Murder Park

[Rezension] Murder Park

Murder Park von Jonas Winner ist ein Thriller in Bestform – spannend, verwirrend und mit vielen unerwarteten Wendungen.

Murder Park

Jonas Winner

Vor 20 Jahren geschahen im Vergnügungspark  „Zodiac Island“  drei grausame Morde. Während die Parkleitung die ersten beiden noch vertuschen konnte, führte der letzte Mord dann zu Schließung des Parks. Seitdem verfällt die Anlage zusehends, bis ein cleverer Geschäftsmann auf die Idee kommt aus genau diesen Verbrechen Kapital zu schlagen und den Park unter dem Namen „Murder Park“ wieder zu eröffnen. Vor der geplanten Eröffnung werden 12 Personen, darunter etliche Pressevertreter,  zu einer Art Vorbesichtigung eingeladen. Sie sollen drei Tage auf der Insel verbringen und anschließend darüber berichten.

Als er das Außendeck betrat, schnitt ihm die Kälte wie mit Messern ins Gesicht. Schwarz und schartig war die Silhouette des Eilands zwischen den Regenfäden jetzt deutlich zu erkennen. Murder Park, S. 45

Mein Eindruck:

Ein Buch, das ich mir sehr gut als Film vorstellen kann…

Erkundungen und Therapiegespräche

Die Geschichte ist in verschiedene Kapitel unterteilt. Auf der einen Seite begleitet man als Leser die geladenen Gäste auf ihrer Erkundungstour über die Insel. Auf der anderen Seite sind immer wieder die Gespräche die ein Psychiater mit den ausgesuchten Gästen führt eingefügt – wodurch man zu jedem einzelnen Gast sehr viel erfährt. Aber man erfährt in diesen Gesprächen auch sehr viel über den Park und die Gegebenheiten und die Dinge die dort, ein bisschen Abseits der Öffentlichkeit, passierten.

Verbindungen

Schnell wird klar, dass jeder der eingeladen wurde, die Insel vorab zu besuchen, eine besondere Verbindung zum alten Vergnügungspark hatte. Paul Greenblatt, ein Reporter, der ebenfalls zu den Gästen zählt, ist z.B. der Sohn des letzen Opfers. Er war dabei, als Jeff Bohner, der später als Täter hingerichtet wurde,  seine Mutter tötete – allerdings hat er so gut wie gar keine Erinnerungen daran, denn er war damals erst vier Jahre alt. Aber auch alle anderen Gäste haben ihre eigene, ganz spezielle Verbindung zu „Zodiac Island“

Jede Menge Verdächtige

Es dauert gar nicht lange, da geschieht der erste Mord und damit beginnt quasi das Spiel. Bald verdächtigt jeder jeden – und ich kann mich da gar nicht ausnehmen :-) Allerdings fielen meine Verdächtigen immer recht schnell dem unbekannten Killer zum Opfer – erst im letzten Drittel fiel mein Verdacht dann auf den – wie sich am Ende rausstellt –  Richtigen. Die Abfolge der Taten, Paul Greenblatts Gedanken (die schon ein bisschen psychopathisch sind), die Gespräche mit dem Psychiater – das alles sorgt für ein hohes Tempo und eine gruselige Gesamtstimmung, der  ich mich gar nicht entziehen kann und auch nicht will.

Bizarres Ende

Das Ende ist vielleicht ein bisschen bizarr, passt aber irgendwie zur gesamten Geschichte :-) Manches scheint auf den ersten Blick eher unlogisch, allerdings ist die Frage, wie so eine leicht  hysterisch-panische Gruppendynamik sich tatsächlich auswirkt. Ein Liedchen pfeifen, wenn man abends nochmal in den dunklen Keller muss,  hilft auch nur den eigenen Nerven – Einbrecher vertreibt es nicht und trotzdem machen es unzählige Menschen :-) Vielleicht bleibt die Logik bei dem Gefühl von einem Serienkiller gejagt zu werden ja auch auf der Strecke? Aber im Grunde hatte ich auch gar keine Zeit, mir über die Logik der Geschichte Gedanken zu machen, denn dafür hatte sie mich viel zu sehr gefangen genommen.

Mein Fazit:

Murder Park ist eine schnelle, spannende Geschichte die den Leser mit ihrer  gruseligen, unheimlichen Atmosphäre einfängt und bis zum Ende nicht mehr loslässt. Ganz großes Kino – finde ich jedenfalls.

Buchinfos

  • Titel: Murder Park
  • Autor: Jonas Winner
  • Verlag: Heyne Verlag
  • Genre: Thriller
  • Erscheinungsjahr: 2017
  • ISBN: 978-3-453-42176-9
  • Form: TB,  416  Seiten
  • Preis: 12,99 €
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Hallo! Mein Name ist Tina und ich blogge hier…hauptsächlich über Bücher und allem was dazu gehört. Ich würde mich freuen, wenn du mir einen Kommentar hinterlässt oder meinen Beitrag teilst.

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5 Kommentare zu “[Rezension] Murder Park

  1. Das Hörbuch hatte ich schon eine Weile vorbestellt und hätte auch gerne schon damit angefangen, habe es zeitlich aber leider noch nicht geschafft :(

    Ich freue mich aber wirklich sehr auf das Buch, vor allem weil mich das Setting total anspricht und weil das Hörbuch mit Uve Teschner auch noch von einem meiner Lieblingssprecher gelesen wird. Durch deine Rezension ist meine Vorfreude jetzt noch ein wenig größer geworden! :)

  2. Das freut mich doch :-) Uve Teschner ist aber auch wirklich gut und mit dem Buch sicherlich Weltklasse – ich hatte das Vergnügen mit ihm zuletzt bei „Des Teufels Gebetbuch“.

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