Krimi/Thriller
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[Rezension] Das Therapiezimmer

Das Therapiezimmer

Das Therapiezimmer  von Aimee Molloy strahlt für mich ja schon mit dem Cover etwas unheimliches aus. Das Bild erinnert mich weniger an ein Therapiezimmer, das irgendwie mit einer behaglichen Gemütlichkeit oder vielleicht eher sachlichen Ruhe verbinde, sondern eher an einen Verhörraum in einem alten Spionagefilm. Mich hat das auf jeden Fall angesprióchen und da ich über die Autorin viel Gutes gehört hatte, ist das Buch in mein Regal und später auf meinen Tisch gewandert.

Das Therapiezimmer

Aimee Molloy

Der Psychotherapeut Sam Statler und seine Frau Annie wollen das unruhige, anstrengende New York hinter sich lassen und ziehen in die kleine, beschaulich und etwas verschlafene Kleinstadt Chestnut Hill im New Yorker Hinterland. Sam ist hier aufgewachsen und seine mittlerweile pflegebedürftige Mutter lebt immer noch dort. Sam richtet sich dort eine Praxis ein, die schnell recht beliebt ist und verbringt viel Zeit mit seinen überwiegend weiblichen Patienten. Das seine Frau durch einen Planungsfehler beim Bau in der Wohnung über der Praxis jedes Wort, das gesprochen wird mithören kann bleibt Annies Geheimnis.

Dieser Arsch. Es ist unglaublich. Der Arsch ist so perfekt, dass Sam den Blick einfach nicht abwenden kann. Er geht einen halben Block hinter ihr den Hügel hinauf,  an  dem  Käseladen,  dem  Buchladen,  der  hochgelobten  neuen  Weinbar  mit  der  leuchtend  roten  Tür  vorbei. Das Therapiezimmer, S, 11

Mein Eindruck:

Schwierige Geschichte

Umzug

Psychotherapeut Sam und Seine Frau Annie kehren dem trubeligen New York den Rücken, ziehen in Sams Heimatstadt und kümmern sich offenbar rührend um Sams Mutter, die in einem Altenheim lebt. Sie kaufen ein Haus und Sam eröffnet seine Praxis im Erdgeschoss, wohnen tun die beiden dann im ersten Obergeschoss. Durch einen Lüftungsschacht kann man in der Wohnung jedes Wort, dass in der Praxis gesprochen wird mithören bleibt Annies Geheimnis.

Liebesleben

Als Paar genießen die beiden ein recht ausuferndes Sexleben, das von außergewöhnliches  Fantasien beherrscht wird und auch gerne mal lautstark diskutiert wird. Allerdings scheint mir das auch das einzige zu sein, was die beiden wirklich verbindet. Inwieweit das heimliche belauschen von Sams Therapiegesprächen, die meist um genau dieses Thema gehen, daran einen Anteil hat, kann ich nur vermuten.

Verschwunden

Doch eines Tages verschwindet Sam spurlos, mitten in einem Sturm, nach einem merkwürdigen Besuch und ohne jegliche Vorankündigung. Annie kann das nicht auf sich beruhen lassen und beginnt, in Sams Leben nachzuforschen. Nach und nach findet sie Dinge heraus, die sie daran zweifeln lassen, das sie ihren Mann wirklich kennt. Seine Sorge um seine Mutter ist eigentlich nur berechnendes Theater und das großzügige Einkommen stammt nur bedingt aus seiner therapeutischen Arbeit.

Idee

Ich schwanke die ganze Zeit, ob ich die Geschichte nun großartig oder lahm finde – die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen. Die Spannung ist eher unterschwellig zu finden, manchmal allerdings auch wirklich nur ganz leicht zu erahnen. Ein bisschen mehr Substanz, ein bisschen mehr Tempo – einfach ein bisschen mehr Wow-Effekte hätten es dann doch sein dürfen. Mich konnten weder der Plot und schon gar nicht die Charaktere tatsächlich abholen, allerdings gefiel mir die grundsätzliche Idee hinter der Geschichte.

Mein Fazit:

Das Therapiezimmer  von Aimee Molloy ist eine, wie ich finde, merkwürdige Geschichte. Ich mag die Idee hinter dem Plot, aber die Ausführung konnte mich leider so gar nicht erreichen. Schade drum!

Buchinfos
  • Titel: Das Therapiezimmer
  • Originaltitel: Goodnight Beautiful
  • Autor: Aimee Molloy
  • Übersetzer/in: Katharina Naumann
  • Verlag: Rowohlt Verlag
  • Genre: Thriller
  • Erscheinungsjahr: 2021
  • ISBN: 978-3-499-27634-7
  • Form: TB, 336 Seiten
  • Preis: 14,00 €
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