Krimi/Thriller
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[Rezension] Sechzehn Pferde

Sechzehn Pferde

Sechzehn Pferde von Greg Buchanan ist kein klassischer Kriminalroman, eher eine Mischung aus Horror, Mystery und Krimi – das dann allerdings in einem beinahe perfekten Mix. Allerdings weise ich schon mal vorsorglich darauf hin, dass man dieses Buch besser nicht lesen sollte, wenn man ein Problem mit der expliziten Darstellung von Tierquälerei hat. Auch wenn das nicht der Hauptbestandteil dieser Geschichte ist, ist sie aber immer mal wieder ein Thema das sehr detailliert angesprochen wird.

Sechzehn Pferde

Greg Buchanan

In der kleinen, längst vergessenen, Küstenstadt Ilmarsh in England stellen ein Bauer und seine Tochter voller Verzweiflung fest, dass ihre Pferde getötet wurden. Die sechzehn Pferdeköpfe wurden kreisförmig auf einem Acker begraben, die Schweife wurden in der Nähe der Köpfe aufbewahrt. Detective Sergeant Alec Nichols von der örtlichen Polizei wird gerufen um zu untersuchen, was hier passiert ist. Unterstützung erhält er dabei von der Veterinärforensikerin Dr. Cooper Allen. Ziemlich schnell wird klar, das die die vergrabenen Kadaver eine unvorhergesehene Kette weiterer Verbrechen in Gang setzen.

Alec zählte sechzehn Köpfe, auf der Seite liegend und fast vollständig eingegraben. Nur ein Auge lag frei, und bei einem Kopf konnte man ein Stück des Halses erkennen. Schwer zu sagen, ob die Reste der Kadaver sich auch an dieser Stelle befanden. Sechzehn Pferde, S. 13

Mein Eindruck:

Gruselig, verstörend und richtig spannend

Lost Places

Schauplatz der Geschichte ist Ilmarsh, eine kleine, längst vergessene, Vergnügungsstadt an der britischen Küste.  Ilmarsh hat schon deutlich bessere Zeiten gesehen, wurde aber von der Politik zusehends dem langsamen Verfall überlassen. Die Stadt wird immer mehr zur Geisterstadt, wer kann zieht weg, wer nicht kann, versinkt in Verbitterung und Hass. Am Rande dieser Gemeinde entdecken ein Farmer und seine Tochter vollkommen entsetzt, halb in der Erde vergraben, die Köpfe ihrer geliebten sechzehn Pferde.

Tätersuche

Alec Nichols, der zuständige Polizist vor Ort und die Veterinärforensikerin Dr. Cooper Allen versuchen herauszufinden wer die majestätischen Tiere getötet hat, um sie dann, wie einem unheilvollen Ritual folgend, halb  zu begraben und halb zur Schau zustellen. Es ist schwer vorstellbar, dass die brutale Tötung der Tiere, deren Enthauptung und das Eingraben auf dem Acker von nur einer Person zu bewerkstelligen war. Gemeinsam machen Alec Nichols und Allen Cooper sich auf die Suche nach den Tätern. Aber widrige Umstände erschweren ihnen die Arbeit zusehends.

Quarantäne

Ein ganz anderer Fund macht ihnen nämlich  schnell einen Strich durch die Rechnung. In dem Boden, in dem die Pferdeköpfe begraben waren, wird ein hochansteckender Krankheitserreger entdeckt. Viele  derjenigen, die mit den Kadavern in Kontakt gekommen sind, werden schwer krank und etliche versterben. Daraufhin wird Ilmarsh unter Quarantäne gestellt und nach und nach macht sich eine gewisse Panik oder Paranoia breit, die genau wie der unbekannte Krankheitserreger, immer mehr Opfer fordert.

Düstere Vorahnungen

Greg Buchanan schafft es, mich immer mehr in seine klaustrophobische Vorahnung hineinzuziehen, so dass ich das Buch gar nicht mehr weglegen konnte. Die Beschreibungen der Stadt und ihrer Einwohner, die Geräusche die er schildert, die dunkle und unheimliche Atmosphäre die förmlich aus den Zeilen kriecht haben mich schnell gepackt. Die ganze beunruhigende Aura die über der Story hängt haben mich gewissermaßen verzaubert und ich habe manchmal total vergessen, dass ich ja brav und gemütlich auf meiner Couch hocke und nicht in Ilmarsh bin.

Vergangenheit

Innerhalb dieser düsteren Phasen kommt eine Reihe von Verbrechen ans Licht, die bis dahin eher totgeschwiegen wurden, nun aber grausam Rache und somit weitere Opfer fordern. Die Morde die geschehen, hängen irgendwie mit den Geheimnissen aus der Vergangenheit  zusammen und jeder verdächtigt irgendwann jeden. Alle möglichen dunklen Verhaltensweisen und von der Norm abweichende Wünsche bestimmter Menschen spiegeln bis zu einem gewissen Grad aber auch unsere heutige Gesellschaft wider.

Eindrucksvoll

Ich fand Sechzehn Pferde ist sehr eindrucksvoll und intelligent konstruiert. Greg Buchanan scheint ein sehr scharfsinniger Beobachter zu sein und spart nicht mit Kritik an der heutigen Gesellschaft – aber er vergisst auch nicht mit zahlreichen Wendungen und immer neuen Entdeckungen die Spannungskurve hübsch hoch zu halten. Ich möchte aber noch einmal darauf hinweisen, dass es etliche sehr detaillierte Beschreibungen von Tierquälereien gibt, die mehr als bedrückend sind. Trotzdem habe ich diese Buch wirklich geliebt – ein bisschen paradox, ich weiß.

Mein Fazit:

Sechzehn Pferde von Greg Buchanan ist ein spannendes, bedrückendes und oft auch grausames Buch. Aber es hat mich ganz schnell gepackt und bis zur letzten Seite auch nicht mehr losgelassen. Für mich auf jeden Fall jetzt schon eines meiner Jahreshighlights!

Buchinfos
  • Titel: Sechzehn Pferde
  • Originaltitel: Sixteen Horses
  • Autor: Greg Buchanan
  • Übersetzung: Henning Ahrens
  • Verlag: S. Fischer Verlage
  • Genre: Roman
  • Erscheinungsjahr: 2022
  • ISBN: 978-3-10-397488-1
  • Form: HC, 448  Seiten
  • Preis: 22,00 €
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Kategorie: Krimi/Thriller

von Tina

Hallo, mein Name ist Tina und ich blogge hier über die eher mörderischen Seiten des Lebens - nämlich über Thriller und Krimis. Ich hoffe es gefällt dir hier bei mir und vielleicht hinterlässt du mir ja eine klitzkleinen Kommentar! Das würde mich wirklich sehr freuen!

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