Krimi/Thriller
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[Rezension] Das siebte Grab

Das siebte Grab

Das siebte Grab von Igor De Amicis ist ein Thriller im Mafia-Milieu und um die dort vorherrschende Deutung der Begriffe Rache und Gerechtigkeit. Igor De Amicis weiß durchaus, wovon er da spricht, denn er war lange Jahre Kommandant eines Gefängnisses. Dadurch hat er Einblicke in mafiöse Strukturen, Drogenhandel und Straßenkriminalität, aber auch in das, was nach Verurteilungen so passiert erhalten.

Das siebte Grab

Igor De Amicis

Auf einem Friedhof etwas außerhalb von Neapel wurden über Nacht sieben Gräber ausgehoben. Vor jedem frischen Grab findet sich eine Tafel mit Vor – und Nachnamen sowie dem Geburtstag bestimmter Personen. Bisher ist nur das erste Grab “besetzt” – von der Leiche eines eher kleinen Camorra-Bosses dem die Kehle durchgeschnitten wurde. Die anderen sechs sind vorerst noch leer und wirken sicher nicht zufällig wie eine Warnung. Wer will, dass diese sieben Menschen sterben? Was verbindet sie?

Die Morgenluft war kühl. Ein sanfter Nieselregen legte sich wie ein hauchfeiner Schleier auf den kleinen Dorffriedhof in der Provinz Neapel. Ein düsterer Ort, ein Ort des Schmerzes. Akkurat ausgerichtete Gräberreihen, bronzefarbene Lettern auf den Grabsteinen, Bilder der Verstorbenen, flackernde Grablichter und verwelkte Blumen. Das siebte Grab, S. 9

Mein Eindruck:

Gute, alte Ganovenehre

Michele Vigilante

Die Geschichte konzentriert sich fast ausschließlich auf Michele Vigilante, den ich zuerst einmal im Gefängnis kennenlerne. Durch seine Haltung, die sich stark auf den Ehrenkodex der Mafia konzentriert, hat er sich sowohl auf der Straße, als auch anschließend im Gefängnis Respekt verschafft. Er hat fast zwanzig Jahre eingesessen und wird nun, auch für ihn selbst etwas überraschend, beinahe von jetzt auf gleich vorzeitig entlassen.

Gräber

Auf Michele Vigilante wartet eigentlich niemand direkt, aber schnell erfährt er, dass auf seinen Namen eines der sieben Gräber reserviert ist. Alles in dieser Geschichte dreht sich um Michele “Tiradritto” Vigilante, denn er kannt bzw. kennt jedes Opfer, hat mit jedem von ihnen Geschäfte gemacht, sie am Ende dann doch oft ausgetricks und der Autor sät ganz geschickt Zweifel bei mir, ob Vigilante nicht vielleicht selber hinter dieser Gräber-Aktion steckt.

Opfer

Natürlich füllen sich auch so nach und nach die weiten Gräber und jedes Opfer starb auf eine andere Weise. Da wird geschlachtet, erhängt, erschossen und als Leser erfahre ich dabei jede Menge makabere, unappetitliche Details – also im Grunde ja genau, was ich will. Dadurch das der modus operandi bei jeder Tat anders ist, frage ich mich immer mal wieder, ob hier nicht doch mehr als ein Täter am Werk ist. Eine Art “Rächergemeinschaft” oder eine Art moderner Batman der Neapel vom kriminellen Abschaum befreien will.

Antiheld

Trotz, oder eher wegen, seiner kriminellen Vergangenheit avanciert Michele beinahe zu einer Art Antiheld der versucht alte Fehler gutzumachen und ich muss mir doch immer wieder in Erinnerung rufen das er nicht unbedingt die Unschuld vom Lande ist. Zahlreiche Rückblenden, die immer weiter die Geschichte seiner Vergangenheit beleuchten, zeigen nach und nach auf, was Michele mit den Toten auf den Gräbern verbindet. Inspektor Carmine Lopreste versucht unterdessen den oder die Täter zu stoppen, denn Mord bleibt nun mal Mord.

Realität

Als eine Art Insider beschreibt Igor De Amicis gut verständlich und auch gut nachvollziehbar die Realität des Gefängnisses, das Leben der Kriminellen dort – aber auch ihr Leben in den strikten Hierarchien krimineller Organisationen. Das ist manchmal ein bisschen trocken, aber in Kombination mit der sehr dichten und fesselnden Handlung, all den Drehungen und Wendungen konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Wenn ich es dann doch mal tat – es gibt ja auch noch das reale Leben – beschäftigten mich die Charaktere und Ereignisse mich dann aber trotzdem.

Mein Fazit:

Das siebte Grab von Igor De Amicis ist ein spannender, aber auch sehr nachdenklicher Thriller über mafiöse Strukturen und deren Auswirkungen.  Igor De Amicis schreibt bereits an seinem nächsten Thriller und ich freu mich darauf.

Buchinfos
  • Titel: Das siebte Grab 
  • Originaltitel: La settima Lapide
  • Autor/in: Igor De Amicis
  • Übersetzer/in: Ingrid Ickler
  • Verlag: Penguin Verlag
  • Genre: Thriller
  • Erscheinungsjahr: 2021
  • ISBN: 978-3-328-10496-4
  • Form: TB,  416 Seiten
  • Preis: 10,00 €
Kategorie: Krimi/Thriller

von Tina

Hallo, mein Name ist Tina und ich blogge hier über die eher mörderischen Seiten des Lebens - nämlich über Thriller und Krimis. Ich hoffe es gefällt dir hier bei mir und vielleicht hinterlässt du mir ja eine klitzkleinen Kommentar! Das würde mich wirklich sehr freuen!

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