Voodoo Berlin

[Rezension] Voodoo Berlin

Voodoo Berlin vom Autoren-Duo Peter Gallert und Jörg Reiter ist hauptsächlich in Berlin angesiedelt. Berlin ist, was Krimis und Thriller anbelangt nicht meine Lieblingsstadt. Aber die Geschichte im Klappentext klang für mich so spannend, dass ich einfach nicht nein sagen konnte. Voodoo in Berlin – ich finde viel exotischer geht es kaum, oder?

Voodoo Berlin

Peter Gallert, Jörg Reiter

Ein Dealer wird grausam mit einer Machete ermordet und der Täter hackt ihm auch noch die Zunge und die Hände ab. Soll das Ganze als Warnung an andere Dealer verstanden werden? Hat er was gesagt oder getan, was er nicht hätte sagen oder tun dürfen? Oder geht es hier um etwas ganz anderes? Vielleicht ein Ritualmord? Der Beginn einer grausigen Mordserie? Heiko Brandt und seine Kollegin Zehra Erbay ermitteln in dem Fall und stoßen auf erschreckende Dinge…

Eigentlich war die Sache klar: Das Sonderkommissariat für Tötungsdelikte mit fremdkulturellen Hintergrund war von oben gezielt kaltgestellt worden. Voodoo Berlin, S. 15

Mein Eindruck:

Es gibt Dinge, die sind so erschreckend, das ich sie mir nicht mal vorstellen möchte – aber sie sind real.

Erschreckend

Der Einstieg in Voodoo Berlin ist so erschreckend und widerwärtig, weil es so real ist. An einem afrikanischen Mädchen wird eine sogenannte Mädchenbeschneidung, also eine Genitalverstümmelung, vorgenommen. Das erste mal habe ich in dem Buch Wüstenblume vor vielen Jahren darüber gelesen und ich war heute genauso geschockt, angeekelt und wütend wie damals, wie man jemandem, noch dazu einem Kind, so etwas antun kann.

SOKO

Danach geht es mit dem “Sonderkommissariat für Tötungsdelikte mit fremdkulturellen Hintergrund” und den Ermittlern Brand und Erbay. Ein Sonderkommissariat mit einem derart sperrigen, aber irgendwie typisch deutschen, Namen gibt es hoffentlich nicht wirklich, oder? Allerdings hoffe ich das auch ein bisschen was die beiden Ermittler angeht. Ich würde jedenfalls mit beiden nicht so gern zusammenarbeiten. Ich finde Polizeiarbeit ist Teamwork – davon haben beide keine Ahnung.

Klischees

Verschrobene, eigenbrötlerische und irgendwie vorgeschädigt Ermittler sind in – weiß ich. Aber diese beiden nerven mich mit ihren Marotten und Eigenarten schon ziemlich. Mich von den beiden durch das Flüchtlingselend und durch die offenbar recht große afrikanische Community Berlins, sowie die Voodoo-Szene  mit ihren Priestern steuern zu lassen fand ich recht schwierig. Ich fand das alles schon sehr klischeehaft, aber vor allem fand ich einiges recht unglaubwürdig – was in einer fiktiven Geschichte ja dann wieder passen würde.

Krimiplot

Der eigentliche Krimiplot ist auf jeden Fall gut konstruiert und hatte viel Potential, was aber meiner Meinung nach überhaupt nicht ausgeschöpft wurde. Immer wieder geriet der Kriminalfall in den Hintergrund, weil sich entweder die Ermittler irgendwie profilieren mussten oder weil es mal wieder Zeit für eine Runde, meiner Meinung nach, sehr klischeebehafteter Sozialkritik war. Das Ende der Story ist dann auch recht bitter – passt aber zur vorangegangenen Geschichte.

Mein Fazit:

Voodoo Berlin ist eine durchaus spannende Geschichte mit sehr viel Potential, das aber meiner Meinung nach nicht Mal zur Hälfte ausgeschöpft wird. Schade drum, aber meins war das Buch leider nicht.

Buchinfos

  • Titel: Voodoo Berlin
  • Autor: Peter Gallert und Jörg Reiter
  • Verlag: Emons Verlag
  • Genre: Thriller
  • Erscheinungsjahr: 2019
  • ISBN: 978-3-7408-0507-4
  • Form: TB,  ca. 352 Seiten
  • Preis: 14,95 €

Brandt &Erbay

  • Kopfjagd
  • Voodoo Berlin

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