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[Rezension] Echo

Echo

Echo von Thomas Olde Heuvelt ist in der Welt der Bergsteiger angesiedelt, die für mich mindestens so weit weg ist, wie der Mars. Aber ich habe von Thomas Olde Heuvelt das Buch Hex gelesen und geliebt und somit war es für mich keine Frage, ob ich sein neues Buch auch lesen werde. Jetzt geht es also um die Schweizer Berge, um den Berg Maudit dort – der allerdings in der Realität weder geheimnisvoll noch böse  ist. Es gab dort immer mal wieder Unglücke, zuletzt 2016, aber die gibt es in den Bergen leider immer wieder.

Echo

Thomas Olde Heuvelt

Nick Grevers und sein Kletterkumpel Augustin zieht es auf den Maudit, einen abgelegenen Berg in den Schweizer Alpen. Zu Nicks Überraschung ist über den Maudit wenig bekannt, obwohl ja an sich jeder Winkel in den Alpen bezwungen und kartiert ist. Aber trotz intensiver Recherche findet er kaum etwas über diesen Berg und genau das stachelt die beiden ehrgeizigen Bergsteiger an, den Maudit zu besteigen. Unterwegs beschleicht sie allerdings das ungute Gefühl, das mit diesem Berg etwas nicht stimmt. Sie fühlen sich beobachtet und unter Halluzinationen zu leiden und dann geschieht das Unglück – Augustin stürzt ab und verschwindet in einer Felsspalte. Nick überlebt zwar ganz knapp, aber sein Gesicht ist zerstört und auch seine Persönlichkeit scheint gelitten zu haben.

Nick schwebte nicht mehr in Lebensgefahr, aber die Ärzte bemühten sich weiterhin sehr um ihn. Ehe wir zu ihm durften, wurden wir von zwei Beamten der Police Cantonale in das kleine Büro des Kieferchirurgen begleitet. Der Arzt führte das Wort, und die Polizisten saßen gelangweilt daneben. Echo, S. 34

Mein Eindruck:

Ich mag Bergsteigen nicht

Prolog

Im Prolog werde ich erst einmal mit einem sehr düsteren, sehr gruseligen Hausflur konfrontiert und lerne etwas über Julia Averys Schicksal. Die Szenen dort sind schon recht gruselig und ich bin ein bisschen froh, das ich in einem relativ lebhaften Mehrfamilienhaus in einer sehr lebhaften großen Stadt wohne. Dieser Prolog erweckt den Anschein, das ich in einem ziemlichen blutigen und grausamen Hex-Variante landen werde. Allerdings trügt der Schein ja gerne mal …

Krankenhaus

Weiter geht es dann mit einem sehr langatmigen Abschnitt über Nicks Krankenhausaufenthalt, die Geschichte um Nicks und Augustins Aufstieg zum Maudit, eine Unmenge Fachbegriffe im Klettersport und ich fürchte schon ich bin im Theoriekurs “Klettern für Anfänger” gelandet. Aber ich werde auch mit Nicks inneren Konflikten, seinen Ängsten und Sorgen konfrontiert . was mich persönlich allerdings nicht dazu bringt, ihn besser zu verstehen.

Beziehung

Aber ich lerne hier auch Sam Avery, Nicks Lebensgefährten, kennen. Ich fand die Selbstverständlichkeit gut, mit der die Beziehung der beiden Männer geschildert wird – fast ohne vorurteilsbehaftete Attitüden – wenn man mal von ihrem erstes Treffen im Fitnessstudio absieht. Nick kann ohne die Berge nicht leben, Sam sieht in ihnen nur die Gefahr, in die sich Nick immer wieder begibt. Jetzt, am Krankenbett des vollkommen entstellten Nick sieht Sam all seine Ängste und Sorgen bestätigt.

Perspektivwechsel

Echo wird abwechselnd aus der Perspektive von Sam Avery und Nick Grevers erzählt und der Erzählstil macht den Unterschied der beiden Protagonisten noch mal deutlich.Nick wirkt sehr sachlich und sehr kontrolliert wenn über das Bergsteigen erzählt – aber er klingt verzweifelt, wenn er sich seinen Ängsten stellt. Sam wirkt hingegen irgendwie dauerhaft überrascht und auch ein bisschen oberflächlicher als Nick – seine Teile der Erzählung erscheinen immer ein bisschen wie die typischen Instagram-Heile-Welt-Posts.

Horrorfrei

Auf mich wirkt Echo wie eine Geschichte über die Aufarbeitung psychischer Traumata oder über eine sehr schwierige Paartherapie. Nick befürchtet, zu einer Art Monster zu mutieren und sieht sein entstelltes Gesicht als äußeres Zeichen dafür. Auf der anderen Seite hadert Sam mit der Erkenntnis, dass er vor allem dem perfekten Äußeren seines Mannes nachtrauert. Ich kann den Zwiespalt der beiden schon verstehen, finde ihn auch durchaus spannend – aber ich fand nichts, was ich wirklich als “horrormäßig” einstufen würde.

Mein Fazit:

Echo von Thomas Olde Heuvelt ist sowohl die Geschichte einer tragisch gescheiterten Bergtour, als auch die Geschichte einer sehr schwierigen Partnerschaft. Beides für sich kann sicher der Horror sein, aber dank der Verlagswerbung hatte ich etwas völlig anderes erwartet. Schade – mich hat das Buch ziemlich enttäuscht.

Buchinfos
  • Titel: Echo 
  • Originaltitel:Echo
  • Autor: Thomas Olde Heuvelt
  • Übersetzer/in: Gabriele Haefs
  • Verlag: Heyne Verlag
  • Genre: Roman
  • Erscheinungsjahr: 2021
  • ISBN: 978-3-453-32098-7
  • Form: TB, 720 Seiten
  • Preis: 17,00 €
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Kategorie: Diverse Genres

von Tina

Hallo, mein Name ist Tina und ich blogge hier über die eher mörderischen Seiten des Lebens - nämlich über Thriller und Krimis. Ich hoffe es gefällt dir hier bei mir und vielleicht hinterlässt du mir ja eine klitzkleinen Kommentar! Das würde mich wirklich sehr freuen!

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