Schwarzer See

[Rezension] Schwarzer See

Schwarzer See  ist der bereits zweite Thriller von Riley Sager. Den ersten, Final Girls, habe ich im letzten Jahr auch gelesen und mochte ihn wirklich gern. Viele waren da anderer Ansicht, was aber wohl hauptsächlich an der Streitfrage – war es ein Thriller oder nicht – lag. Ich fürchte hier wird den Autoren oft mehr Einfluss zugetraut, als sie am Ende tatsächlich haben, es sei denn, sie sind echte Publikumsmagneten und schreiben einen Bestseller nach dem anderen :-) Das einordnen in die unterschiedlichen Genres machen wohl eher die Verlage und ich stolper da leider auch öfter über falsch, oder zumindest strittig, eingeordnete Geschichten.

Schwarzer See

Riley Sager

Emma Davis ist eine gefragte Malerin, die aber unbemerkt von ihrer Umwelt eine Art Blockade entwickelt hat. Sie verarbeitet in ihren Bildern traumatische Kindheitserinnerungen, kann aber nichts anderes mehr malen. In einem Sommerferiencamp verschwanden ihre drei Freundinnen und man hat niemals auch nur den Hauch einer Spur von ihnen gefunden. Jetzt bittet Franny Harrris-White ihr zu helfen, das Camp nach all den Jahren erneut zu eröffnen. Eröffnet sich ihr hier eine Chance, die Vergangenheit zu verarbeiten? Oder wird sie erneut einen Alptraum durchleben?

Ich male die Mädchen immer in derselben Reihenfolge. Zuerst Vivian. Dann Natalie. Allison kommt als Letzte, obwohl sie als Erste die Hütte verlassen hat und daher streng genommen zuerst  verschwunden ist. Schwarzer See, S. 13

Mein Eindruck:

Was ist die Wahrheit – oder hat jeder seine eigene Wahrheit?

Hier und Jetzt

Schwarzer See ist in zwei Zeitebenen aufgeteilt, die sich beinahe Kapitelweise abwechseln. Die eine ist im hier und jetzt angesiedelt und wie erleben Emma, die sehr verunsichert und auch sehr halbherzig einen Malkurs für die Teilnehmer des Sommercamps anbietet. Das Franny ihr ausgerechnet die Hütte zugewiesen hat, die sie auch damals schon bewohnt hat scheint kein gutes Zeichen zu sein.

Vergangenheit

Die zweite Ebene behandelt die Zeit, als Emma das erste Mal in Camp Nightingal war, also die Zeit, als ihre drei Freundinnen verschwanden. Das Grundstück, auf den das Camp lag, gehörte Frannys Großvater und er hatte damals mit einem Staudamm dafür gesorgt, das darauf ein See entstand – Lake Midnight.

Lagerfeuer

Dass er dafür ein Dorf geflutet hat, störte ihn wohl weniger, aber dafür sorgte diese Tatsache für reichlich gruseligen Gesprächsstoff an den Lagerfeuern des Camps. Man munkelte, dass nicht nur die Häuser am Grund des Sees zu finden wären, sondern auch die Leichen der Bewohner. Die wohligen Schauer der verwöhnten Großstadtmädchen kann man sich hier leicht vorstellen.

Eskalation

Emma versucht natürlich die Zeit zu nutzen und mit ihrer Vergangenheit aufzuräumen. Sie findet (zufällig?) Vivians Tagebuch und folgt einer Spur, die sich daraus ergibt. Aber plötzlich eskaliert die Lage, als erneut drei Mädchen, wieder aus Emmas Hütte, verschwinden. Wird man diese drei Mädchen finden, oder sind sie ebenso verloren wie die drei ersten Opfer?

Instabil

Emma scheint mir ein psychisch sehr instabiler Mensch zu sein, was angesichts ihrer Vorgeschichte ja auch verständlich ist. Aber die bedrückende, eher düstere und unheilvolle Atmosphäre machen mich auch ein bisschen paranoid :-) Ich fiebere mit Emma mit und die Auflösung des Ganzen ist wahnsinnig spannend und überraschend..

Rekordzeit

Nicht nur die unheimliche Atmosphäre im Camp, sondern die Rätselhaftigkeit der Geschehnisse haben mich gut an Geschichte gefesselt. Zusammen mit dem sehr leicht lesbaren und recht unterhaltsamen Schreibstil des Autors hatte ich das Buch in Rekordzeit durch. Als Thriller würde ich allerdings nur das letzte Drittel des Buches bezeichnen, aber ich mochte trotzdem das ganze Buch :-)

Mein Fazit:

Schwarzer See ist vielleicht nicht so ganz ein Thriller, auch wenn es sich zum Ende hin dahin mausert. Trotzdem ist die gesamte Geschichte wirklich spannend, vielleicht eher mystriös-spannend,  aber es lohnt sich auf jeden Fall, sie zu lesen.

Buchinfos

  • Titel: Schwarzer See
  • Originaltitel: The last time I lied
  • Autor/in: Riley Sager
  • Übersetzer/in: Susanne Goga-Klinkenberg
  • Verlag: dtv Verlag
  • Genre: Thriller
  • Erscheinungsjahr: 2019
  • ISBN: 978-3-423-21806-1
  • Form: TB,  416 Seiten
  • Preis: 9,95 €

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