Vermisst

[Rezension] Vermisst

Vermisst ist der fünfte Band der Spreewald-Krimis von Christiane Dieckerhoff. Ich habe die ersten vier bisher noch nicht gelesen, allerdings sind mir die wirklich stimmungsvollen Cover immer mal wieder hier und da aufgefallen – aber wenn ich immer jedes Buch kaufen würde, dessen Cover mir gefällt wäre ich vermutlich noch ärmer wie die berühmte Kirchenmaus :-) Ich mag die gleichnamige Fernsehserie übrigens sehr und trotz der einen oder anderen Ähnlichkeit haben wohl beide nicht miteinander zu tun.

Vermisst

Christiane Dieckerhoff

Kriminalobermeisterin Klaudia Wagner ist mit dem Autor auf dem Weg zurück nach Hause als ihr ein unbeleuchtet Auto die Vorfahrt nimmt. Es gelingt ihr zwar im letzten Moment auszuweichen um einen Zusammenstoß zu verhindern, aber zu ihrem Entsetzen überfährt sie dabei eine Frau. Auch als sich ziemlich bald herausstellt, dass die Frau schon längst tot war, als Klaudia sie überfuhr, hat diese ein schlechtes Gewissen. Der gesamte Fall entpuppt sich als noch viel mysteriöser und Klaudia beginnt zu ermitteln.

Klaudia summte die etwas rockige und gleichzeitig melancholische Melodie mit, die aus den Lautsprechern dröhnte. Die Kollegen hatten ihr diese CD mit Liedern von Gerhard Gundermann zu ihrer Beförderung zur Kriminalhauptmeisterin geschenkt. Sie fanden, es sei an der Zeit, etwas anderes als Celine Dion zu hören. Vermisst, S. 11

Mein Eindruck:

Spannend, geheimnisvoll und melancholisch

Überblick

Der Überblick über die handelnden Personen, gleich am Anfang des Buches, hat sich für mich als sehr hilfreich herausgestellt. Da ich mit diesem fünften Band in die Reihe gestartet bin, hatte ich ein leichtes bis mäßiges Problem all die Leute zuzuordnen. Mich störten aber auch die immer wiederkehrenden Anspielungen auf vorangegangene Bände ein bisschen, denn hilfreiche Erklärungen gab es dazu nicht.

Doppelt tot

Dafür entschädigt mich aber der spannende und recht geheimnisvolle Fall dann aber völlig. Jennifer Böseke, die Frau, von der Klaudia Wagner dachte, sie hätte sie überfahren, war zum Unfallzeitpunkt nicht nur schon tot  – sie galt auch schon seit zwei Jahren als vermisst. Für ihr damaliges Verschwinden wurde auch schon jemand schuldig gesprochen. Wo war Jennifer Böseke in den letzten zwei Jahren und was hat sie in der Zeit gemacht?

Spreewaldhexe

Bei ihren Ermittlungen trifft Klaudia auf eine Frau die als Spreewaldhexe bekannt ist. Diese vermisst seit Klaudias Unfallnacht  ihren Mieter, einen jungen Mann. Aber zuerst will niemand die Dame so recht ernst nehmen, da sie immer leicht desorientiert wirkt und meist mit sehr viel esoterischem Gerede ihre Mitmenschen nervt oder verwirrt. Als Leser stolpere ich immer wieder über die ein oder andere Fährte und am Ende bestätigt sich dann auch mein anfänglicher Verdacht :-)

Guter Mix

Die Mischung aus spannenden Kriminalfall und dem Privatleben der Ermittler ist weitestgehend gut gelungen – trotzdem war mir das eine Spur zuviel. Ich kann allerdings nicht genau festmachen, woran genau das liegt. Was mit aber wirklich richtig gut gefallen hat, ist die Atmosphäre, die Christiane Dieckerhoff immer wieder heraufbeschworen hat. Mystisch, ein bisschen verwunschen und auch immer ein bisschen düster – mir gefällt dieses Bild, dass hier vom Spreewald gezeichnet wird.

Mein Fazit:

Vermisst von Christiane Dieckerhoff ist ein sehr spannender, aber auch recht düsterer Krimi. Ich mochte vor allem die leicht geheimnisvolle Atmosphäre, aber auch die Tatsache, dass ich als Leser prima “mitermitteln” konnte.

Buchinfos

  • Titel: Vermisst
  • Autor: Christiane Dieckerhoff
  • Verlag: Aufbau Verlag
  • Genre: Krimi
  • Erscheinungsjahr: 2020
  • ISBN: 978-3-7466-3651-1
  • Format: broschiert,  304 Seiten
  • Preis: 9,99 €

Spreewald-Krimis

  • Spreewaldgrab
  • Spreewaldtod
  • Spreewaldrache
  • Spreewaldwölfe
  • Vermisst 

One thought on “[Rezension] Vermisst

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.