der Ermittlerinnen, Franka Janhsen, begleite ich fortan bei ihren Ermittlungen und das, was sie dabei alles herausfindet, ist abgründig, gruselig und nur schwer vorstellbar. Ihre hartnäckige Art, ihr ständiges nachbohren finde ich ausgesprochen sympathisch, weil sie sich nicht mit den leichten, eher offensichtlichen Antworten zufrieden gibt. Ihren etwas schweren Stand bei der Rerricker Kripo kann ich allerdings nur schwer nachvollziehen.

Vorgeschichte?

Es wird zwar oft auf ihre problematische Vorgeschichte hingewiesen, aber so diffus und nebulös, dass es für mich keinen Sinn ergibt. Was hat es mit ihren persönlichen Abgründen auf sich? Die Frage bleibt offen, vielleicht gibt es ja eine Fortsetzung mit einer Aufklärung? Ebenso verhält es sich mit den Andeutungen zu ihrem ersten Fall in Rerrick, dem „Asche-Fall“, der immer mal wieder zu Sprache kommt.

Andere Sichtweise

Eine zweite Perspektive auf das Geschehen erhält man durch Noah, ein junger Mann, der irgendwie gegen seinen Willen in das Geschehen verstrickt ist. Seine Gedankengänge sind meist etwas wirr, was sicher auch daran liegt, das er oft ziemlich high ist :-) Trotz seiner Verwirrtheit bringen seine Gedanken oder Erlebnisse aber eine gewisse Klarheit in die Sache – allerdings nur für mich als Leser, nicht für die Ermittler. Vielleicht gibt ein weiterer Band aber auch über ihn ein paar Geheimnisse preis *mit dem Zaunpfahl winke*

Überraschendes Ende

Insgesamt hat mich Schwarze Federn wirklich gefesselt und ich war total begeistert von der Story und vom Schreibstil der Autorin. Der oder die Täter tauchen eigentlich recht früh in der Geschichte auf, trotzdem geraten sie bis kurz vor dem Ende  gar nicht so in den Fokus und das Finale hat mich dann wirklich überrascht. Auch das „Ende nach dem Ende“ fand ich überraschend, denn es zeigt noch einmal eine ganz neue Seite an Franka Janhsen, gar nicht cool und unnahbar, sondern einfühlsam und verständig.

Mein Fazit:

Schwarze Federn ist für mich ein Thriller/Krimi der Extraklasse. Böse, abgründig und superspannend führt er hinter die cleanen Fassaden einer Kleinstadt. Ich hoffe auf jeden Fall auf einen zweiten Band mit Franka Janhsen :-)

 

Buchinfos

  • Titel: Schwarze Federn
  • Autor: Nina Malik
  • Verlag: Blanvalet Verlag
  • Genre: Krimi
  • Erscheinungsjahr: 2016
  • ISBN: 978-3-7645-0572-1
  • Form: TB,  480  Seiten
  • Preis: 14,99 €

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