Die Wurzel des Bösen

[Rezension] Die Wurzel des Bösen

Die Wurzel des Bösen von Anna Grue liegt zeitlich in der Vorweihnachtszeit und so habe ich mir wohl die halbwegs richtige Zeit ausgesucht, um es zu lesen. Eigentlich bin ich ja so gar kein Fan von skandinavischen Krimis oder Thrillern. Mir sind sie meist zu düster, zu melancholisch und oft auch zu alkohollastig. Aber mit Dänemark, dem Heimatland von Anna Grue verbinde ich momentan, dank fleißiger Fernsehwerbung, eher das vielfach zitierte Gefühl von “hygge”, was wohl am ehesten mit “Gemütlichkeit” gleichzusetzen ist.

Die Wurzel des Bösen

Anna Grue

Im biederen, braven Christianssund bereitet man sich fast überall auf Weihnachten vor. Aber das gilt offenbar nicht für jeden, denn der international erfolgreiche Bauunternehmer Peter Münster-Smith wird ermordet in seiner Firma aufgefunden. Ziemlich schnell stellt sich heraus, dass er offenbar gar nicht so brav war, wie jeder dachte. Der Unternehmer hatte viel Geld, von dem er sich Freunde, Geliebte, Geschäftspartner und noch mehr kaufte. Der Kreis der Verdächtigen ist also sehr, sehr groß.

Christina stellte sich ans Fenster. Sie blickte dem Malergesellen nach, der den Hof überquerte und in der dunklen Toröffnung verschwand. Als er die Tür zur Straße öffnete, leuchtete für einen Moment ein schräges Rechteck auf dem Asphalt auf. Die Wurzel des Bösen, S. 10

Mein Eindruck:

Weihnachten ist auch nicht mehr das, was es mal war…

Viele Verdächtige

Der schillernde Bauunternehmer Peter Münster-Smith, der erstochen in seiner Firma aufgefunden wurde, stellt sich recht schnell vor allem als Bad Boy heraus. Er legte reihenweise Frauen flach, gerne auch mal die Frauen von Geschäftspartnern und er führte seine Geschäfte so gar nicht nach den Gesetzen. Das bietet auf jeden Fall schon mal einen großen Kreis an Verdächtigen, denen man mal auf den Zahn fühlen sollte.

Zahnarzt gesucht

Hier kommt dann der verschwundenen Zahnarzt Peter Johnstrupp ins Spiel. Seine Ehefrau Benedicte hatte wohl ebenfalls ein Verhältnis mit Münster-Smith, was ihn ganz oben auf die Liste der Verdächtigen setzt. Als der Zahnarzt partout nicht wieder auftauchen will, beauftragt die Ehefrau einen Detektiv um ihn zu finden und hier kommt dann Dan Sommerdahl ins Spiel.

Etwas Wärme

Mit Dan Sommerdahl taucht auch endlich ein bisschen was menschliches, warmes in der Geschichte auf. Der Krimiplot ist bis hierhin und weiterhin wirklich spannend konstruiert, aber er kann mich einfach nicht packen. Ich finde ihn zu kühl, zu distanziert geschildert – alle Charaktere um die es innerhalb dieses Plots geht, sind mir herzlich egal.

Schicksal

Nicht das ich mit Dan Sommerdahl und seinen Problemen nun mitfiebere. Aber immerhin werden diese Probleme, die durchaus vielen bekannt sein werden, mit einer gewissen Wärme und eine guten Portion Mitgefühl geschildert und so habe ich zumindest eine Person in diesem Buch, dessen Schicksal mich tatsächlich interessiert.

Das letzte Drittel

Im letzten Drittel habe ich dann als Leser auch mal das Gefühl, dass die beteiligten Personen aus dem Beginn des Buches, tatsächlich eine Geschichte zu erzählen haben und aus Fleisch und Blut sind. Für mich war das allerdings dann doch zu spät, um noch so etwas wie Jagdfieber oder echtes Interesse zu entwickeln. Ich bin offensichtlich kein Mensch, der an skandinavischen Krimis Spaß hat – schade drum.

Meine Fazit:

Die Wurzel des Bösen hat einen durchaus spannenden und gut konstruierten Krimiplot – aber ich fand dazu einfach keinen Zugang dazu. Ich fand die Geschichte für meinen Geschmack zu kühl und zu distanziert.

Buchinfos

  • Titel: Die Wurzel des Bösen
  • Originaltitel: Et spørgsmål om penge
  • Autor/in: Anna Grue
  • Übersetzer/in: Ulrich Sonnenberg
  • Verlag: Piper Verlag
  • Genre: Thriller
  • Erscheinungsjahr: 2018
  • ISBN: 978-3-492-31291-2
  • Form: TB,  496 Seiten
  • Preis: 11,00 €

Hallo! Mein Name ist Tina und ich blogge hier…hauptsächlich über Bücher und allem was dazu gehört. Ich würde mich freuen, wenn du mir einen Kommentar hinterlässt oder meinen Beitrag teilst.

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