Todesfrist

[Rezension] Todesfrist

Todesfrist habe ich eine ganze Weile vor dem allgemeinen Sneijder-Hype gelesen. Gott sei Dank, denn so konnte ich vollkommen unvoreingenommen die Eskapaden des eigenwilligen Ermittlers genießen und ihm dann verfallen :-) Ich finde, er hat den ganzen Hype vollkommen verdient und hoffe, er kann ihn ganz entspannt genießen :-) Ich freue mich auf jeden Fall auf neue Herausforderungen für Sneijder, die sein Schöpfer Andreas Gruber sich hoffentlich einfallen lässt.

Als Carmen die Augen aufschlug, umgab sie schwerfällige Dunkelheit. Sie war nicht in ihrem Schlafzimmer, ja nicht einmal in ihrer Wohnung. Sie vermisste das Ticken der Uhr, den Duft der frischen Bettwäsche und das rote Blinklicht des Videorekorders. Stattdessen roch es nach Feuchtigkeit, Holz und Zement. Todesfrist, S.8

Todesfrist

von Andreas Gruber

In einer Münchener Kirche wird die Leiche einer Frau gefunden, die an schwarzer Tinte ertrunken ist. Schnell ist klar, dass die Frau die Mutter von Kommissarin Sabine Nemez ist und eigentlich ist diese damit von den Ermittlungen ausgeschlossen. Aber als ihr Vater dann in den Verdacht gerät seine Ex-Frau ermordet zu haben, mischt sie sich in den Fall ein, zumal dieses Opfer ganz offensichtlich nicht das erste ist. Mittlerweile hat der Killer längst sein nächstes Opfer entführt und gemeinsam mit Maarten S. Sneijder, einem Profiler des BKA, jagt Sabine Nemez den Serienkiller, dem offensichtlich die Geschichten aus dem Struwwelpeter als Vorlage für seine Verbrechen dienen.

Mein Eindruck:

Nach einem äußerst beklemmenden Prolog erzählt Andreas Gruber die Geschichte seines Serienkillers in verschiedenen Handlungssträngen. Die verschiedenen Handlungsebenen wechseln oft, einige Zusammenhänge ergeben sich recht schnell, aber andere brauchen eine Weile bis man sie erkennt. Wie alles genau zusammenhängt, warum der Killer tut, was er tut, wird eigentlich erst am Ende der Geschichte aufgedröselt.

Wir kiffen…

In etlichen psychotherapeutischen Sitzungen (allesamt in der Vergangenheit) wird der Killler vorgestellt und man bekommt eine leise Vorstellung von dem Menschen hinter diesen Taten.  Ich persönlich fand aber den Killer und seine Beweggründe nur halb so interessant wie Maarten S. Sneijder, der wie eine Dampfwalze im Kommissariat anrollt. Er ist arrogant, rücksichstlos, respektlos und treibt seine Kollegen mit seinen Eskapaden beinahe in den Wahnsinn. Er leidet unter Cluster-Kopfschmerzen (die ich im Nachhinein erst mal googlen musste) die er mit Selbstakkupunktur und ziemlich viel Marihuana bekämpft und er klaut (aus Prinzip) Bücher – allerdings nur bei einer bestimmten Handelskette. Informationen verlangt er stets in nur drei Sätzen zu erhalten und wird auch gerne mal beleidigend, wenn nicht alles nach seinen Wünschen läuft.

Es wächst zusammen…

Weil ihr nichts anderes überbleibt wenn sie den Fall lösen möchte arbeitet Sabine Nemez nun mit diesem Scheusal zusammen und erkennt schnell, dass hinter all seinen schlechten Manieren ein brillianter Kopf arbeitet. Immer wieder geraten sie aneinander, aber sie erweisen sich als wirklich gutes Team und wachsen nach und nach zusammen.  Andreas Gruber gönnt seinen beiden Ermittlern keine Ruhepause, wohl aber die eine oder andere Fehleinschätzung – was die ganze Geschichte für mich deutlich glaubhafter oder realistischer gemacht hat.

Erfreulich ist…

Erfreulich, soweit man beim Thema Serienkiller von erfeulich reden kann, fand ich die Tatsache, dass hier nicht einfach eine Aneinanderreihung von brutalen, blutigen Mordszenarien vorgestellt wird. Die Tatorte werden (fast) immer erst später gefunden  und so bleibt es meiner Fantasie überlassen, wie ich mir vorstelle was passiert ist. Sneijders Eskapaden lockern die Geschichte immer mal wieder zwischendurch auf und als Leser kann ich so immer mal wieder durchatmen – wenn auch nicht lange, denn die Geschichte ist sehr temporeich angelegt.

Mein Fazit:

Schnell, spannend und immer mal wieder mit hintergründigem Humor durchsetzt – genauso mag ich Thriller. Gut, dass ich doch noch Zeit hatte Todesfrist zu lesen :-)

Buchinfos  

  • Titel: Todesfrist
  • Autor: Andreas Gruber
  • Verlag: Goldmann
  • Genre: Thriller/Krimi
  • Erscheinungsjahr: 2013
  • ISBN: 978-3-442-47866-8
  • Form: TB,  432 Seiten
  • Preis: 9,99 € 
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Hallo! Mein Name ist Tina und ich blogge hier…hauptsächlich über Bücher und allem was dazu gehört. Ich würde mich freuen, wenn du mir einen Kommentar hinterlässt oder meinen Beitrag teilst.

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8 Kommentare zu “[Rezension] Todesfrist

  1. Hallo Tina,

    oh ja, Maarten S. Sneijder ist ein richtig schräger Kauz und verleiht der Reihe ordentlich Charme. Die Folgebände lohnen sich ebenfalls, wobei mir der letzte Teil nicht mehr ganz so gut gefallen hat.

    Liebe Grüße & schönes Wochenende,
    Nicole

    1. Hallo Nicole,

      den letzten Teil fand ich auch nicht soo gut – aber vielleicht lag es auch daran, dass die Geschichte um Sneijder ja einen neuen Anfang haben muss und ich damit nicht so klar kam? Keine Ahnung, einen weiterne Teil werde ich auf jeden Fall auch noch probieren :-)

      Dir auch ein schönes Wochenende

      Tina

  2. Hallo liebe Tina,

    das klingt ja nach einem spannenden Thriller, ganz nach meinem Geschmack! Andreas Gruber hatte ich bis jetzt nicht so auf dem Schirm, aber bei meinem nächsten Buchladenbesuch werde ich seine Bücher gleich mal genauer unter die Lupe nehmen. :)

    Liebe Grüße und ein sonniges Wochenende,
    Kathi

    1. Hallo Kathi,

      die Bücher solltest dir auf jeden Fall genauer ansehen :-) Wobei es da ja auch noch 2 andere Reihen gibt, dir mir persönlich jetzt nicht ganz so gut gefallen. Allerdings könnte das auch daran liegen, dass ich immer alles von Herrn Gruber mit Sneijder vergleiche und das ist dann echt schwierig :-)

      Dir auch ein schönes Wochenende

      Tina

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