Krimi/Thriller
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[Rezension] Kinder der Nacht

Kinder der Nacht

Kinder der Nacht von Dan Simmons liegt schon gefühlte Ewigkeiten auf meinem SuB und ich dachte, es sei endlich mal Zeit, ihn zu lesen. Hier geht es wohl eher weniger um Glitzer-Vampire, sondern eher um eine etwas Pseudo-Wissenschaftliches. Ein Grund mehr, ihn endlich mal zu lesen.

Kinder der Nacht

Dan Simmons

Das kommunistische System in Rumänien ist bankrott, Ceausescu ist Geschichte. Was bleibt ist Armut, Not und Elend und wie immer trifft es auch hier die Kinder am härtesten. Kate Neumann, eine amerikanische Ärztin will zumindest die Not ein bisschen lindern und reist nach Rumänien um kranken Kindern in Kinderheimen zu helfen. Bei ihrer Arbeit trifft sie auf ein Baby, das offenbar unter einer sehr seltenen Krankheit leidet, nur wenn ihm Blut injiziert wird, geht es ihm besser. Kate ist klar, dass der kleine Junge hier in Rumänien keine Überlebenschance hat. Kurzerhand adoptiert sie ihn und nimmt ihn, entgegen einigem Widerstand, mit in die USA.

Mein Eindruck:

Eine sehr komplexe und komplizierte Geschichte.

Mutige Ärztin

Kate Neumann ist eine engagierte amerikanische Ärztin, die mit dem Ziel nach Rumänien reist, die Not der Kinder dort ein wenig zu lindern. Gleich zu Beginn des Buches steigen Bilder in meiner Erinnerung auf, die ich wohl verdrängt hatte und die ich aus dem Fernsehen kenne. Schmutzige und überfüllte Waisenhäuser, unterernährte und verhaltensgestörte Kinder, überfordertes und lustloses Personal – genau dort will unsere Protagonistin helfen. Das bringt ihr schon mal eine Menge Sympathiepunkte, noch dazu ist sie willensstark, durchsetzungsfähig und intelligent. Auch das der kleine Joshua ihr Herz im Sturm erobert hat, macht sie nur noch sympathischer.

Merkwürdiges Kind

Das man ihr die Ausreise mit ihrem Kind, dass sie Joshua genannt und adoptiert hat, verweigern will kann sie mit Hilfe eines Pfarrers umgehen, aber auch zurück in den USA reißen die Schwierigkeiten nicht ab. Etliche medizinische Untersuchungen zeigen, dass Joshua ein sehr spezielles Problem hat, für dass sich offenbar eine ganze Menge Leute interessieren. Auch Kate erhofft sich durch Joshuas Krankheit ein Heilmittel gegen Aids und Krebs. Sie will forschen ohne ihn zu verletzen, allerdings ist sie damit ziemlich alleine.

Schweres Erbe

Joshua ist der Nachfolger von Dracula, soviel ist mir als Leser schon ziemlich früh klar. Aber eigentlich rückt das ziemlich in den Hintergrund und das Buch entwickelt sich erst mal in Richtung Medizin-Thriller. Dan Simmons versucht eine wissenschaftliche Erklärung für den Vampirismus zu etablieren und das gelingt ihm auch recht gut. Er vermischt Tatsächliches mit Erfundenem so gut, dass man ganz vergisst, dass es nur ein Roman ist.

Spannender Schreibstil

Der Anfang des Buches ist vielleicht ein bisschen langsam, aber es lohnt sich auf jeden Fall ein bisschen durchzuhalten. Mich hat die Geschichte recht schnell gepackt und mich bis zum Schluss auch nicht mehr losgelassen. Es gibt alles was einen spannenden Thriller ausmacht, auch Verfolgungsjagden kommen nicht zu kurz und mystische Elemente findet man ebenfalls reichlich. Ich mag Dan Simmons Schreibstil ohnehin ganz gerne und mit diesem Buch hat er einmal mehr bewiesen, dass er ein Meister seines Fachs ist.

Mein Fazit:

Ein ganz andere Vampir-Roman und vielleicht gerade deshalb besonders lesenswert. Wer sich ein bisschen darauf einlassen kann, den Vampirismus mal wissenschaftlich zu betrachten und ein bisschen was über Rumänien zu lernen ist mit Kinder der Nacht auf jeden Fall gut bedient.

Buchinfos
  • Titel: Kinder der Nacht
  • Autor: Dan Simmons
  • Verlag: Heyne Verlag
  • Genre: Fantasy/Thriller
  • Erscheinungsjahr: 2007
  • ISBN: 978-3-453-52165-0
  • Format: Taschenbuch, 672 Seiten
  • Preis: 9,95 €
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