Frankreichkrimis

5 spannende Frankreich-Krimis in Serie

Obwohl meine Französischkenntnisse echt auf Kindergartenniveau sind – also nicht auf dem französischer Kindergartenkinder wohlgemerkt  :-)  – bin ich ganz vernarrt in Krimis aus Frankreich, vor allem in die gerne belächelten “Urlaubskrimis”. Ich weiß gar nicht so genau, was daran nun dumm ist, sich entweder beim Urlaub auf dem heimischen Balkon in die typischen Urlaubsregionen Frankreichs entführen zu lassen, oder aber irgendwann nach dem Urlaub in Erinnerungen zu schwelgen, vielleicht sogar während eines Urlaubs in der entsprechenden Region sich spannend aus eben dieser Gegend unterhalten zu lassen – ich liebe das, auch wenn andere das albern finden :-) Ich verfolge schon über eine längere Zeit diverse Serien dieser Urlaubskrimis, die ich euch hier mal vorstellen möchte.

Bretonische Morde

Tod in Concarneu – Georges Dupin, Commissaire

Concarneu liegt in der Bretagne im Westen Frankreichs, direkt am Atlantik. Das Klima ist relativ mild, wenn auch gerne mal stürmisch und vom Licht haben diverse Künstler geschwärmt. Viele ganz typische Erzeugnisse, wie z.B. das weltberühmte Fleur de Sel, sind immer mal wieder Grundlage für die ziemlich kompliziert ausgedachten Fälle. Dreh – und Angelpunkt aller Ermittlungen ist auf jeden Fall Kommissar Dupin der sehr wortkarg, aber immer sehr hungrig ist. Ein bisschen erinnert er mich immer an den guten, alten Kommissar Maigret. Wenn er morgens seinen Kaffee und seine Zeitung nicht bekommt ist er schon sehr schlecht gelaunt – wobei er das auch oft genug so ist :-) In der Arbeit ist er nicht unbedingt ein Teamplayer, sondern hat lieber alle Fäden selbst in der Hand, weil er gerne lang und breit über alles in Ruhe nachdenkt. Ich mag seine Art zwar, aber ich möchte nicht unbedingt mit ihm zusammenarbeiten :-) Aber als Held und Protagonist der Bretagne-Krimis finde ich ihn einfach grandios.

Reiheninfo

Lavandou Morde

Tod in Le Lavandou – Dr. Leon Ritter, Gerichtsmediziner

Weiter in Süd-Frankreich, in der Provence, an der schönen Côte d’Azur, liegt Le Lavandou – ein Städtchen, dass es tatsächlich gibt. Remy Eyssen schafft es in dieser Reihe eine schöne Balance zwischen wunderschönen Landschaftsbeschreibungen und spannendem Krimi-Plots herzustellen. Immer wieder werden Dinge bei eine Partie Boule besprochen oder Probleme bei einem Gläschen Wein geklärt. Ein deutscher Gerichtsmediziner, der sich hier so problemlos einlebt ist ein bisschen unüblich, aber wohl nicht unmöglich.Die üblichen Gegenspieler, wie z.B. ein sehr tourismusaffiner Bürgermeister, ein nicht sehr cleverer Polizeichef und eine pubertierende siebzehnjährige, allwissende Schülerin sorgen für gelegentliches Schmunzeln.  Ich finde die Serie hat ihren ganz eigenen Charme und es macht viel Spaß, mit Leon Ritter durch das kleine Örtchen zu spazieren.

Provenzalische Morde

Tod in Sainte-Valérie – Pierre Durand, Policier

Auch in der Provence, aber eher im Hinterland und nicht an der Küste, liegt Sainte-Valérie. Sophie Bonnet hat dieses malerische Örtchen erdacht und zum Leben erweckt und mit dem Ort eine Menge skurriler, aber liebenswerter, Einwohner. Neben den Erzählungen um Land und Leute, den Schilderungen von Pierre Durands Privatleben und reichlich sehr gut recherchierter Erklärungen zu landestypischen Sitten und Gebräuchen, Handwerk und Landwirtschaft,aber auch über Politik und Korruption, bleibt die Krimihandlung manchmal ein bisschen Nebensache. Trotzdem fand ich alle Kriminalfälle bisher gut und schlüssig ausgedacht und ich mag die Tatsache, das ich bisher in jedem Band etwas spannendes über die Region erfahren oder gelernt habe. Für alle Nicht-Franzosen wie mich gibt es in jedem Buch auch ein kleines Glossar mit den typischen Redensarten und Abkürzungen, sowie immer mal wieder mit ein leckeres, provenzalisches Rezept :-)

LeFloch
Tod in Paris (1761) – Nicolas Le Floch, Commissaire

Der junge Nicolas Le Floch wird von seinem Vormund aus der Provinz ins große Paris geschickt. Hier soll er, nachdem er seine Ausbildung bei Monsieur Gabriele de Sartine, dem Polizeipräfekten, absolviert hat in den Polizeidienst eintreten. So simpel und geradlinig wie sich das anhört, läuft es natürlich nicht, denn gerade zu Beginn überfordert ihn die große, sehr schmutzige Stadt genre mal. Er arbeitet an diversen Fällen mit und findet meist recht schnell, trotz aller Unübersichtlichkeit, die entscheidenden Spuren und Hinweise. Aber die Kriminalfälle finde ich nur halb so spannend, wie die Schilderungen des alten Paris. Jean-François Parot schildert die vorrevolutionäre Atmosphäre in Paris so anschaulich, so bildhaft, so eindrücklich, dass man quasi aus jeder Zeile nicht nur den Modergeruch der überquellenden Hauptstadt wahrnimmt, sondern auch die Vorboten der Revolution ganz klar erkennt. Diese Reihe ist auf jeden Fall ein Paradebeispiel für eine sehr gelungene historische Krimi-Reihe und sie macht noch dazu jede Menge Spaß!

Commisaire Le Floch

Normandie
Tod in der Normandie – Nicolas Guerlain, Personenschützer

Die Reihe um Nicolas Guerlain, den in Ungnade gefallenen Personenschützer, habe ich selber noch gar nicht angefangen. Ich habe einfach zu viele Bücher und zu wenig Zeit – ihr kennt das Problem, oder? In dieser Reihe passieren wohl die Dinge immer irgendwo in der Normandie, geschichtsträchtig, sturmumtost und am nordwestlichen Zipfel Frankreichs, und deshalb die perfekte Location für Mord und und Intrigen :-) Mich interessiert – neben den Morden natürlich – die Schilderungen der Normandie und auch mal wieder ein etwas anderer Ermittler. Vielleicht schaffe ich es ja mal zwischen Weihnachten und Neujahr?

Nicolas Guerlain

  • Strandgut
  • Küstenstrich
  • Leuchtfeuer
  • Gezeitenspiel (vorauss. 18. April 2019)  

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.