Nebeltod

[Rezension] Nebeltod

Nebeltod ist der dritte Band in der Reihe um den Ermittler John Benthien. Nina Ohlandt führt die Leser auch in diesem Band wieder wortreich an die Nordsee und auch ganz tief in menschliche Abgründe. Ausführlich, wie in den beiden Bänden vorher, schildert sie akribisch was jedem Einzelnen von ihnen passiert ist und welche weitreichenden Folgen das hatte.

Nebeltod

Nina Ohlandt

Es ist November, trist und grau kommen die Tage daher – genauso, wie der neue Fall der Flensburger Kripo. In der Nähe von Niebüll wurde ein Mann gefesselt auf die Bahngleise gelegt und vom Zug überrollt. Wenig später wird der Polizei ein Foto des Opfers zugesandt. Groß und breit ist darauf das Wort “Schuldig” aufgeklebt. Die Spuren führen auf die Insel Föhr, zu einer kleinen, sehr exklusiven, Künstlerkommune. Hier ereignet sich dann auch schon der nächste Mord. Der Fall wird immer verworrener und Benthiens Privatleben wird nicht entspannter.

Dort, wo er sich verstecken wollte, um auf das Auto des alten Mannes zu warten, würde es kalt und feucht sein. Deshalb zog er zwei dicke Norwegerpullover übereinander, stieg in die Anglerhose und verstaute seine Dreadlocks unter einer voluminösen Wollmütze, die er sich tief in die Stirn zog. Nebeltod, S. 7

Mein Eindruck:

Gelegentlich scheint die Geschichte ein bisschen zu verworren…

Viele Charaktere

Gleich zu Beginn stürmen jede Menge Charaktere auf mich ein. Es waren tatsächlich ein paar zuviel und so musste ich immer mal wieder nachlesen, wer denn nun wer ist. Gar nicht so einfach, denn ich hatte die Audible Hörbuchversion und somit noch nicht mal ein Booklet, das ich zu Rate ziehen konnte. Immerhin die Mitarbeiter der Kripo konnte ich in der Leseprobe des Verlages nachlesen.

Künstlerdorf

Ansonsten gibt es zu Beginn gleich mehrere Handlungsfäden, die erst nach und nach (schon sehr nach und nach) zusammenlaufen und sich zum Ende hin erst auflösen. Am meisten Spaß hat mir dabei die Künstlerkolonie gemacht, die ein bisschen an das Künstlerdorf Worpswede erinnerte. Natürlich nur entfernt und bisschen klischeehaft – aber ich fand diese Kolonie und seine Anwohner wirklich nett.

Gut Retzow

Auch mit vielen Klischees, aber weniger nett, wird Gut Retzow und seine Bewohner geschildert. Auf Beowulf von Retzow wird ein Anschlag verübt, bei dem auch eine seiner Töchter leicht zu schaden kommt. Später stellt sich heraus, das es ebenfalls einen sehr blutigen Anschlag auf zwei seiner Pferde gab. Brutale Angriffe aus Tiere sind in diesem Buch ein stets wiederkehrendes Thema – wer das nicht ertragen kann, sollte das Buch besser nicht lesen.

Stalking

So mancher Handlungsfaden scheint aber irgendwie nicht zu Ende gedacht oder gilt generell eher als unwichtig – dann sollte man aber lieber gleich weg lassen, oder? Da ist zum einen die Dame Jablonski – deren Vorname ich schon wieder vergessen habe – die Benthien übel stalkt, aber so ernsthaft unternimmt er dann auch nichts dagegen, obwohl ihr Stalking durchaus immer wieder in Körperverletzung ausartet. Gefühlt alle 100 Seiten wird sie mal wieder erwähnt – aber alles halb so wild?!

Der Neue

Ähnlich läuft es mit dem neuen Kollegen aus Hannover, Lester Smythe-Fluege, Er wird noch etwas seltener erwähnt und dann nur, weil er sich nicht ins Team einfügt, eher besserwisserisch und irgendwie faul ist. Beide Erzählstränge bzw. “Erzählfädchen” hätte man sich sparen können – entweder man führt ihn als den Neuen ein oder man lässt es. Erwähnt wurde er ja schon im letzten Buch.

Zitate

Mir hat dieser Band nicht ganz so gut gefallen, wie die beiden Bücher davor. Es ist immer noch angenehm langsam und ausführlich – aber wenn zu viele Personen so ausführlich beschrieben werden, dann verliert man irgendwann den Überblick. Außerdem fehlten mir die wirklich tollen einfühlsamen Beschreibungen der Landschaft und der Handlungsorte. Nur Charakterstudien sind dann schon ein bisschen lahm. Außerdem fand ich die Zitate, die über jedem neuen Kapitel standen einfach zu viel – auch wenn man ganz am Ende erfährt, was es damit auf sich hat.

Mein Eindruck:

Nebeltod ist ein weiterer Band in der Reihe um John Benthien. Mir hat er nicht ganz so gut gefallen, wie die beiden Vorgänger. Zuviel Charakterstudien, zu viel Tierquälerei – zu wenig Landschaft und zu wenig Herz. Trotzdem ist er immer noch sehr lesenswert und ich hoffe mal auf den nächsten Band

Hörbuchinfos

  • Titel: Möwenschrei
  • Autor: Nina Ohlandt
  • Erzähler: Reinhard Kuhnert
  • Verlag: Lübbe Audio
  • Genre: Krimi
  • Erscheinungsjahr: 2016
  • ISBN: 978-3-8387-7776-4
  • Form: Hörbuch, ungekürzt, 15 Stunden 58 Minuten
  • Preis:19,99 €  

John Benthien Reihe

Jahreszeiten Reihe

  • Ist so kalt der Winter (2014)
  • In der heißen Sonnenglut (2015)
  • Schlaf in tödlicher Ruh (2016)
  • Keine Seele weint um mich (2017)
Nebeltod: Hauptkommissar John Benthien 3
  • Nina Ohlandt
  • Lübbe Audio
  • Hörbuch-Download
  • Deutsch

Über Tina

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