Die Wahrheit will nicht sterben

[Rezension] Die Wahrheit will nicht sterben

Die Wahrheit will nicht sterben ist ein Thriller des spanischen Autors Paul Pen. Warum ein spanischer Autor nun unbedingt Paul Pen heißt und seine Protagoisten von Seattle nach Boston umziehen, weiß ich auch nicht. Aber ich weiß, dass dies nicht sein erstes Buch ist und bereits andere Geschichten aus seiner Feder verlegt und auch  verfilmt wurden. Allerdings kenne ich keines seiner Werke, weder als Film, noch als Buch. Ich habe mir das Buch auch nicht gekauft, sondern es wurde mir zugesandt – etwas, was ich ohne vorherige Absprache nicht besonders gut leiden kann. Wenn mir der Klappentext nicht zusagt, wandern unverlangt zugesandte Bücher in den Müll – das ist weder nett für den Autor, den Verlag oder für die Umwelt.

Die Wahrheit will nicht sterben

Paul Pen

Franks Familie scheint vom Pech verfolgt zu werden. Als Frank dann auch noch einen Autounfall erleidet und anschließend unter ständigen Flashbacks leidet, beschließt die Familie, die bisher in Seattle gelebt hat nach Boston umzusiedeln. Mit dem Wohnmobil machen sich Frank, Grace und die zwei Kinder auf den Weg. Weit kommen sie nicht, denn im Dunkel der Nacht taucht plötzlich eine Frau im Kegel der Scheinwerfer auf und trotz Vollbremsung wird sie verletzt. Als Frank sich über die Bewusstlose beugt, spürt, dass die Tage seines Familienglücks endgültig gezählt sind.

Die Frau kam mit dem Regen. Luis sah sie in dem Moment um die Straßenecke biegen, in dem es zu schütten anfing und die ersten Tropfen im hellen Schein der Straßenlaternen sichtbar wurden. Die Wahrheit will nicht sterben, S. 5

Mein Eindruck:

Man kann vor der Wahrheit nicht fliehen

Vorgeschichte

Der Einstieg in die Geschichte beginnt gleich merkwürdig, denn ich verstehe nicht wirklich, was hier passiert und was das in dieser Geschichte zu suchen hat. Später im Buch erfahre ich allerdings etwas mehr. Die eigentliche Geschichte startet mit dem Moment, in dem die vier sich auf den Weg nach Boston machen.

Hass

Der Roman handelt eigentlich nur an gut anderthalb Tagen und diese Zeit wird linear geschildert. Allerdings gibt es immer mal wieder Rückblenden, die mir als Leser nach und nach erklären, warum Mara, die junge Frau, die vor Franks Wohnmobil gelaufen ist, so einen Hass auf ihn hat.

Wahrheit

Grundsätzlich dreht sich die gesamte Geschichte um zwei Punkte. Punkt eins ist, dass man vor seinen Problemen nicht weglaufen kann. Punkt zwei ist, dass jede noch so glücklich wirkende Familie ein kleines, dunkles Geheimnis verbirgt. Beide Punkte finde ich jetzt nicht besonders neu oder überraschend.

Clean

Mir ist diese Familie viel zu clean und viel zu auffallend ideal, als dass ich sie auch nur ansatzweise ernst nehmen kann. Die Eltern sind verständnisvoll, tolerant und sehen immer in allen und überall das Positive. Simon hat schon sehr lange ein Handicap, dass er natürlich ohne jeden Anflug von Selbstzweifeln meistert.

Anstrengend

Audrey, die Tochter, ist das personifizierte soziale Gewissen der Familie. Sie korrigiert ihre Eltern und auch ihr erweitertes Umfeld pausenlos. Sie ist Vegetarierin, Tierschützerin, Umweltaktivistin und, natürlich, Feministin und verkündet ständig neue Thesen und Ideen. Immerhin weiß ich jetzt meine ganz normalen, gerne auch mal feierwütigen, Kids zu schätzen.

Schreibstil

Den Schreibstil des Autors mochte ich, im Gegensatz zu seinen Protagonisten, wirklich gern – obwohl mir die erzieherischen Anflüge zwischendurch weniger gefielen. Als Jugendbuch oder Thriller für junge Erwachsene wäre dieses Buch vielleicht besser deklariert gewesen. Mir ging die ganze perfekte Inszenierung einfach irgendwann auf die Nerven, so dass ich nur noch quer gelesen habe – sorry.

Mein Fazit:

Die Wahrheit will nicht sterben von Paul Pen konnte mich so gar nicht überzeugen. Mir war die ganze Geschichte viel zu platt, die Charaktere viel zu clean und der Erziehungsaspekt viel zu offensichtlich, um irgendwas damit anfangen zu können.

Buchinfos

  • Titel: Die Wahrheit will nicht sterben
  • Originaltitel: Un matrimonio perfecto
  • Autor/in: Paul Pen
  • Übersetzer/in: Adriana Beatriz Netz
  • Verlag: Edition M
  • Genre: Thriller
  • Erscheinungsjahr: 2019
  • ISBN: 978-2-496-70005-3
  • Form: TB,  363 Seiten
  • Preis: 9,99  €

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