Krimi/Thriller
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[Rezension] Bretonische Verhältnisse

Bretonische Verhältnisse

Bretonische Verhältnisse von Jean Luc Bannalec ist der erste Teile einer neuen Serie, die in der malerischen Bretagne angesiedelt ist. Ich mag die Bretagne bzw. das, was ich von ihr einigen Dokumentationen kenne. Eine eher raue, karge Landschaft mit zurückhaltenden Bewohnern gefällt mir schon mal so grundsätzlich.

Bretonische Verhältnisse

Jean-Luc Bannalec

Georges Dupin, vor einiger Zeit von Paris strafversetzt nach Concarneu in der Bretagne, wird eines Morgens – noch vor seinem obligatorischen Kaffee – zu einem Mordfall ins malerische Pont Aven beordert. Pierre-Louis Pennec, ein einundneunzigjähriger Hotelier, wurde im Restaurant seines Hotels erstochen aufgefunden und der zuständige Kommissar ist in Urlaub. Wohl oder übel muss Dupin sich auf den Weg nach Pont Aven machen und sich um die Sache zu kümmern.

Concarneau, die prächtige »Blaue Stadt«, wie sie ob der leuchtend blauen Fischernetze, die im letzten Jahrhundert die Quais gesäumt hatten, noch heute hieß, strahlte. Kommissar Georges Dupin saß im Amiral, ganz am Ende der Bar, wie immer die Zeitung vor sich ausgebreitet. Bretonische Verhältnisse, S. 9

Mein Eindruck:

Schönheit schützt nicht vor Verbrechen

Tatort und Opfer

Das Hotel Central, dass Pierre-Louis Pennec mit starker Hand und eisernem Willen seit Jahrzehnten führte, ist eine Institution in Gegend, hat eine bewegte, aufregende Vergangenheit und ist ein fester Bestandteil der Geschichte einer berühmten Künstlerkolonie und viele berühmte Maler, allen voran Paul Gauguin, gingen hier ein und aus. Über das Opfer bekommen Dupin und seine Kollegen nur Positives zu hören und niemand kann sich auch nur annähernd vorstellen warum jemand den alten Mann ermordet haben könnte. Ist das wirklich so oder hält die Dorfgemeinschaft einfach nur eisern zusammen?

Der Ermittler

Für weniger kunstbegeisterte Menschen wie mich wird dann auch Gott sei Dank relativ ausführlich erklärt, was es mit der Schule von Pont Aven auf sich hat, was schon sehr wichtig für die Hintergründe des Falles ist. Dupin ist ein recht dominanter, eigenwilliger und eigenbrötlerischer Charakter und erinnert mich ein bisschen an Kommissar Maigret. Er führt die Ermittlungsgespräche mehr oder weniger im Alleingang, hat alle Fäden in der Hand und überlässt den anderen ganz gerne die langweilige Recherchearbeiten.

Der zweite Star

Die Landschaftsbeschreibungen der Bretagne, Duponts neue Heimar, sind sehr stimmungsvoll und zaubern mir eine sehr malerische, liebliche Landschaft vor mein inneres Auge, nehmen allerdings innerhalb der Geschichte sehr viel Raum ein. Dazu kommen natürlich auch unvermeidliche Restaurant- und Cafebesuche die Dupin stets sehr genießt und über die Jean-Luc Bannalec sich gerne ausführlich berichtet.

Dem Täter zu nah

Im Laufe seiner Ermittlungen erfährt Dupin immer mehr Einzelheiten aus dem Leben Pennecs bis er sich nach und nach aus vielen Puzzlestücken ein Bild von der Familie Pennec machen kann und somit dem Motiv und dem Täter langsam aber sicher auf die Spur kommt. Aber dieses behutsame “Näherkommen” scheint den Täter unter Druck zu setzren und es geschieht ein zweiter Mord.

Mein Eindruck:

Bretonische Verhältnisse von  Jean-Luc Bannalec ist ein typischer “Schmöker” – wunderbar erzählt und geschrieben. Genau das richtige für einen gemütlichen, entspannten Nachmittag auf der Couch oder dem Balkon. Der Kriminalfall ist spannend, ich erfahre viel über Land und Leute und kann mein Wissen über Kunst erweitern – mir gefällt das Buch sehr und ich werde sicher noch mehr aus dieser Reihe lesen.

Buchinfos
  • Titel: Bretonische Verhältnisse
  • Autor: Jean-Luc Bannalec
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch
  • Genre: Krimi
  • Erscheinungsjahr: 2014
  • ISBN: 978-3-462-05423-1
  • Format: broschiert,  352 Seiten
  • Preis: 14,99 €
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