Schuldacker

[Rezension] Schuldacker

Schuldacker von Tom Finnek ist der dritte Band mit Maik Bertram und Heinrich Tenbrink, den beiden grundverschiedenen Ermittlern im Münsterland. Ich ja schon die ersten beiden Bände Galgenhügel und Totenbauer gelesen und geliebt, da wollte ich den dritten Teil nicht allzu lange warten lassen. Neben dem eigentlichen Kriminalfall liebe ich vor allem die genauen Beobachtungen die daraus resultierenden Beschreibungen von Land und Leuten – in denen ich mich manchmal schon ein wenig wiedererkenne :-)

Schuldacker

Tom Finnek

Paul Winterpracht hat im Streit einen Menschen erschlagen, trotzdem erhielt er vor Gericht nur eine Bewährungsstrafe. Nun wird, ein paar Monate später, sein Leichnam in einem Wäldchen gefunden. War es ein Racheakt? Was hat ein Reporter und eine sog. Landwehrgruppe damit zu tun? Oder war es doch eher eine Beziehungstat? An Vederdächtigen mangelt es Bertram und Tenbrink nicht, aber jeder davon scheint ein Alibi zu haben …

Doch Paul Winterpacht hatte einen Menschen getötet – nein, totgeschlagen! Und trotzdem würde er das Gerichtsgebäude als freier Mann verlassen, ohne einen einzigen Tag hinter Gittern sitzen zu müssen. Unfassbar! Schuldacker, S. 13

Mein Eindruck:

In der Provinz zu leben ist nicht immer einfach…

Rache

Wie schon in den beiden vorherigen Bänden spielt auch hier die Vergangenheit eine große Rolle bei den aktuellen Ereignissen. Paul Winterpacht, der einen Menschen erschlagen hat und dennoch nicht hinter Gitter musste, wurde ermordet. War es ein später Racheakt? Oder doch ein missglückter Drogendeal?

Verdächtige

Um den Racheakt abzuklären befragen Tenbrink und Bertram die Angehörigen des damaligen Opfers. Aber die Familie sind strenggläubige Mennoniten und scheiden auch wegen ihrer Alibis aus dem Kreis der Verdächtigen aus. Aber nach und nach tauchen weitere Leute auf, die durchaus einen Grund gehabt hätten, Paul Winterpacht zu ermorden.

Privat

Aber auch die privaten Probleme der Kommissare bleiben nicht außen vor. Tenbrink geht immer noch zu seinen Therapiesitzungen, aber die Erinnerungen an den Tod seiner Frau sind immer noch mehr als verschwommen. Auch die Tatsache, dass er nicht genau weiß, wie es dienstlich mit ihm weitergeht belastet ihn.

Vaterfreuden

Maik Bertram hingegen wird ganz unvermutet mit der Tatsache konfrontiert, Vater zu werden – allerdings ist es weniger erwünscht, dass er diese Rolle auch einnimmt. Da er aber im Moment eine Art WG mit Tenbrink bildet, wäre das alles ohnehin kompliziert, zumal mit dem einen oder anderen Geist aus seiner Vergangenheit zu tun hat.

Locke

Tenbrinks Tochter hatte ihrem Vater ja im letzten Band die Aufsicht über ihren kleinen Pudel übertragen, was dieser eher widerwillig übernommen hat. Aber er hat sich dann so an den kleinen Kerl, den er Locke getauft hat, gewöhnt, das es ihm schwer fällt, als er ihn wieder zurückgeben muss. Allerdings hat Kollege Bertram da eine recht spannende Idee :-)

Lösung

Aber auch wenn die privaten Dinge der Ermittler  in diesem Buch etwas überwiegen, was mich hier gar nicht stört, lösen die beiden natürlich auch den Kriminalfall. Es gibt eine sehr überraschende Auflösung, eine Wahrheit, die besser verborgen geblieben wäre kommt ans Licht und alles mündet in einem ziemlich dramatischen Finale und ich habe tatsächlich Mitleid mit dem Täter/der Täterin.

Mein Fazit:

Schuldacker  war, auch wenn der Kriminalfall ein bisschen untergeht, ein spannend zu lesendes bzw. in meinem Fall zu hörendes, Buch. Mir macht es viel Spaß, ganz gemütlich hinter die Dorffassaden zu gucken und ganz langsam dem Täter immer näher zu rücken. Ich hoffe, im nächsten Jahr wieder mit Tenbrink und Bertram ermitteln zu dürfen :-)

Buchinfos

  • Titel: Totenbauer
  • Autor/in: Tom Finnek
  • Sprecher: Elmar Börger
  • Verlag: Audible Studios
  • Genre: Krimi
  • Erscheinungsjahr: 2019
  • ASIN:  B07WW8KG7F
  • Form: Hörbuch-Download,  10 Stunden 37 Minuten
  • Preis: 9,95 € bzw. 1 Guthaben im Abo

Tenbrink und Bertram

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